Es sah alles gut aus für Renault; der Start war perfekt gelaufen, Fernando Alonso vorne, Giancarlo Fisichella blockte dahinter den Rest des Feldes ab. Doch dann begann ein Auf und Ab, dass man auch als das Ziehharmonikarennen von Renault bezeichnen könnte. Fisichella, der zuerst Alonso nicht nachkam, war auf einmal schnell und Fernando Alonso kroch plötzlich dahin wie eine Schnecke. Später war es dann wieder umgekehrt. Der lachende Dritte des ganzen war bekannterweise Michael Schumacher, der als Sieger über die Ziellinie huschte.

"Das war ein sehr schweres Rennen für das Team, weil wir heute eine sehr gute Chance vertan haben", meinte dann auch Fernando Alonso. Der Grund für seinen Leistungsabfall war ein schlechter Reifenwechsel. "Wir haben uns entschieden, die Vorderreifen zu tauschen und das war falsch - das haben wir an Michael und Fisi gesehen, die ihre vier Reifen drauf behalten haben und viel schneller waren." Deswegen wurde dann, so bald es vernünftig war, auf Trockenreifen gewechselt, in der Hoffnung Alonso würde noch zu Schumacher aufschließen. Doch ein Problem beim Boxenstopp, weil die Mutter aus der Wheelgun gefallen war, kostete zusätzlich Zeit. "Am Ende waren einfach nicht genügend Runden übrig. Also war es ein schlechter Tag, aber es ist ein fantastischer Kampf um den Titel und ich fahre sehr zuversichtlich nach Japan", sagte der Spanier.

Auch Fisichella blickt zuversichtlich auf das nächste Wochenende: "Nachdem wir gesehen haben, wie das Auto heute gelaufen ist, wissen wir, dass wir die Leistung haben, um beide Titel zu gewinnen. Sein Ziehharmonikarennen kam deswegen zustande, weil er zunächst viel Benzin an Bord hatte, dann seine Reifen behielt, am Ende aber den Motor für Japan schonen wollte. Dort sollten aber nicht die gleichen Fehler passieren wie diesmal. Denn selbst Pat Symonds sprach offen davon, dass der Sieg eigentlich in den Händen von Renault lag: "Heute gibt es keine Entschuldigungen. Das ist ein Rennen, das wir gewinnen hätten sollen, weil Renault und die Michelin in allen Bedingungen dominant waren. Die Tatsache, dass wir es nicht geschafft haben, ist für das ganze Team sehr frustrierend."