Maximilian Günther (DS-Penske) hat das Samstagsrennen der Formel E in Shanghai gewonnen. Der gebürtige Allgäuer feierte seinen siebten Sieg in der Elektro-WM und den zweiten in der laufenden Saison 2025. Dominanter geht es nicht für Formel-E-Verhältnisse: Günther überquerte die Ziellinie mit 7,016 Sekunden Vorsprung vor seinem Zweitplatzierten DS-Penske-Teamkollegen Jean-Eric Vergne. McLaren-Youngster Taylor Barnard komplettierte das Podium als Dritter.

"Die Strategie, Pace und Ausführung des Rennens waren super", jubelte Günther, der das erste von zwei Rennen auf dem chinesischen Formel-1-Kurs (verkürzte Variante) von der Pole Position in Angriff genommen hatte. "Gegen Ende hatte ich mehr Energie als Oliver Rowland und habe versucht, an der Spitze wegzuziehen. Das hat geklappt! Der Doppelsieg bedeutet uns sehr viel, nachdem das Momentum zuletzt nicht auf unserer Seite war."

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Formel E: Energiespar-Schlacht in Shanghai

Die 29 Runden in Shanghai entwickelten sich zur erwarteten Energiespar-Schlacht. Im ersten Renndrittel wechselte die Führung mehrfach, weil keiner der Fahrer zu viel Energie in freier Luft an der Spitze einbüßen wollte - das Standard-Prozedere in der Formel E auf permanenten Rennstrecken, das die Zuschauer oftmals verwirrt. In Runde 14 zählte Günther zu den ersten Fahrern, die für den Pit-Boost in die Boxengasse abbogen und für 34 Sekunden Energie nachluden.

Maximilian Günther bei der Formel E in Shanghai
Maximilian Günther holt seinen siebten 'Sieg in der Formel E, Foto: IMAGO/Andreas Beil

Während sich Günther konstant in der Spitzengruppe hielt und drei Runden vor Schluss das entscheidende Überholmanöver gegen den Meisterschaftsführenden Oliver Rowland (Nissan, Platz 5) setzte, ging es bei Teamkollege Vergne deutlich dramatischer zugange. Der zweimalige Formel-E-Champion war von P10 ins Rennen gegangen und legte erst in den wie üblich spannenden Schlussminuten eine sehenswerte Aufholjagd hin.

"Was für ein Rennen", atmete Monsieur Vergne durch. "Es war die richtige Entscheidung, den zweiten Attack Mode spät im Rennen zu nutzen. Als davor alle angegriffen hatten, habe ich stattdessen mehr Energie sparen können." Der Franzose stürmte erst in der letzten Runde vom fünften bis auf den zweiten Platz nach vorne.

McLaren-Youngster Barnard: "Bin ein bisschen verwirrt"

McLaren-Pilot Barnard - neuer Zweiter in der WM-Tabelle - erlebte ebenfalls eine Achterbahn der Gefühle. Der von P2 gestartete Brite führte das Rennen nach allen Boxenstopps zwischenzeitlich mit mehr als zwei Sekunden an, bis er sich zunächst Rowlands Nissan geschlagen geben musste. Beide hatte dem späteren Sieger Günther nichts entgegenzusetzen, doch gegen Rowland behielt Barnard schließlich die Oberhand.

Barnard erklärte, was viele Zuschauer von außen ebenfalls gedacht haben dürften: "Ich bin ein bisschen verwirrt. Ich war bei der Energie gut dabei, habe aber nicht verstanden, wie sich das Rennen entfalten würde. Danach hatten wir eine gute Strategie. Ich muss mir das Rennen aber noch mal komplett anschauen..."

Gigantische Aufholjagd von Dan Ticktum - Porsche ohne Punkte

Der heimliche Sieger des Rennens war Dan Ticktum im Kunden-Porsche von Cupra-Kiro auf Platz vier. Der Brite war vom 21. Startplatz durchs Feld gepflügt und konnte sich bis zuletzt sogar Chancen aufs Podium ausrechnen. WM-Titelfavorit Rowland belegte den fünften Platz und baute seinen gigantischen Vorsprung in der Meisterschaft weiter aus. Nissan-Teamkollege Norman Nato, Sam Bird (McLaren) und Ex-Weltmeister Nyck de Vries komplettierten die Top-8.

Nichts zu holen gab es für das Porsche-Werksteam: Der amtierende Weltmeister Pascal Wehrlein landete nach Start von P3 nur an zwölfter Stelle. Sein Teamkollege Antonio Felix da Costa fuhr auf P13, eine Position vor David Beckmann (Cupra-Kiro), der sein starkes Qualifying-Ergebnis (P8) nicht in Zählbares umwandeln konnte. Am Sonntag (09:00 Uhr, live auf DF1 im Free-TV) folgt das zweite Rennen der Formel E in Shanghai - wenn der befürchtete Starkregen nicht dazwischenfunkt...