Fehlschläge will sich niemand leisten, vor allem in der Formel 1 nicht, wo falsche Entwicklungen einen enormen Nachteil ausmachen. Dennoch schien es am Samstag in Barcelona so, als wären einige der Upgrades bei Williams in die falsche Richtung gelaufen. "Wir wissen, dass wir Zeit im Auto finden müssen", sagte deswegen Nico Hülkenberg nach dem 13. Platz im Qualifying auch. Rubens Barrichello hatte in Spanien eigentlich alle Neuerungen zur Verfügung, im Zeittraining fuhr er aber fast ohne, weil sie seiner Meinung nach nichts gebracht hatten.

"Wir hatten im Qualifying ungefähr das gleiche Auto. Viel haben die neuen Teile nicht gebracht", bestätigte Hülkenberg. Den neuen Frontflügel hatte Barrichello nicht benutzt, den neuen Unterboden anscheinend schon, bei den Seitenkästen war sich Hülkenberg nicht sicher. Zufrieden war der Deutsche in jedem Fall nicht. "Das ist schon schade, denn über vier Rennen wurde entwickelt und wenn die neuen Teile zwei, drei Zehntel bringen, dann wären wir weiter vorne und nahe am Q3 dran. Es ist nicht einfach, die anderen schlafen nicht und diesmal hat es nicht gepasst", meinte der Williams-Pilot.

Anders als bei den Tests

Wundern musste sich Hülkenberg darüber, dass er bei den Tests vor der Saison in Barcelona noch eine 1:20,6 gefahren und nun 1,5 Sekunden langsamer war. "Es fühlt sich ganz anders an. Wir haben viel weniger Grip als damals beim Test, soweit ich mich erinnere. Die Red Bull sind die einzigen, die das wiederholen können", sagte er. Also heißt es für Williams, arbeiten, arbeiten, arbeiten. Ein großes Projekt ist der F-Kanal, der soll in der Türkei kommen und dann mit dem Bein zu bedienen sein, ähnlich wie bei McLaren. Ausprobieren konnte Hülkenberg das System noch nicht.

Sauber hat es besser hinbekommen als Williams, Foto: Sutton
Sauber hat es besser hinbekommen als Williams, Foto: Sutton

Ihm war nur klar, Sauber und vor allem Kamui Kobayashi hatte der F-Kanal in Barcelona wohl geholfen, wobei er auch feststellen musste, dass das Update beim schweizerischen Team wohl besser war als jenes bei Williams. "Wir haben für die nächsten zwei Rennen noch etwas in der Pipeline, was hoffentlich dann mehr Fortschritte bringt", sagte er. Für das ganze Feld kaum einzuholen sein wird nach Hülkenbergs Meinung Red Bull. Die seien vorher schon schneller gewesen als der Rest, mit dem Update sei es nun noch ein wenig gravierender. "Ich glaube, die nutzen das Beste von ihren Reifen, holen alles aus dem Auto raus, haben zwei gute Fahrer, die sich pushen, die das Setup kennen. Auf der Onboard sieht das einfach sehr gut aus."

Red Bull kaum einholbar

Zwar ging Hülkenberg davon aus, dass Barcelona Red Bull entgegenkommt, aber dennoch rechnete er damit, dass sie dieses Jahr keiner mehr einholen kann. "Die sind schon vorne jetzt. Es sind vielleicht nicht immer neun Zehntel, aber schon eine halbe Sekunde und die muss man erst einmal aufholen. Es ist nicht einfach, im Windkanal so viel Zeit zu finden. Die entwickeln ja auch weiter."

Während vorne also alles klar scheint, lernt Hülkenberg etwas weiter hinten weiter dazu. Für ihn ist das aber nicht schlimm, sondern der Alltag der Formel 1. "Der einzige Fahrer, der immer in einem Top-Auto gesessen ist, war Hamilton. Alle anderen haben mehrere Jahre in ihrer Karriere in Autos zugebracht, wo sie nicht vorne waren. Button etwa, der hatte schwierige Honda-Jahre, Rubens genauso. Voriges Jahr hatten sie ein gutes Auto und waren beide vorne. Das ist so in der Formel 1. Das sind Lehrjahre, da muss man das Beste rausholen und darf sich nicht runterziehen lassen", sagte Hülkenberg.