MotoGP

Überblick: Die erfolgreiche Historie von Repsol-Honda in der MotoGP

Auf den Tag genau vor 22 Jahren startete die Partnerschaft zwischen Repsol und Honda in der MotoGP. Eine Übersicht über eine Erfolgsära:
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Kaum eine Partnerschaft im Motorsport ist so erfolgreich und währt so lange wie jene zwischen Repsol und Honda. Auf den Tag genau 22 Jahre ist es her, dass sich beide Firmen zusammenschlossen und aufmachten, eine neue Ära in der Motorrad-WM zu prägen. Auch aktuell stellt das Repsol-Honda-Team mit Marc Marquez den Weltmeister. Das Jubiläum wollen wir bei Motorsport-Magazin.com zum Anlass nehmen, um im Folgenden einen Blick in die breite und überaus erfolgreiche Geschichte dieser Partnerschaft zu werfen.

22 Jahre Repsol-Honda in der MotoGP: Die Bikes

Honda NSR500: Mit der NSR500 prägte Honda die Schlussphase der Zweitakt-Ära in der MotoGP. Die Ur-Version des Bike debütierte bereits 1984 in der WM und holte bis einschließlich 2002, als die Zweitakter parallel zu den neuen Viertaktern unterwegs waren, zehn Meisterschaften. Sieben davon holte Honda in den letzten acht Jahren der Zweitakt-Ära. Vor allem zusammen mit Mick Doohan war das japanische Motorrad nahezu unschlagbar. Abfällige Zungen sprachen in der zweiten Hälfte der 90er-Jahre gar vom "Repsol-Cup". Den letzten Titel holte Valentino Rossi im Jahre 2001, nach der Saison 2002 wanderte die NSR500 schließlich ins Museum.

1995 begann die Partnerschaft zwischen Repsol und Honda - Foto: Repsol

Honda RC211V: Ab 2002 wurden auf Drängen der Hersteller die Viertakt-Motorräder eingeführt. Honda bereitete sich dafür am Gründlichsten vor und präsentierte mit der RC211V ein turmhoch überlegenes Motorrad. Zusammen mit einem Valentino Rossi in seinen besten Jahren entstand einmal mehr eine nahezu unschlagbare Kombination. 20 seiner 32 Rennen für das Team gewann Valentino Rossi, ehe man ihn in Richtung Yamaha vergraulte. Den dritten Titel für die 990er-Honda holte Nicky Hayden im Jahre 2006 - gegen Rossi.

Honda RC212V: 2007 beschränkte man den Hubraum auf 800ccm - dies war die Geburtsstunde der RC212V. Damit verabschiedete man sich auch vom V5-Motor, ab sofort setzte man auf einen Vierzylinder. Die Umstellung traf Honda hart, 2007 rutschte man ab und war teilweise nur noch vierte Kraft hinter Ducati, Yamaha und Suzuki. In der 800er-Ära reichte es nur zu einem Titel für Honda. Diesen errang Casey Stoner im Jahr 2011. Diesem WM-Triumph lag jahrelange Aufbauarbeit zugrunde. Erst ab Mitte 2010 etablierte sich die Honda wieder als bestes Bike. Zum 100. Sieg von Repsol-Honda nach dem Aragon-GP 2011 präsentierte das Team übrigens folgendes Video:

Repsol Honda feiert 100 Siege: (2:43 Min.)

Honda RC213V: 2012 markierte das Debüt der aktuellen 1000er-Generation in der MotoGP. Honda dominierte mit der RC213V von Anfang an das Geschehen, gemeinsam mit Yamaha. Zwar war Pedrosa 2012 wieder mal nahe dran am Titel, während Marquez ihn 2013 und 2014 holen konnte. Doch schon bald zeigten sich die Nachteile an der Screamer-Charakteristik, die in der 800er-Ära noch gewinnbringend war. Denn mit der Mehr-Power aus 200ccm zusätzlichem Hubraum wurde der Motor zu aggressiv. Ein Umstand, den 2015 auch ein Marquez mit seinem Talent nicht mehr übertünchen konnte. Viele Rennstürze kosteten ihm am Ende die Titelchance. 2016 schlug er zurück, doch die Probleme blieben. Für die kommende Saison experimentiert man daher mit einem Big-Bang-Motor.

