"Das war ein charakterbildendes Wochenende", bilanzierte Nico Hülkenberg nach einem Miami Grand Prix, an dem es für ihn knüppelhart kam. Im Sprint ging Hülkenbergs R26 noch vor dem Start in Flammen auf, im Formel 1-Rennen folgte nach nur sieben Runden das vorzeitige Aus.

Dabei versprach die Ausgangslage beste Aussichten auf die ersten WM-Punkte 2026: Durch die Disqualifikation von Isack Hadjar war Nico Hülkenberg in die Top-10 gerückt. Doch schon in der Startphase gerieten er und Carlos Sainz aneinander. Die Folge: ein beschädigter Frontflügel. "Ich musste danach an die Box, was mich weit zurückgeworfen hat", so Hülkenberg.

Hülkenberg in Miami: Technik-K.o. im ersten Gang

Damit nicht genug: Als das Safety Car auf die Strecke kam, streikte mal wieder die Technik am Audi. Onboard-Aufnahmen zeigen, wie Hülkenberg am Ende der siebten Runde auf der langen Geraden im ersten Gang stecken blieb. Trotz verzweifelter Anweisungen seines Renningenieurs gab es keine Lösung. In der Haarnadel (Kurve 17) kam der Befehl zum Abstellen. Da er sich bereits unmittelbar vor der Boxeneinfahrt befand, schlich Hülkenberg mit seinem Boliden direkt dorthin zurück.

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"Leider zwang ihn ein technisches Problem zur Aufgabe. Von seiner Startposition aus lag er klar auf Punktekurs, was die Enttäuschung natürlich umso größer macht", erklärte der neue Audi-Renndirektor Allan McNish. Wie schon bei den vorangegangenen Rennen verhielt sich Audi in punkto Informationen zugeknöpft. Doch die Tatsache, dass das Getriebe im ersten Gang feststeckte, lässt nur einen Schluss zu: Die Audi-Hydraulik hat erneut zugeschlagen.

Audis Achillesferse die Hydraulik?

Im Paddock wird schon länger gemunkelt, dass Defekte und Lecks im Umfeld der Hydraulik die Hauptursache für die erschreckende Zuverlässigkeitsbilanz sind: sechs Ausfälle bzw. Nicht-Teilnahmen oder Disqualifikationen in ebenso vielen Rennen (zwei Sprints, vier Grand Prix). Während das Team in der Sauber-Ära als Ferrari-Kunde ein fertiges System bezog, mussten die Audi-Ingenieure für das 2026er-Reglement eine Eigenentwicklung stemmen.

Unter den neuen technischen Statuten ist dieses System deutlich komplexer geworden - und scheint die Achillesferse des R26 zu sein. Offiziell gibt man sich beim Werksteam gewohnt kämpferisch. "Wir werden uns neu sortieren, analysieren, was passiert ist, und weiter pushen. Dranzubleiben ist entscheidend - dieser Einsatz wird sich auszahlen, und genau darauf konzentrieren wir uns", betonte Hülkenberg. Auch McNish betonte: "Wir werden die Erkenntnisse aus diesem Wochenende mitnehmen, in der Pause neu ansetzen und in Montreal bereit sein."