MotoGP - Vinales: Was er menschlich von Rossi lernt

Der Doktor als moralisches Vorbild bei Yamaha

Maverick Vinales ist aktuell der fahrerische Gratmesser in der MotoGP. Doch auch zwischenmenschlich hat der Youngster sehr klare Vorstellungen.
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Motorsport-Magazin.com - Die MotoGP-Saison 2017 bildet bisher die Bühne für den kometenhaften Aufstieg von Maverick Vinales. Der Yamaha-Neuzugang ist mit zwei Siegen in den ersten beiden Rennen bislang der große Dominator des Jahres. Der endgültige Durchbruch des hochtalentierten Spaniers kam aber nicht zufällig. Wie Vinales verriet, schraubte er sein Trainingspensum in der Vorbereitung noch einmal gehörig nach oben.

Deshalb bewundere ich Valentino so sehr. Er macht seit vielen Jahren immer dieselben Sachen, Promo-Events zum Beispiel. Und dennoch ist er immer so nett und freundlich.
Maverick Vinales

Diese Intensität zehrt an Vinales Kräften. "An den meisten Tagen mache ich nichts anderes, als mich voll auf meinen Job zu konzentrieren. Ich denke die ganze Zeit darüber nach, wie ich mich verbessern kann. Da bleibt nicht viel Zeit für andere Dinge. Die Tage sind also alle ziemlich gleich und ich glaube, dass es schwer für mich wird, das über lange Zeit durchzuhalten", lässt er mit erfrischend ehrlichen Worten aufhorchen.

Interessant sind die Aussagen von Vinales vor allem, weil auf der anderen Seite der Yamaha-Box mit Valentino Rossi ja ein Pilot sitzt, der das stressige Leben als Motorradpilot bereits seit 22 Saisons lebt, während es für Vinales erst das siebte Jahr in der Weltmeisterschaft ist. "Deshalb bewundere ich Valentino so sehr", verrät Vinales. "Er macht seit vielen Jahren immer dieselben Sachen, Promo-Events zum Beispiel. Und dennoch ist er immer so nett und freundlich zu allen Leuten. Das ist für mich bewundernswert und zugleich überraschend."

Zeitreise: 350 GP-Starts für Valentino Rossi: (01:06 Min.)

Für Vinales ist klar, dass er von seinem Umfeld ebenso positiv wahrgenommen werden will wie Rossi. "Mir ist es wichtig, ein gutes Image zu haben. Ich will mich gegenüber anderen Menschen korrekt verhalten", stellt der Youngster klar. Das beginnt für Vinales bei den Leuten, mit denen er in seinem Job am meisten zu tun hat - seinem Team. Vor allem in schwierigen Zeiten ist es ihm wichtig, für seine Arbeitskollegen da zu sein: "Ich ziehe mich in schwierigen Momenten normalerweise nicht zurück. Lieber bleibe ich mit dem Team in der Box, den gerade in solchen Phasen musst du als Fahrer da sein und deine Unterstützung zeigen. Ich sehe mir also gerne an, wie wir uns in solchen Situationen verbessern können."

Vinales weiß: Pushen, aber nicht stressen

Bei allem Willen zur Verbesserung ist Vinales aber auch bewusst, dass er seine Crew nicht überfordern darf: "Man muss das Team pushen, aber gleichzeitig auch Respekt zeigen. Natürlich muss das Motorrad zu 100 Prozent funktionieren, aber es ist Vorsicht geboten. Wenn du ständig nur Dinge verlangst, wirst du keine angenehme Atmosphäre schaffen können. Du musst als Fahrer also eine Möglichkeit finden, um dich, die Mechaniker und die Ingenieure richtig zu motivieren."

Vinales fand sich im neuen Team sofort gut zurecht - Foto: Yamaha

Das sei nur möglich, wenn er als Pilot möglichst klare Anweisungen gebe, ist Vinales überzeugt. "Es ist wichtig, dass man sich gut ausdrücken kann. Man muss sehr klar formulieren, was man braucht, um schnell zu sein. Das kann manchmal ziemlich schwierig sein", erklärt er. Glaubt man seinem neuen Crewchief bei Yamaha, Ramon Forcada, gelingt ihm das aber schon sehr gut. "Mit Maverick zu arbeiten ist sehr einfach", sagte er der Gazzetta dello Sport. "Er ist sehr konzentriert und hat klare Vorstellungen, arbeitet absolut geradlinig. Er versteht genau, was auf dem Motorrad passiert und hat großen Willen, dazuzulernen."


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