Christian, fährt Red Bull hier in einer anderen Welt?
Christian Danner: In einem anderen Universum! Der Abstand zu Lewis Hamilton ist fast eine Sekunde - das ist abartig!

Wie lässt sich das erklären?
Christian Danner: Red Bull hat das Auto weiterentwickelt und in Barcelona bekommen sie das Fenster, in dem das Auto arbeitet, besser hin.

Sebastian Vettel wurde diesmal von Mark Webber geschlagen. Ist das ein Problem?
Christian Danner: Ich glaube nicht. Es geht einmal so und einmal so aus. Sie haben sich schon öfter in der ersten Kurve überholt. Vielleicht passiert das wieder. Red Bull fährt vorneweg und macht die Sache unter sich aus. Der Sieger wird Webber oder Vettel heißen.

Dahinter scheint McLaren mit harten Reifen sehr stark zu sein.
Christian Danner: Der Kampf hinter den Red Bull wird spaßig. Jenson Button ist genauso schnell wie Lewis Hamilton, aber die Reifen bauen auf einem Stint ziemlich ab - das kann sich also umdrehen. Fernando Alonso ist mittendrin. Bei Ferrari ist die Hierarchie dafür ziemlich klar.

Wie sieht die Hierarchie bei Mercedes aus?
Christian Danner: Das ist nicht das Problem. Sie haben es anscheinend nicht fertig gebracht, das Auto im Verhältnis zur Konkurrenz zu verbessern. Ferrari und McLaren sind klar schneller und Mercedes ist gerade mal schneller als Sauber, die einen riesigen Sprung nach vorne gemacht haben.

Trotzdem: Michael Schumacher startet zum ersten Mal vor Nico Rosberg.
Christian Danner: Das sei ihm vergönnt. Nico kam von Anfang an nicht klar, hatte wahnsinnig viel Untersteuern. Warum es bei Nico untersteuert und bei Michael nicht mehr, muss das Team herausfinden. In solchen Situationen ist es gut, dass ich kein Rennfahrer mehr bin und mich damit nicht mehr herumschlagen muss.

Würdest Du es als Trendwende sehen?
Christian Danner: Nein. Dass Michael das Rennfahren nicht verlernt hatte, war klar. Jetzt ist das Auto so, wie er es haben möchte und Nico muss es wieder in seine Richtung umbauen. Es geht immer hin und her.