MotoGP

Suzuki-Pilot Rins verbissen: Muss Vinales zumindest übertreffen

Suzukis Rookie Alex Rins steht unter großem Druck. Maverick Vinales' Leistungen sind eine hohe Messlatte. Rins will es noch besser machen als sein Landsmann.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Die Rivalität in der MotoGP ist groß. Damit ist nicht nur Valentino Rossi gegen Jorge Lorenzo, Marc Marquez oder überhaupt gegen den Rest der Welt gemeint. Auch innerhalb der Länder gibt es gewisse Rivalitäten. Früher waren das beispielweise Rossi vs. Max Biaggi oder Lorenzo vs. Dani Pedrosa. 2017 darf sich die Welt wohl auf das nächste inner-spanische Kräftemessen gefasst machen: Maverick Vinales vs. Alex Rins.

Die beiden Spanier, die zuletzt in der Moto3-WM 2013 gegeneinander gefahren sind und bei dieser Gelegenheit auch zusammen mit Luis Salom den WM-Titel unter sich ausmachten, treten 2017 wieder gemeinsam in der Königsklasse an. Die Vorzeichen sind dabei besonders. Maverick Vinales wechselt von Suzuki zu Yamaha, Alex Rins beerbt ihn auf der GSX-RR. Eine Parallele eint die beiden Spanier dabei: Für beide ist das Suzuki-Werksteam das Sprungbrett in die MotoGP.

Suzuki-Pilot Rins unter besonderer Beobachtung

Alex Rins verletzte sich beim Valencia-Test bei seinen ersten Gehversuchen auf der Suzuki - Foto: Milagro
Ich bin Mavericks Nachfolger, was bedeutet, dass ich seine Ergebnisse zumindest übertreffen muss.
Alex Rins

Der Vergleich Vinales vs. Rins wird also ein spannender. Doch Rins spürt, dass er durch diesen Umstand auch unter besonderer Beobachtung steht. "Maverick hat zwei herausragende Jahre bei Suzuki gehabt und viel Erfahrung gesammelt. Jetzt bin ich sein Nachfolger, was bedeutet, dass ich seine Ergebnisse zumindest übertreffen muss. Und die waren auf keinen Fall schlecht", treibt es Rins gegenüber spanischen Medien bei einem Event von Sponsor Estrella Galicia in Madrid die Sorgenfalten ins Gesicht.

Suzuki kosteten Vinales' Ergebnisse im Übrigen sämtliche Vorteile, die die MotoGP für neueingestiegene Hersteller vorsieht, denn dadurch wurde das Limit von sechs Konzessionspunkten erreicht. Das macht die Sache für Rins nicht gerade einfacher. "Schon vor dem Start stehe ich schon ein bisschen unter Druck. Das wird mich ein bisschen was kosten, auch weil man mehr Faktoren als in der Moto2 berücksichtigen muss", weiß der Gesamtdritte der Moto2-WM 2016.

Rins und Vinales: Bisher immer Kopf an Kopf

In der Moto3-WM kämpften Rins und Vinales 2013 um den Titel - Foto: Estrella Galicia 0,0

Doch Rins spürt, dass er die Leistungen seines Suzuki-Vorgängers auf jeden Fall bestätigen kann. Zuversicht geben ihm dabei die gemeinsamen Duelle auf der Strecke in den kleinen Kategorien. Doch damals spielte noch der kleine, aber feine Altersunterschied eine Rolle. "Ich habe fast immer gegen Maverick auf der Strecke gekämpft. Aber er war immer ein Jahr voraus, weil er älter ist als ich", spielt Rins darauf an, dass Vinales ein Jahr vor ihm in die WM eingestiegen ist und dementsprechend auch ein Jahr vor Rins in die Moto2 aufgestiegen ist.

Hoffentlich kann ich schon bald wieder mit Maverick auf Augenhöhe agieren.
Alex Rins

Dadurch ist allerdings auch klar: Vinales hatte bisher immer einen Erfahrungsvorsprung gegenüber seinem nicht minder talentierten Landsmann. In der Moto3-Klasse war Vinales Rins stets ein Jahr voraus, jetzt in der MotoGP sogar deren zwei. Dies zu kompensieren wird nicht einfach, dennoch blickt Rins zuversichtlich voraus: "Hoffentlich kann ich schon bald wieder mit ihm auf Augenhöhe agieren." Gleichzeitig findet er lobende Worte für den eindrucksvollen Start von Vinales' MotoGP-Karriere: "Er hat sich sehr schnell angepasst und ist sehr schnell unterwegs gewesen."

Vinales: Eine sehr hohe Messlatte

Debütsieg für Vinales: Die Highlights aus Silverstone: (01:34 Min.)

Wie schnell und gut Vinales war, belegt ein Blick in die Statistiken. Die groben Daten: Rookie of the Year und zwei Top-6-Finishes im Debütjahr 2015, 2016 dann der erste Sieg und drei weitere Podestplätze, dazu der vierte Rang in der WM-Gesamtwertung. Vinales steigerte sich von 97 Punkten in seinem Premierenjahr auf 202 Zähler in der abgelaufenen Saison. On top kommen noch drei zweite und drei dritte Startplätze in seinen zwei Suzuki-Dienstjahren. Zahlen, an die ein Neuling erst einmal herankommen muss.

Vinales' Leistungen bei Suzuki auf einen Blick:

Kategorie20152016
Siege 0 1
Podien 0 4
Beste Platzierung 6. (CAT, AUS) 1. (GBR)
Ausfälle 2 (CZE, JPN) 1 (ARG)
Schnellste Runden 0 2 (CAT, GBR)
Punkte 97 202
Gesamtposition 12. 4.
Poles 0 0
Erste Reihe 1 5
Bester Startplatz 2. (CAT) 2. (ITA, ARA)

Dazu verstand es Vinales immer wieder, sein immenses Potenzial anzudeuten. Erstmals mit Startplatz zwei in Barcelona 2015, hinter Teamkollege Aleix Espargaro. Auch Phillip Island 2015 gilt als Sternstunde Vinales', kämpfte er hier trotz weniger PS über die gesamte Renndistanz mit Dani Pedrosa und Cal Crutchlow um Platz fünf. Überstrahlt wurde das alles von der furiosen Siegesfahrt beim Silverstone-GP 2016. Ob Alex Rins diese Leistungen gar übertreffen kann, was er ja von sich erwartet, wird sich zeigen müssen.


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