Gut einen Monat ist das Beben in der Audi-Führungsetage nun her. Ende März gab Jonathan Wheatley seinen Posten als Teamchef auf und überließ Mattia Binotto das Steuer. In Miami saß ein bekanntes, wenn auch neues Gesicht am Audi-Kommandostand: Allan McNish.
Als Audi-Renndirektor fungiert der frühere Formel 1-Pilot künftig als Bindeglied zwischen dem Einsatzteam und Binotto, der als Gesamtleiter des Projekts und Teamchef die Fäden zieht. Offiziell verließ Wheatley Audi aus persönlichen Gründen, jedoch war aus dem Paddock zu vernehmen, dass es zwischen den beiden Führungsspielern schon länger gekriselt haben soll.
Audi: McNish als Konstante an der Strecke
Mit Allan McNish soll nun Ruhe einkehren. Binotto ist von den Qualitäten des 56-Jährigen überzeugt: "Allan ist ein großartiger Mensch. Er versteht die Sprache der Fahrer, weiß, was es bedeutet, an der Boxenmauer zu stehen - nicht nur, weil er selbst Fahrer war, sondern auch, weil er als Teamchef in der Formel E gearbeitet hat." Während Binotto nicht bei jedem Grand Prix vor Ort sein wird, ist McNish als Renndirektor bei allen Rennen gesetzt.
"Für mich persönlich ist es wichtig, ihn an der Rennstrecke zu haben. In seiner Rolle kann ich ihm voll vertrauen", betont Binotto. Beim ersten Einsatz in Miami lief es sportlich allerdings noch nicht rund: Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto verpassten im Sprint-Qualifying knapp die Top-10. Bereits das Freie Training verlief chaotisch, Bortoleto klagte: "Das Auto war nicht anständig konfiguriert." Doch selbst im Trubel behielt McNish die Nerven.
"Trotz der chaotischen Session habe ich ihn mit einem Lächeln an der Boxenmauer gesehen. Das ist ein guter Start. Ich bin ich überzeugt, dass er den Job sehr gut machen wird – daran habe ich keinen Zweifel", so Binotto. Auch Gabriel Bortoleto sieht in der Personalie einen Gewinn für Audi.
"Niemand ist unersetzlich. Wir sind ein Team, wir wachsen gemeinsam und vertreten eine große Marke. Es ist also nicht so, dass wir etwas verlieren, nur weil jemand gegangen ist. Es kommt immer jemand dazu, der einen Bereich ausfüllt, in dem wir besser werden müssen." Die Chemie zwischen dem Brasilianer und McNish stimmt ohnehin schon seit Jahren – beide wohnen in Monaco in unmittelbarer Nachbarschaft. "Ich habe ihn schon früher oft um Rat gefragt. Ich glaube nicht, dass sich daran etwas ändern wird. Unsere Beziehung wird bestimmt gleich bleiben", meint Gabriel Bortoleto.



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