Für viele war er in Miami der mit Abstand beste Fahrer im Formel 1-Feld, und doch zählte Max Verstappen am Ende eher zu den Verlierern des Miami GP. Dabei hätte es für den Weltmeister deutlich schlimmer kommen können: Dass er seinen spektakulären Dreher in der Startphase unbeschadet überstand, grenzt an ein Wunder.

"Der Start war ziemlich hektisch. In Kurve 2 habe ich das Heck verloren. Mit viel Sprit an Bord ist es schwer, das Auto wieder einzufangen", berichtete Max Verstappen. "Ich dachte schon, ich würde einschlagen. Deshalb bin ich voll auf dem Gas geblieben - so gelang mir tatsächlich eine saubere 360-Grad-Drehung." Der Niederländer scherzte gewohnt trocken: "Wenn es mit der Formel 1 nicht klappt, kann ich immer noch Rallye fahren."

Fahrer des Tages: Miami GP
Platz 1: Max Verstappen, 26%
Platz 2: Kimi Antonelli, 18%
Platz 3: Charles Leclerc, 13%
Platz 4: Franco Colapinto, 11%
Platz 5: Lando Norris, 9%

F1-Mittelfeld wie ein Dschungel

Nach seiner Pirouette fand sich Verstappen auf Rang neun wieder und packte die Ellbogen aus. Als er in Kurve 17 innen an Carlos Sainz vorbeistach, kochten die Emotionen beim Spanier hoch. "Er hat mich rausgedrängt. Er glaubt, er kann machen, was er will, nur weil er im Mittelfeld fährt." Nach dem Rennen und mit abgekühlten Emotionen nahm der Williams-Pilot nochmals Stellung zu Verstappens Manöver.

"Das war fast eine Divebomb. Er weiß genau, dass wir ihn im Mittelfeld nicht ewig bekämpfen können. Aber es ist Racing, ich will es nicht zu sehr kritisieren." Verstappen nahm die Kritik gelassen: "Im Mittelfeld ist es ein bisschen wie im Dschungel." In Runde 6 löste unter anderem ein Crash seines Red Bull-Teamkollegen Isack Hadjar ein Safety Car aus. Als einziger Top-Pilot nutzte Verstappen die Chance für einen frühen Wechsel auf die harte Mischung.

Beim Verlassen der Boxengasse passierte ihm jedoch wieder ein Fehler, der ihm viereinhalb Stunden nach dem Rennen eine Fünf-Sekunden-Strafe einbrockte. Auf den harten Reifen spulte Verstappen einen Mammut-Stint von 50 Runden ab und brachte damit Laurent Mekies zum Schwärmen. "Max hat uns erneut gezeigt, wie unglaublich er ist, wenn er das Auto am Limit bewegen kann - als er sich durch das gesamte Feld gearbeitet und einen rund 50 Runden langen Stint auf den harten Reifen überstanden hat."

Strafen & Überschlag in Miami! Hat McLaren den Sieg verschenkt? (19:31 Min.)

Verstappen über Russell-Berührung: Vorgeschichte spielte keine Rolle

Gegen Ende musste er sich jedoch George Russell geschlagen geben, wobei es zur Berührung kam. "Er hat meinen Hinterreifen touchiert und sich dabei wohl den Frontflügel beschädigt. Zum Glück blieb mein Reifen ganz", so Verstappen. Das angespannte Verhältnis der beiden habe dabei keine Rolle gespielt: "So etwas kann passieren. Das hat nichts mit unserer Vorgeschichte zu tun.“ Dank einer Zeitstrafe gegen Charles Leclerc rückte Verstappen im Klassement wieder vor.

Trotz des turbulenten Rennverlaufs steht fest: Das umfangreiche Update-Paket am RB22 wirkt. Den größten Sprung brachte jedoch kein aerodynamisches Bauteil, sondern der Austausch der Lenkstange. Verstappen verriet niederländischen Medien, dass er das Problem am Lenksystem bereits beim Shakedown in Barcelona gespürt hatte: "Ich habe es seit der ersten Runde in diesem Auto gemerkt. Jetzt haben wir es endlich behoben – und das bringt uns definitiv Rundenzeit."