Die erfolgreichsten Fahrer für Repsol-Honda in der MotoGP

  • Die meisten Titel: In zwei derart erfolgreichen Unternehmen wie Repsol und Honda zählt natürlich nur eines: der Erfolg. Der erste Gradmesser dafür sind, wie sollte es anders sein im Sport, Titelgewinne. Seit Anbeginn der Kooperation im Jahre 1995 hat das Repsol-Honda-Werksteam nicht weniger als zwölf Fahrertitel eingefahren - mehr als 50 Prozent also! Der fleißigste Titel-Hamsterer ist dabei immer noch Mick Doohan. Der Australier fuhr für das Team zwischen 1995 und 1998 vier Titel in Folge ein. Seine Premieren-Meisterschaft 1994 holte Doohan zwar auch für Honda, jedoch gehört Repsol seinerzeit noch nicht zum Team.

    Die Top-5:
    1. Mick Doohan (4)
    2. Marc Marquez (3)
    3. Valentino Rossi (2)
    4. Alex Crivillé / Nicky Hayden / Casey Stoner (je 1)

  • Mick Doohan holte die meisten Siege und Titel für Repsol-Honda - Foto: Milagro
  • Die meisten Siege: Sieht man mal von den Titelgewinnen ab, dann sind Rennsiege das Höchste, was Fahrer und Teams in der Motorrad-WM erreichen können. Auch in dieser Statistik liegt Mick Doohan noch vorne. Während seiner vier Weltmeister-Jahre für Repsol-Honda konnte der Australier insgesamt 35 Siege feiern. Unvergessen dabei das Jahr 1997, als Doohan mit zwölf Saisonsiegen einen neuen Rekord aufstellte. Diesen Rekord luchste ihm erst Marc Marquez im Jahre 2014 wieder ab. Marquez folgt in der Repsol-internen Siegstatistik auf Platz zwei, gemeinsam mit seinem Teamkollegen Dani Pedrosa. Dahinter reihen sich Valentino Rossi und Casey Stoner ein.

    Die Top-5:
    1. Mick Doohan (35)
    2. Marc Marquez und Dani Pedrosa (je 29)
    4. Valentino Rossi (20)
    5. Casey Stoner (15)

  • Titel & Erfolge: 20 Jahre Repsol Honda: (10:22 Min.)

  • Die meisten Podien: Sollte es nicht ganz zum großen Wurf reichen - ein Pokal ist immer ein gern gesehenes Ausstellungsstück für die firmeneigene Vitrine oder das firmeneigene Museum. Und so kommen wir zu den Trophäensammlern in Diensten von Repsol-Honda. Hier kann es natürlich nur Einen geben: Dani Pedrosa! Der Spanier war in seinen bisher elf Saisons für Repsol-Honda meist knapp dran am Titelgewinn, doch immer wieder scheiterte er. Nach so einer langen Amtszeit bei Repsol Honda ist allerdings klar: Keiner holte jemals so viele Pokale für diese Truppe. In dieser Statistik liegt Pedrosa übrigens deutlich vor seinem Teamkollegen Marc Marquez und Mick Doohan.

