Formel E

Formel E - Wehrlein: Das sagt er zum verlorenen Mexiko-Sieg

Pascal Wehrlein erklärt, wieso er beim irren Mexiko-Finish seinen ersten Sieg in der Formel E verpasste. Der Mahindra-Pilot äußert sich auch zur Strafe.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Pascal Wehrlein hat zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen einen Sieg in der Formel E nur knapp verpasst. Nach Platz zwei zuletzt in Santiago de Chile, überquerte der Neueinsteiger auch in Mexiko die Ziellinie als Zweiter. Aber: Wehrlein kassierte nachträglich eine 5-Sekunden-Zeitstrafe und fiel bis auf den sechsten Platz zurück.

Es war das Ende eines irren Finishs beim vierten Rennen der Formel-E-Saison 2018/19. Bis wenige Meter vor dem Zielstrich führte der Mahindra-Rookie das Rennen vor dem späteren Sieger Lucas di Grassi an. Doch weil ihm die Energie auszuging, verlor Wehrlein den Vortrieb und musste dem Audi-Piloten in allerletzter Sekunde den Vortritt überlassen.

In einem Statement, das Motorsport-Magazin.com vorliegt, erklärt Wehrlein, wie es dazu kommen konnte: "Das Problem war, dass mein Hintermann Rowland von Beginn an stark gepusht hat. Um das Rennen beenden zu können und vorne zu bleiben, musste ich etwas mehr Energie verbrauchen. So habe ich am Ende versucht, meine Position gegen di Grassi zu verteidigen. Das war aber nicht möglich."

Wehrlein: Hätte Zweiter werden sollen

Möglicherweise hätte Wehrlein den zweiten Platz verteidigen können. In der letzten Runde übte di Grassi enormen Druck aus, es kam sogar zum Kontakt mit Wehrlein. Der frühere DTM- und Formel-1-Pilot wich verbotenerweise über die Schikane aus. Da er nicht - wie im Reglement vorgesehen - zunächst den Wagen stoppte, brummte ihm die Rennleitung eine Zeitstrafe auf. Die fünf zusätzlichen Sekunden warfen Wehrlein im eng geführten Rennen um vier Plätze zurück.

"Es stimmt, dass ich Zweiter hätte werden sollen", bestätigte Wehrlein, der direkt nach Rennende bei der Rennleitung vorstellig werden musste und deshalb seine Medientermine verpasste. "Mit dem Ergebnis wäre ich letztendlich wahrscheinlich nicht zufrieden gewesen. Aber noch weniger mit der Strafe, durch die ich Sechster wurde. Aber so läuft es nun einmal."

Formel E: Das verrückte Finish beim Mexiko ePrix 2019: (04:40 Min.)

Wehrlein: Zusatzpunkte in Mexiko

Statt als zweiter deutscher Fahrer nach Daniel Abt (Mexiko 2018) einen Sieg in der Formel E zu feiern und dafür 25 Punkte zu erzielen, sackte Wehrlein mit P6 zwölf Meisterschaftszähler ein. Zudem kassierte er drei Punkte für die Pole Position sowie einen weiteren für die schnellste Rennrunde eines Fahrers in den Top-10.

Mit 30 Punkten belegt Wehrlein den fünften Platz in der Gesamtwertung. Sein Rückstand auf Spitzenreiter und Mahindra-Teamkollege Jerome D'Ambrosio beträgt 23 Punkte. Wegen vertraglicher Angelegenheiten mit seinen ehemaligen Arbeitgebern Mercedes und HWA hatte Wehrlein den Saisonauftakt in Saudi-Arabien verpasst und erst ab dem zweiten Rennen in Marrakesch ins Geschehen eingegriffen.

Wehrlein: Kann ziemlich zufrieden sein

Trotz der Final-Pleite zog Wehrlein ein größtenteils versöhnliches Fazit seiner Leistung in Mexiko-City: "Abgesehen von der letzten Runde bin ich ziemlich glücklich, wie der Tag lief. Ich freue mich sehr über meine erste Pole Position. Und auch mit dem Rennen kann ich ziemlich zufrieden sein."

Wenige Stunden vor dem Rennbeginn hatte Wehrlein ein weiteres Mal im Qualifying zu überzeugen gewusst. Der gebürtige Worndorfer sicherte sich seine erste Pole in der Formel E mit einem deutlichen Vorsprung von 0,306 Sekunden vor dem Zweitplatzierten di Grassi. Damit startete Wehrlein zum zweiten Mal in Folge aus Startreihe eins.

Hier schlittert Lucas di Grassi vorbei an Pascal Wehrlein zum Mexiko-Sieg - Foto: LAT Images

Renn-Abbruch als zusätzliche Herausforderung

Das Rennen führte Wehrlein bis zur letzten Kurve an. Der 24-Jährige setzte sich beim Start souverän durch und behielt auch beim späteren Re-Start in Folge eines Unfalls von Nelson Piquet samt 26-minütiger Unterbrechung die Nerven. Der zwischenzeitliche Abbruch stellte alle Teams vor die große Herausforderung, die Energie-Mengen neu zu berechnen.

Die verlorene Zeit wurde zur weiteren Renndistanz addiert, was im Starterfeld zu einigen Schwierigkeiten mit dem Batterie-Management führte. Davon profitierte unter anderem Wehrlein-Teamkollege D'Ambrosio, der von Startplatz 19 bis auf die vierte Position nach vorne fuhr und die Führung in der Meisterschaft übernahm.

"Obwohl wir die Fahrer- und Teamwertung anführen, bin ich trotzdem enttäuscht über den verpassten Podestplatz", sagte Mahindra-Teamchef Dilbagh Gill. "Pascal hat am gesamten Wochenende Leistungen auf höchstem Niveau gezeigt. Doch leider wurde er zum zweiten Mal innerhalb von drei Rennen von Lucas di Grassi getroffen. Wir haben dennoch eines der stärksten Autos, was Jerome mit 14 gewonnenen Positionen gezeigt hat."


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