2,75 Liter spendierte die Oberste Motorsportbehörde FIA für jede im dritten Qualifying-Heat absolvierte Runde, diese Menge durfte der für das Rennen zugedachten Tankfüllung hinzugefügt werden. So motiviert die FIA die Top 10-Piloten, in den letzten 20 Minuten der samstäglichen Qualifikation möglichst viele Runden abzuspulen, weil das Auto mit jeder Runde leichter wird. Wenn ein Pilot jedoch zu langsam ist, er also 110 Prozent seiner schnellsten Runde überschreitet, erhält er für diese Runde keinen Sprit nachgefüllt.
Genau das ist Michael Schumacher am Samstag passiert. Der Siebenfachweltmeister geriet seinen Angaben zufolge in den Verkehr - weshalb er nicht 12mal 2,75 Liter für 12 gedrehte Runden, sondern nur 11mal 2,75 Liter nachtanken durfte. Schumacher musste also um eine Runde früher als geplant seinen ersten Boxenstopp antreten.
Schumacher ist überzeugt, dass "uns diese eine Runde letztlich gefehlt hat". Ferrari-Rennleiter Jean Todt gibt seinem Schützling Recht und erklärt auf der Ferrari-Website: "Ich hasse solche Behauptungen, aber Michael hätte definitiv um eine Runde mehr fahren können. Und wenn man bedenkt, dass er nach dem zweiten Stopp auf einem Level mit Alonso unterwegs war, hätten schon die drei Zehntelsekunden, die er vor dem ersten Stopp schneller hätte fahren können genügt - dann wäre er nach dem zweiten Stopp ein paar Wagenlängen voraus gewesen." Tatsächlich hätten ein paar Fahrzeuglängen genügt - Alonso und Schumacher lagen gleichauf, als der Spanier von seinem zweiten Stopp auf die Strecke zurückkehrte. Auf der Kurveninnenseite beanspruchte Alonso in einem harten, aber fairen Kampf die Führung, die er bis zur Zielflagge nicht mehr abgab.
Symonds bestätigt
Interessant ist, dass sogar Pat Symonds von Renault diese Theorie bestätigt. Gegenüber Autosport erklärte der Technikchef: "Man muss kein Genie sein, um da draufzukommen. Ich denke, dass der erste Stopp ziemlich entscheidend war und es hätte wohl einen Unterschied gemacht, wenn Schumacher eine Runde länger hätte fahren können."
Symonds fügte hinzu: "Wenn es so eng zugeht, ist jedes winzige Detail wichtig. Man könnte wahrscheinlich auch sagen, dass es in diesem Rennen auch den einen oder anderen Verkehr gab, der ebenfalls einen Unterschied ausgemacht hat. Die Leute fokussieren ein Element und vergessen, dass es auch noch andere Faktoren gibt. Aber ja - die Benzinfrage war sicherlich signifikant."

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