Betrachtet man die Endabrechnung der Saison 2011 nüchtern, dann hat sich Ben Spies im Werksteam von Yamaha gegenüber der Satelliten-Truppe aus der Vorjahressaison nicht verbessert. Zum Finale in Valencia standen erneut 176 Punkte zu Buche. Allerdings schnitt Spies mit Gesamtrang fünf um einen Platz besser als 2010 ab.
Bei genauer Betrachtung erkennt man aber, dass Spies dieses Jahr immense Fortschritte gemacht hat. Er stand vier Mal auf dem Podest und feierte seinen ersten MotoGP-Sieg. Doch auch einige Rückschläge musste der Texaner hinnehmen.
Mit Platz sechs zum Saisonauftakt verlief der Start in das Jahr nicht gerade überragend, aber dafür solide. Im Regenchaos von Jerez lag Spies schon auf dem zweiten Rang hinter Teamkollege Jorge Lorenzo, doch drei Runden vor Schluss stürzte er. In Estoril konnte er 2011 zwar an den Start gehen (2010 Sturz in der Besichtigungsrunde), aber erneut war Portugal kein gutes Pflaster für den Superbike-Weltmeister von 2009: Sturz gegen Halbzeit.
In Le Mans besann sich Spies dann wieder auf etwas mehr Ruhe und holte zum zweiten Mal in diesem Jahr Rang sechs. Endlich wieder Punkte. Wenige Tage später gab es in Catalunya mit Rang drei das erste Podest.
In Silverstone hatte Spies ein Jahr zuvor sein erstes MotoGP-Podest überhaupt gefeiert. 2011 sollte ihm das Glück nicht hold sein. Im strömenden Regen Englands rutschte er weg, wenige Sekunden später stürzte auch Teamkollege Lorenzo. Totalausfall für das Yamaha-Werksteam in Großbritannien.
Eine Kämpfernatur

Doch Spies ist ein Kämpfer, der sich noch nie in seiner Karriere hat unterkriegen lassen. Nicht ganz zwei Wochen später gab es in Assen den ersten MotoGP-Sieg. Dank des Tumultes durch den Sturz von Marco Simoncelli und Lorenzo aus der ersten Runde schon mit etwas Vorsprung gesegnet, konnte Spies seinen Vorsprung bis auf rund acht Sekunden auf Casey Stoner ausbauen. Der Drittplatzierte, Andrea Dovizioso, verlor sogar schon 27 Sekunden. Eine souveräne Vorstellung.
Bis zum Saison-Ende zeigte Spies nun Konstanz. Vierter in Mugello, Fünfter in Deutschland, Vierter in Laguna (nach einem vermasselten Start war nicht mehr drin), Fünfter in Brünn, Dritter in Indianapolis, Sechster in San Marino, Fünfter in Aragon und Sechster in Japan. Doch ab Australien häuften sich dann wieder Trainingsstürze, Spies konnte aufgrund eines harten Aufschlags nicht am Phillip-Island-Rennen teilnehmen.
Beim Finale in Valencia stand Spies kurz davor, erneut einen Coup zu landen. Stoner war dem Feld bereits enteilt, als es etwas stärker zu tröpfeln begann. Spies blieb lange an Dovizioso und Pedrosa dran, dann pflügte er an ihnen vorbei. Der enteilte Stoner nahm aufgrund des Wetters Tempo raus, Spies kam heran und ging vorbei. Doch der neue Weltmeister blieb am Heck der Yamaha und ließ den Amerikaner das Tempo machen. Beim Herausbeschleunigen zur Zielflagge holte Stoner den knappsten Sieg der Geschichte der 800ccm-Regeln in der MotoGP. Spies wurde Zweiter und festigte damit den fünften Gesamtrang.

diese MotoGP Nachricht