Cadillac befindet sich zwar bereits mittendrin in seiner ersten Formel-1-Saison, aber zugleich immer noch in der Aufbauphase. Nach wie vor wird Personal auf allen Eben angeworben. Für den technischen Führungsstab gelingt dem Team nun ein anständiger Coup. Drei langjährige F1-Ingenieure mit Erfahrungen auch aus Top-Teams konnten verpflichtet werden.

Nummer eins auf der Liste ist zweifelsohne Craig Skinner. Er verbrachte 20 Jahre beim Formel-1-Team von Red Bull, wo er praktisch von Beginn an ab 2006 im Technikerstab unter Design-Guru Adrian Newey vertreten war. Skinner stieg über die Jahre hinweg bis zum Chefdesigner auf und war an allen WM-Titeln des Teams beteiligt.

Skinner verließ Red Bull Anfang 2026, jetzt geht es zu Cadillac. Sein neuer Posten wird offiziell als Leitender Entwicklungsingenieur tituliert, er soll übergreifend die Richtung im Entwicklungsprozess zwischen Konzept, Aerodynamik, Analyse und Herstellung definieren. Hierbei wird er direkt Cheftechniker Nick Chester untergeordnet.

Weitere Cadillac-Neulinge mit Erfahrung von Mercedes, Ferrari, Aston Martin

Weiters findet Cadillac einen neuen Aerodynamik-Chef. Der Posten wird ab jetzt von Eric Blandin ausgefüllt. Blandin stieg in seinen 11 Jahren in der Formel 1 erst bei Mercedes zum Chefaerodynamiker auf, dann wechselte er als Stellvertretender Cheftechniker zu Aston Martin. Im Zuge der Umstrukturierungen im Team vor der Ankunft von Adrian Newey als Technischer Leiter war Blandin dann unter einer ganzen Gruppe an Technikern gewesen, die bei Aston Martin wieder ausgeschieden waren.

Der dritte Neuankömmling ist Tim Lean. Er hatte seine Karriere bei Airbus in der Luftfahrt-Industrie begonnen, war dann 2001 zu McLaren in die Formel 1 gewechselt. Nach einem sechsjährigen Zwischenstopp bei Red Bull war er von 2017 bis 2022 bei Ferrari Chef für Aerodynamische Innovation. Nach einem kurzen freiberuflichen Intermezzo kehrt er bei Cadillac als Zuständiger für Aerodynamische Modellierung und Simulationen in die Formel 1 zurück und wird Blandin untergeordnet.

"Diese Verpflichtungen stehen für einen wichtigen Schritt in der technischen Evolution des Teams", lässt Teamchef Marcin Budkowski bei der Verkündung wissen. Budkowski war selbst erst von den Teameignern im Sommer verpflichtet worden und hatte den Platz von Graeme Lowdon übernommen, der das Team aufgebaut hatte.

Für Budkowski gilt es jetzt, das Team heraus aus dieser Aufbauphase in eine erste nachhaltige Wachstumsphase zu führen: "Craig, Eric und Tim bringen die Erfahrung von Rennsiegern und Weltmeistern zu Cadillac F1, in Bereichen, die kritisch für unsere langfristige Entwicklung sind."

Nach wie vor rekrutiert Cadillac auch in den unteren Rängen weiter aggressiv Personal und plant mittelfristig mit einem größeren Fokus auf die neue Fabrik des Teams nahe Indianapolis in den USA. Abgesehen davon wird auch die separate Motorenschmiede fleißig ausgebaut, um bis 2029 mit einem eigenen Formel-1-Motor startbereit zu sein.