Im Vorfeld des Monaco GP macht grundsätzlich eine Aussage die Runde: alles kann passieren, jeder kann gewinnen. Ganz so einfach ist es aber doch nicht. "Der Fahrer ist hier vielleicht etwas wichtiger", stimmt Fernando Alonso zu. "Möglicherweise 50:50. Aber man braucht immer noch ein gutes Auto, denn mit einem schlechten wird man nicht gewinnen."

Dennoch kann sich ein bestehendes Kräfteverhältnis im Fürstentum ins Gegenteil verdrehen. "2004 konnte Renault keine Rennen gewinnen, aber in Monaco gewann Trulli." Alonso lag bis zu seinem Unfall auf Platz 2. "Hoffentlich können wir so eine Leistung hier wiederholen." Denn ein paar Überraschungen hält Alonso in Monaco immer für möglich. "Einige Autos sind hier besser als auf anderen Strecken und umgekehrt. Wir haben eine kleine Chance, mit den Topteams zu kämpfen."

Eine saubere, fehlerfreie Runde sei in Monaco wichtiger als die Performance des Autos oder ein perfektes Setup. "Das eine bringt vielleicht zwei, drei Zehntel, aber ein Fehler kann eine halbe Sekunde kosten", betont Alonso. Im Regen sogar mehr. "Da wird es noch schwieriger, vor allem, weil noch niemand weiß, wie es hier ohne Fahrhilfen sein wird." Auf permanenten Rennstrecken könne man sich anhand der Erfahrung auf anderen Kursen einstellen. "Aber hier wissen wir nicht, wie es ohne Traktionskontrolle sein wird - und schon gleich gar nicht im Regen." Dann gelte eine ganz einfache Rechnung: "Im Regen muss man auf der Strecke bleiben, denn es werden nicht viele Fahrer ins Ziel kommen."

Bei der Strategie werde man nicht viel riskieren. "Die Pole ist hier wichtig, aber es hat sich gezeigt, dass es unter normalen Umständen umso besser ist, je länger man draußen bleiben kann." Angesichts der überlegenen Vorstellung im letzten Jahr sieht Alonso sein Ex-Team als ersten Sieganwärter an. "McLaren ist klarer Favorit, aber hier kann viel passieren. Man gewinnt nur, wenn man auch ins Ziel kommt." Auch wenn Renault zunächst nicht ganz vorne mitmischen kann, könnte es am Ende also zu einem guten Ergebnis reichen.