MotoGP

Misano: Strecke und Statistik

Misano ist Jahr für Jahr ein Fest für Valentino Rossi, doch der Kurs ist auch eine Gedenkstätte für Marco Simoncelli und war Schauplatz tragischer Momente.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Der Misano World Circuit wird auch an diesem Wochenende wieder in ein Meer aus gelben Flaggen, Kappen und Shirts mit der Nummer 46 gehüllt werden, dazwischen sollte auch das ein oder andere Mal die rote 58 zu sehen sein. Am Kurs an der italienischen Adriaküste dreht sich alles um die beiden Piloten aus der Region - Altmeister Valentino Rossi aus Tavullia und den 2011 verunglückten Marco Simoncelli aus Cattolica. Motorsport-Magazin.com hat für euch alle Informationen und Fakten zu einem der stimmungsvollsten Rennen des Jahres, dem Grand Prix von San Marino.

MotoGP Misano 2017: Die Facts zum Rennen: (00:45 Min.)

Die Geschichte

Der Kurs in Misano wurde Ende der 1960er-Jahre geplant und im Jahr 1972 erstmals in Betrieb genommen. Die Strecke war damals nur 3,488 Kilometer lang und verfügte nur über eine knapp bemessene Boxenanlage. Dennoch gastierte die Motorrad-Weltmeisterschaft bereits 1980 dort und blieb der Strecke mit kleineren Unterbrechungen bis 1993 treu. In diesem Jahr stürzte der dreifache Weltmeister Wayne Rainey im Rennen von Misano, brach sich den sechsten Brustwirbel und ist seitdem querschnittsgelähmt.

Wayne Raineys Karriere endete in Misano - Foto: Milagro

Im selben Jahr wurde der Kurs umgebaut, auf 4060 Meter verlängert und die gesamte Infrastruktur verbessert, 1996 beziehungsweise 1997 wurden noch einmal die Boxengebäude überarbeitet. Die Motorrad-WM blieb Misano vorerst dennoch fern. Erst als in den Jahren 2006 und 2007 der nächste große Umbau folgte, konnte man die MotoGP wieder an die Adria zurücklocken. Die Fahrtrichtung wurde umgekehrt, wodurch die Auslaufzonen wesentlich großräumiger gestaltet werden konnten. Prompt kehrte die MotoGP 2007 nach Misano zurück. Seitdem wird hier in jedem Jahr der Grand Prix von San Marino ausgetragen. Am 5. September 2010 musste der Japaner Shoya Tomizawa beim Moto2-Rennen in Misano nach einem schweren Unfall sein Leben lassen.

Bis ins Jahr 2011 hieß die Strecke Misano World Circuit. Nach dem Tod von Marco Simoncelli wurde sie in Marco Simoncelli Circuit umbenannt und erhielt im Juni 2012 den bis jetzt verwendeten Namen Misano World Circuit "Marco Simoncelli".

Das Layout

Die Strecke in Misano ist seit dem letzten Umbau exakt 4226 Meter lang und zählt somit zu den kürzeren Kursen im Kalender der Motorrad-Weltmeisterschaft. Trotz der geringen Länge verfügt der Misano World Circuit "Marco Simoncelli" aber über 16 Kurven, von denen zehn nach rechts und nur sechs nach links führen. Bei so vielen Kurven bleibt nur wenig Platz für Geraden, die längste misst gerade einmal 565 Meter. Wenig verwunderlich ist daher, dass der San-Marino-GP in den letzten Jahren immer zu den langsamsten Rennen des Jahres gehörte.

Die Statistik

Das erste Rennen der MotoGP in Misano entschied 2007 Casey Stoner für sich. In den folgenden beiden Jahren übernahm Lokalmatador Valentino Rossi das Kommando und gewann zwei Mal, bevor Dani Pedrosa 2010 auf das höchste Treppchen steigen durfte. Dann war drei Mal in Folge Jorge Lorenzo an der Reihe, ehe 2016 wieder Rossi zuschlug. Im Vorjahr gelang Dani Pedrosa der Sieg in San Marino.

2014 entschied Rossi ein Duell gegen Marquez für sich - Foto: Bridgestone

MotoGP-Rekorde Misano

Im Kalender 1980, 82, 84-87, 89-91, 93 und seit 2007 (20 Rennen)

KategorieRekord und Fahrer
Rekordsieger: Jorge Lorenzo und Valentino Rossi (3)
Rundenrekord: 1:32.979 (Dani Pedrosa 2016)
Quali-Rekord: 1:31.868 (Jorge Lorenzo 2016)
Top-Speed: 299,5 km/h (Andrea Dovizioso 2015)

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