Formel E

Formel E: Mercedes testet weiter - Werkseinstieg mit Demut

Mercedes testet seinen Elektro-Silberpfeil für die Formel E in Italien. Zwei Fahrer teilen sich die Arbeit. Boss Ian James verzichtet auf Zielvorgabe.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Die Vorbereitungen von Mercedes für den Einstieg in die Formel E laufen weiter auf Hochtouren. Zu Beginn dieser Woche absolvierten die Silberpfeile ihren zweiten Test im italienischen Varano. Wie schon bei der Streckenpremiere Ende März, saß Stoffel Vandoorne am Steuer des Mercedes-Benz EQ Silver Arrow 01.

Der Belgier, der seine erste Saison in der Formel E mit HWA bestreitet, teilte sich den neuen Boliden mit Teamkollege Gary Paffett. Damit drehte der amtierende DTM-Champion und Vandoornes HWA-Teamkollege, seine ersten Runden im Werksauto. Beim vorangegangenen Test war Paffett terminlich verhindert, für ihn übernahm der frühere Mercedes- und heutige Venturi-Fahrer Edo Mortara.

Vandoorne und Paffett absolvierten laut Mercedes jeweils zwei halbe Testtage in Varano. Zusammen legte das Duo am Montag und Dienstag 128 Runden zurück. Paffett kündigte bereits an, dass er sich schon auf den nächsten Test freue. Während Vandoorne als Einsatzfahrer für Formel-E-Neueinsteiger Mercedes als gesetzt gilt, steht die nähere Zukunft des Briten und langjährigen Mercedes-Werksfahrers noch in den Sternen.

"Es war klasse, wieder am Steuer eines Fahrzeugs mit Mercedes-Benz Power zu sitzen", sagte Paffett. "Natürlich ist es ein anderes Auto als alle Mercedes-Fahrzeuge, die ich bislang gefahren bin, aber es war ein großartiger Test. Wir konnten viele Kilometer zurücklegen und das Auto war dabei sehr zuverlässig. Ich kann es kaum erwarten, wieder darin Platz zu nehmen."

Mercedes steigt neben Porsche, Audi und BMW als vierter deutscher Autobauer in die Formel E ein - Foto: Daimler AG

Vandoorne, der zuletzt beim Bern ePrix als Zehnter gewertet wurde und damit im Verlauf der letzten fünf Rennen vier Mal in die Punkte fuhr: "Es ist schön, die Entwicklung unseres Antriebsstrangs seit dem Shakedown, den ich vor einiger Zeit gefahren bin, zu verfolgen. Das gehört zu unserem langen Weg dazu. Noch liegt sehr viel Arbeit vor uns und dessen sind sich auch alle bewusst. Aber ich glaube, dass die ersten Eindrücke sehr gut sind. Die Basis stimmt und alles scheint in Ordnung zu sein."

Die sechste Saison der Formel E beginnt am 22. November in Saudi-Arabien. Mit Mercedes und Porsche steigen zwei weitere große, deutsche Autobauer ein. Die Ambitionen sind hoch bei Mercedes, doch die Führungsetage weiß, dass die Elektro-Rennserie eine besondere Herausforderung mit eigenen Tücken wird.

Ian James, Managing Director von Mercedes-Benz Formula E Ltd., im exklusiven Interview in der aktuellen Print-Ausgabe des Motorsport-Magazin.com: "Wir wissen, dass die Formel E ganz anders ist als andere Rennserien. Das sehen wir in der aktuellen Saison. Solch eine Variabilität gab es zuvor noch nie in einer Serie. Wir tun alles, um erfolgreich zu sein. Aber wir haben eine notwendige Demut. Alles andere wäre ein Blick in die Kristallkugel. Ein vorformuliertes Ziel mit Blick auf das Sportliche gibt es deshalb nicht von unserer Seite."

Unter Umständen könnte der Einstieg von Mercedes in die erste rein-elektrische Formelrennserie der Welt noch etwas umfassender ausfallen. Wie Motorsport-Magazin.com aus unterschiedlichen Quellen erfahren hat, könnte das Team Venturi ab der kommenden Saison Antriebsstränge von Mercedes für seine beiden Autos beziehen.

Dort sitzt seit dem Ende der vergangenen Saison Susie Wolff, die Ehefrau von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, als Teamchefin am Kommandostand. In der laufenden Saison erhält HWA, das die Vorhut für Mercedes bildet, seinerseits Antriebsstränge von Venturi.


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