Markus, Du warst gestern noch in England...
Markus Winkelhock: Genau, da habe ich bei einem Shakedown in Silverstone hauptsächlich Startübungen absolviert. Allerdings sind wir nur auf einem Teilstück der Strecke auf und abgefahren, es war kein richtiger Testtag, sondern ein reiner Funktionstest.
Was bringt Dir das?
Markus Winkelhock: Mir nicht viel, aber das Team wollte einige Dinge ausprobieren - vor allem im Hinblick auf die Starts. Außerdem ist es für mich auch schön gewesen wieder einmal im Auto sitzen, da ich seit Australien ja nicht mehr damit gefahren bin. So habe ich wenigstens wieder ein Gefühl für die ganzen Lenkradfunktionen und das Auto bekommen. Für morgen war es also vielleicht gar nicht so schlecht.
Also fühlst Du Dich trotz der langen Pausen immer gleich auf Anhieb wohl im Auto?
Markus Winkelhock: Für einen Rennfahrer ist es immer gut, wenn er viel fahren kann. Ich kann mich aber immer relativ schnell anpassen und mache mir deswegen keine großen Gedanken.
Du bist seit Australien nicht mehr viel gefahren?
Markus Winkelhock: Ich bin am Nürburgring einmal im Porsche Supercup mitgefahren, aber seitdem nichts mehr.
Fühlst Du Dich etwas unter Druck, weil Adrian bei seinen beiden Einsätzen gut unterwegs war und viel Lob erhalten hat?
Markus Winkelhock: Überhaupt nicht. Ich mache morgen mein Ding und habe mir keine Platzierung zum Ziel gesetzt. Ich muss einen guten Speed an den Tag legen und genauso schnell oder schneller sein als die Stammfahrer. Aber das lässt sich nicht mit Adrian vergleichen - dazu müssten wir am gleichen Tag auf der gleichen Strecke fahren und nicht erst zwei Wochen später auf einem völlig anderen Kurs.

Hast Du beim Shakedown schon eine Verbesserung am Auto feststellen können?
Markus Winkelhock: Das Auto ist schon besser geworden, aber beim Shakedown konnte ich nicht viel davon mitbekommen.
Hilft es Dir, dass Du die Strecke gut kennst?
Markus Winkelhock: Ich denke schon, diesen Vorteil hatte ja auch Adrian, der den Nürburgring und Magny Cours kannte. In Bahrain und Australien bin ich vor meinen Einsätzen nie gefahren. Also ist das hier schon ein Vorteil.
Wann bist Du zum letzten Mal hier gefahren?
Markus Winkelhock: Das ist schon eine Weile her: Im Oktober 2004 in der DTM.
Kommt Dir die Streckencharakteristik entgegen?
Markus Winkelhock: Ja, der Kurs liegt mir ganz gut. Ich war schon in der Formel Renault und Formel 3 immer gut dabei. Ich habe hier auch schon zwei Mal in der Formel 3 gewonnen. In der DTM lag sie mir auch, aber ich war eben mit einem Vorjahresauto unterwegs, da war natürlich nicht viel drin.
Bist Du bei Deinem 3. Einsatz hier schon gelassener und ruhiger als bei Deinem Debüt in Bahrain?
Markus Winkelhock: Absolut. Wenn ich an meinen ersten Test in Jerez im Dezember 2005 zurückdenke, dann wurde ich mit jedem Mal, als ich ins Auto gestiegen bin ruhiger - auch wenn ich jetzt schon lange nicht mehr drin gesessen habe.
Gibt es schon Pläne für weitere Einsätze?
Markus Winkelhock: Pläne nicht, aber Hoffnungen! Ich hoffe, dass ich in dieser Saison noch einmal irgendwo als Freitagsfahrer ran darf.
Würdest Du ein Ziel für morgen definieren? Etwa: Ich will unter die Top10?
Markus Winkelhock: Klar, will ich unter die Top10. Das ist schon mein Ziel. Aber morgen kann das Wetter schon wieder ganz anders sein, es könnte regnen oder was auch immer. Lassen wir uns einfach überraschen.
Würde Dir Regen gefallen?
Markus Winkelhock: Prinzipiell liegt mir Regen ganz gut - aber wie es in einem F1-Auto wäre, weiß ich nicht. Ich bin ja noch nie mit einem solchen Auto im Regen gefahren...

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