18 Punkte trennen Valentino Rossi und Jorge Lorenzo vor den letzten Saisonrennen. Das Rennen um den MotoGP-Titel 2015 ist also trotz Rossis Vorsprung noch völlig offen. In diesem Jahr konnte der seine Stärken bisher ideal ausspielen. Er war konstanter als Lorenzo, stand mit Ausnahme des Chaos-GPs von Misano in jedem Rennen auf dem Podium. Er behielt stets die Nerven, egal ob es abseits oder auf der Strecke zu heiklen Situationen kam. Er passte sich an alle Gegebenheiten, seien es Streckencharakteristiken, wechselnde Reifenkonstruktionen oder Wetterbedingungen, an. Er spielte seine Erfahrung aus 20 Saisons in der Weltmeisterschaft eiskalt aus, wenn die jüngere Konkurrenz vor Rätseln stand. Er zeigte in Zweikämpfen wie gegen Marc Marquez in Termas de Rio Hondo oder Assen, dass er das direkte Duell nach wie vor wie kein anderer beherrscht. Und er schaffte es, durch sein technisches Verständnis aussichtslose Wochenenden am Sonntag doch noch zu erfolgreichen zu machen.

Rossi konnte 2015 auch aus aussichtslosen Positionen gewinnen -
Rossi konnte 2015 auch aus aussichtslosen Positionen gewinnen -Foto: Monster

Einfach schnell

Doch wenn Rossi in so vielen Bereichen des Sports Vorteile hat, wie kann es da sein, da Lorenzo ihm in der Weltmeisterschaft dennoch auf den Fersen ist. Die Antwort ist einfach: Lorenzo ist schnell. Sehr schnell. Der Schnellste. Niemand kann aktuell ein Motorrad rasanter um die WM-Strecken dieser Welt bewegen als er. Das hat er bei all seinen sechs Saisonsiegen gezeigt, als er als Führender in Kurve eins einbog und der Konkurrenz in der Folge nur noch sein Hinterrad zeigte. "Wenn Jorge an der Spitze fährt, ist niemand so konzentriert wie er", ist auch Yamahas Riders Performance Analyst Wilco Zeelenberg im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com überzeugt. "Er kann am meisten aus dem Motorrad herausholen."

Natürlich gelingt ihm das nicht immer - dafür gibt es in dieser Saison genug Beweise - aber oft genug. Denn diese Art Siege einzufahren ist wesentlich sicherer als die von Valentino Rossi, bei der er meist mit spektakulären Manövern durch das Feld pflügt und selten vor den letzten Rennrunden die Entscheidung herbeiführen kann. Eine Strategie Lorenzos, die kombiniert mit diesem Speed in fast jeder Saison zum WM-Titel führen würde, und es auch 2015 kann.

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