"Michael ist Michael", stellt Ferrari-Rennleiter Jean Todt auf der Medienseite der Scuderia Ferrari fest. Selbstverständlich meint er damit jenen 37jährigen Michael, der gestern Sonntag, beim Formel 1-Saisonauftakt in Bahrain, recht augenscheinlich demonstriert hat, dass er noch immer nicht pensionsreif ist, auch wenn das vor dem Beginn der neuen Saison so manch schnelllebiges Medium in den Raum gestellt hat. Michael Schumacher habe in der Wüste von Sakhir eine "für ihn typische Performance" geliefert, erklärt Todt. Sicher - er hatte auch "ein gutes Auto, gute Reifen und ein gutes Paket" zur Verfügung, wie Todt eilig hinzufügt.
Mit seinem zweiten Platz - die Winzigkeit von 1,246 Sekunden hinter dem regierenden Weltmeister Fernando Alonso zurück - meldete sich der siebenfache Weltmeister eindrucksvoll zurück an der Spitze der obersten Motorsportklasse. "Es war wichtig zu sehen, wo wir in dieser Weltmeisterschaft stehen würden und es scheint so, als ob wir zu den konkurrenzfähigen Teams gehören würden", formuliert Jean Todt vorsichtig optimistisch. Der "Napoleon" der Ferrari-Kommandobrücke hält die Zügel seiner Scuderia fest in der Hand: "Bridgestone hat einen guten Job erledigt - aber wir müssen dennoch hart arbeiten, um dorthin zu kommen, wo wir sein wollen. Aber wie ich schon sagte: Dieses Ergebnis ist ermutigend."
Das erfreuliche Ergebnis sei jedoch nur eine "erste Bestätigung", man dürfe diesen Umstand auf gar keinen Fall voraussetzen, warnte Todt. Denn: "Wir könnten schon in der nächsten Woche ein sehr hartes Wochenende erleben. Mit hohen Temperaturen. Und dem zweiten Rennen für die neuen 2,4 Liter V8-Motoren. Wir dürfen daher nicht glauben, dass es nicht ziemlich hart werden könnte - sicherlich wird es für alle ein hartes Rennwochenende sein."
Die Weiterentwicklung wird entscheiden
Ein hartes Rennwochenende respektive einen Einstand mit allen Höhen und Tiefen der Formel 1-Welt erlebte Neuzugang Felipe Massa. "Er fuhr im Qualifying gleich schnell wie Michael und im Rennen verlor er, als er hinter Alonso fuhr. Wir haben ihn rund 50 Sekunden gekostet, als es beim Boxenstopp ein Problem mit den Schlagschraubern gab - aber wenn man jede einzelne seiner danach gefahrenen Rundenzeiten in Betracht zieht, erkennt man, dass er auf einem Level mit den Spitzenpiloten fuhr. Und das ist definitiv sehr ermutigend."
Neben den Erzkonkurrenten Renault und McLaren-Mercedes macht Jean Todt noch zwei weitere potentielle Rivalen aus: "Ich denke, dass Honda sehr stark war und es scheint so, dass auch Williams ziemlich stark ist - wenn man bedenkt, dass Nico Rosberg die Schnellste Rennrunde fuhr und auch Mark Webber starke Rundenzeiten fahren konnte." Todt räumt ein: "Ich habe meine Analyse noch nicht fertig gestellt, sie sind vielleicht nicht auf dem gleichen Level wie wir unterwegs - aber sie sind auf alle Fälle sehr stark."
Wie sich das Kräfteverhältnis in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln wird - das hänge in erster Linie von der Weiterentwicklung der Boliden ab, stellt Jean Todt fest. "Wenn man bedenkt, dass einige Teams beinahe gleich stark sind, dann wird die Entwicklungsarbeit, welche die Techniker abzuliefern im Stande sind, den Unterschied ausmachen. Es begann schon vor wenigen Wochen - wir haben den Windtunnel, die Motorenprüfstände - die Dinge ändern sich ständig."

diese Formel 1 Nachricht