    Die Top-5:
    1. Dani Pedrosa (103)
    2. Marc Marquez (51)
    3. Mick Doohan (48)
    4. Alex Crivillé (44)
    5. Valentino Rossi (31)

  • Keine sammelte mehr Pokale und Punkte für Repsol Honda als Dani Pedrosa - Foto: Bridgestone
  • Die meisten Punkte: Aus der vorangegangen Statistik ist es ja fast schon folgerichtig, dass Dani Pedrosa auch die meisten Punkte in der Geschichte des Repsol-Honda-Teams geholt hat. Bisher hält der Spanier bei 2643 Zählern - mehr als doppelt so viele als der Zweitplatzierte in dieser Kategorie, Alex Crivillé. Ihm dicht auf den Fersen hängt Marc Marquez, der schon nach vier Saisons bei 1236 Punkten hält. Dahinter rangieren Mick Doohan und Nicky Hayden. Valentino Rossi hat in seinen beiden Repsol-Jahren übrigens 712 Zähler gesammelt.

    Die Top-5:
    1. Dani Pedrosa (2643)
    2. Alex Crivillé (1290)
    3. Marc Marquez (1236)
    4. Mick Doohan (1190)
    5. Nicky Hayden (987)

  • Pedrosa feiert 250. GP-Start: (01:17 Min.)

  • Die meisten Poles: Unglaublich, aber wahr: Den Rekrod für die meisten Pole-Positions für Repsol-Honda hält bereits Marc Marquez! Wenn auch nicht allein, denn (noch) liegt er gleichauf mit Mick Doohan. Beide haben sich insgesamt 37 Mal in Repsol-Honda-Diensten gegen die Konkurrenz im Qualifying durchgesetzt. Auf Platz drei folgt Dani Pedrosa, direkt dahinter liegt schon Casey Stoner! Der Australier war im Qualifying eine Macht, allein in seinem WM-Jahr 2011 holte er zwölf von 18 Qualifying-Bestzeiten.

    Die Top-5:
    1. Mick Doohan und Marc Marquez (je 37)
    3. Dani Pedrosa (28)
    4. Casey Stoner (17)
    5. Valentino Rossi (16)

  • Marc Marquez hält bereits den Rekord für die meisten Repsol-Poles, gemeinsam mit Mick Doohan - Foto: Milagro
  • Die meisten Schnellsten Runden: Auch eine schnellste Rennrunde gehört zu jenen Dingen, die jeder Rennfahrer gerne für sich beansprucht. Eine Rundenbestzeit im Rennen poliert das Ego eines jeden Rennfahrer auf. Im Bezug auf das Repsol-Honda-Team führt Dani Pedrosa diese Statistik an. Insgesamt 42 Mal konnte er die schnellste Rennrunde als Repsol-Honda-Pilot für sich verbuchen. Hinter Pedrosa reihen sich Marc Marquez (34) und Valentino Rossi (21) ein. Ebenfalls im zweistelligen Bereich liegen noch Mick Doohan mit 19 und Alex Crivillé mit elf.

    Die Top-5:
    1. Dani Pedrosa (42)
    2. Marc Marquez (34)
    3. Valentino Rossi (21)
    4. Mick Doohan (19)
    5. Alex Crivillé (11)

  • Nicky Hayden startete genau 100 Mal für Repsol Honda - Foto: Repsol Honda
  • Die meisten Grands Prix: Als letzte Statistik seien die meisten Grand Prix Teilnahmen in den Repsol-Farben erwähnt. Nach elf Jahren im Team ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch hier Dani Pedrosa führt. Auf Platz zwei folgt ein ehemaliger Teamkollege Pedrosas: Nicky Hayden! Hayden startete bereits 2003 im Repsol-Team, damals noch unter tatkräftiger Hilfe von Honda USA. Sechs Saisons lang war das Kentucky Kid in den orange-rot-dunkelblauen Farben des Teams auf der Strecke unterwegs. Das Highlight war sicherlich der Titelgewinn 2006. Einen Grand Prix hinter Hayden rangiert Alex Crivillé, der von 1995 bis zu seinem Karriereende 2001 für Repsol Honda startete.

    Die Top-5:
    1. Dani Pedrosa (181)
    2. Nicky Hayden (100)
    3. Alex Crivillé (99)
    4. Tadayuki Okada und Marc Marquez (72)


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