Was kann man über Hockenheim sagen?

Pascal Vasselon: Das ist unser zweites Heimrennen und wird ganz sicher etwas Besonderes für uns. Es sind viele Leute von TMG in Köln hier und es ist immer schön wenn man ihnen was bieten kann, worüber sie sich freuen.

Die alte Vollgasstrecke Hockenheim war anders. Wie ist die Strecke jetzt?

Pascal Vasselon: Was die Strecke betrifft ist das eine der schwierigeren im Kalender. Nicht so schwierig wie Barcelona oder Silverstone, aber in vielen Punkten eine Herausforderung. Die Bremsen werden bei weitem nicht so beansprucht wie in Montreal, sie werden aber heiß und nutzen sich auch ab. Bei den Reifen kann man hinten Probleme bekommen. Das ist eine Herausforderung sowohl bei der Konstruktion als auch bei der Mischung. Das kommt durch die lange Gerade, die im Prinzip eine langgezogene Kurve ist. Die Fliehkräfte sind zwar nicht sehr hoch, durch die Krümmung ist sind aber die Belastung und der Druck höher.

Wird dadurch die Leistung am meisten beeinträchtigt?

Pascal Vasselon: Wir überwachen die Haltbarkeit der Konstruktion, aber wird sind zuversichtlich, dass alles unter Kontrolle sein wird. Alles in allem ist Hockenheim aber ziemlich reifenmordend und einer de Gründe dafür war in den letzten Jahren die Streckentemperatur. Es war immer sehr heiß, so etwas 50 Grad. Wie auch in Budapest. Hockenheim, Budapest und Sepang in Malaysia sind mit die heißesten Rennen des Jahres. In Magny-Cours hält der schwarze Asphalt die Hitze zwar mehr, aber bei den anderen drei ist es mehr die Lage und der Zeitpunkt des Rennens.

Was halten Sie von Hockenheim als Rennstrecke?

Pascal Vasselon: Sie hat nicht mehr das einzigartige Layout wie früher. Als es mit Vollgas durch den Wald ging hatte man keine Wahl und musste mit sehr wenig Abtrieb fahren und musste sich dann durch den engen Teil im Motodrom schlängeln. In dieser Hinsicht war es etwas wie Indianapolis. Jetzt ist es ein durchschnittliches Layout ohne Besonderheit, aber die Sicherheit ist zweifellos besser, auch wenn die Strecke etwas von ihrer Persönlichkeit verloren hat.

Gibt es Überholmöglichkeiten?

Pascal Vasselon: Ja, man kann bei der Haarnadelkurve überholen. Das ist auch machbarer als in Magny-Cours, zum Beispiel weil man eine Haarnadelkurve und eine lange Gerade hat und die Kurve vor der Gerade langsam ist. Das sind die Bestandteile, die man braucht.

Was steckt hauptsächlich hinter den Forstschritten, die Toyota macht?

Pascal Vasselon: Als wir in Monaco zum ersten Mal den 106B im Einsatz hatten, waren das hauptsächlich mechanische Verbesserungen, das Ziel war aber, auch die Aerodynamik zu verbessern und wir hatten seitdem bei jedem Rennen neue Teile. Das ist ein laufender Prozess und alles zusammen führt zu der Steigerung. Einige sind gut sichtbar und andere versteckter - Dinge, die man leciht kopieren, aber nicht leicht entdecken kann, also redet man am besten nicht darüber.

Haben sie auch mechanische Veränderungen vorgenommen?

Pascal Vasselon: Wir hatten in Magny-Cours eine verbesserte Vorder- und Hinterradaufhängung und Ralf hatte die letzte Ausbaustufe des Motors während Jarno das zweite Rennen mit dem Motor aus Indianapolis fuhr. Er wird in Hockenheim den neuen Motor haben. Wir haben auch hart an unseren Starts gearbeitet und haben für Hockenheim eine weitere Aerodynamik-Verbesserung geplant.

Sind Sie mit den Fortschritten zufrieden?

Pascal Vasselon: Die meisten führenden Teams haben bei jedem Rennen Verbesserungen und die Frage ist: Funktionieren sie? Das hängt von der Effizienz des Windkanals und der Übereinstimmung von Windkanal und Strecke ab. Manchmal findet man im Windkanal einige Punkte beim Abtrieb, die man dann auf der Strecke nicht sieht, aber wir sehen im Moment eine gute Umsetzung vom Windkanal auf die Strecke.

Kommen Sie mit den Bridgestone-Reifen jetzt besser zurecht?

Pascal Vasselon: Wir konnten das Problem, das wir hatten, sofort nach Bahrain lösen, auch wenn alle weiter darüber geredet haben, weil es ein großes Problem war! In Sepang waren wir sehr konkurrenzfähig, auch wenn sich das nicht gezeigt hat weil Ralf das Problem mit dem Luftdruck hatte und zusätzliche Stopps einlegen musste. Er ist aber immer noch Achter geworden und seine Pace war ähnlich die seines Bruders und Ferrari. Ab Melbourne hatten wir unser Problem gelöst, was eine Kombination war aus den neuen Reifen, die Bridgestone brachte - aus einer Reihe, die wir noch entwickeln - was 60 Prozent der Verbesserung ausgemacht hat und den Rest haben wir mit Änderungen am Setup gelöst. Ich würde nicht sagen, das wir immer noch ein Reifenproblem haben.

Haben Sie noch große Schritte in der Entwicklung geplant, oder wird es den Rest der Saison regelmäßige kleine Weiterentwicklungen geben?

Pascal Vasselon: Wir werden kontinuierliche Weiterentwicklungen haben und auch eine größere Verbesserung, vielleicht für die Türkei, aber es ist noch zu früh, das genau zu sagen. Außerdem wird es auch noch Verbesserungen bei der Aufhängung geben.