MotoGP

Wunsch der Piloten: Nur noch FP3 soll über Qualifying-2-Einzug entscheiden

Seit die ersten 3 Trainings über den Einzug in Q2 entscheiden, sind die MotoGP-Wochenenden fast durchgängig eine Zeitenjagd. Das wollen die Fahrer nun ändern.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Es war die größte Revolution der jüngeren Vergangenheit im Ablauf von Rennwochenenden in der Motorrad-Weltmeisterschaft, als für die Saison 2013 das Qualifying der MotoGP und damit auch die vorangehenden Trainings völlig umgestellt wurden. Das bis dahin einstündige Qualifying wurde in zwei Abschnitte zu je 15 Minuten aufgeteilt, Q1 und Q2 waren geboren.

In Q1 kommen seither die Fahrer, die in der kombinierten Zeitenliste aus den ersten drei Trainings die Platzierungen von elf aufwärts belegen. Die schnellsten zwei Piloten in Q1 steigen in Q2 auf fahren sich dort dann zusammen mit den zehn Besten aus der kombinierten Trainingszeitenliste die Startplätze eins bis zwölf aus. Die Startplätze von 13 aufwärts werden anhand der Zeiten in Q1 bestimmt.

MotoGP-Qualifying: Gut für Fans, schwierig für Fahrer

Ein Format, dass deutlich mehr Spannung für die Zuschauer an der Strecke und vor den TV-Geräten bietet. Nicht nur, dass das Qualifying selbst mit den beiden kurzen Sessions deutlich actionreicher wurde, auch in den Trainingssessions herrscht aufgrund des Drucks, eine gute Rundenzeit zu fahren, seither wesentlich mehr Dramatik und Betrieb auf der Strecke.

Entspanntes Arbeiten in der Box ist im aktuellen Modus kaum möglich - Foto: KTM

Was schön für die Fans ist, stellt aber eine große Herausforderung für die Fahrer und Teams dar. Im Laufe eines Rennwochenendes haben sie mittlerweile kaum mehr Zeit, in Ruhe am Setup ihrer Maschinen zu arbeiten. Die Gefahr, so schon in Q1 hängenzubleiben und das Rennen von weit hinten starten zu müssen, ist einfach zu groß. Zwar wurde, um den Fahrern zumindest etwas mehr Zeit zur Abstimmung zu geben, eine vierte Trainingssession am Samstagnachmittag hinzugefügt, diese 30 Minuten wirklich Freies Training können die verlorene Zeit aus FP1 bis FP3 aber nicht aufwiegen.

Deshalb wünschen sich die Fahrer nun eine Umstellung des Formats. Die ersten beiden Sessions sollen wieder klassische Freie Trainings werden, nur das FP3 soll über die Einteilung in die Gruppen für Q1 und Q2 entscheiden. Dieser Vorschlag wurde am Freitag in Argentinien beim Meeting der Safety Commission vorgebracht. Zwar handelt es sich hierbei natürlich nicht um eine wirkliche Sicherheitsfrage, diese Meetings sind aber längst zu einem viel allgemeineren Plenum geworden, in dem die Piloten ihre Anliegen gegenüber der Rennleitung vortragen.

Mehr als die Hälfte des MotoGP-Grids war beim Meeting anwesend - Foto: Lekl

Grand-Prix-Commission hat das letzte Wort

Die Entscheidung über eine Änderung des Trainings- und Qualifying-Formats muss nun von der Grand-Prix-Commission getroffen werden und ist nur bei einem einstimmigen Beschluss möglich. Die Grand-Prix-Commission trifft sich mehrmals jährlich, normalerweise im Rahmen von Rennwochenenden, zuletzt etwa beim Saisonauftakt in Katar. Darin vertreten sind aktuell Dorna-Geschäftsführer Carmelo Ezpeleta, Paul Duparc vom Motorradweltverband FIM, Herve Poncharal als Vorsitzender der Teamvereinigung IRTA und Takanao Tsubouchi als Gesandter des Herstellerbunds MSMA.


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