Mittlerweile ist die Katze aus dem Sack: Die Formel 1 hat den Rennkalender für 2027 veröffentlicht und sorgt nicht nur mit der Rekordanzahl von zehn Sprints, sondern vor allem mit den Austragungsorten für mächtig Gesprächsstoff. Wie Sergio Pérez in der offiziellen FIA-Pressekonferenz am Mittwoch im Rahmen des Baku-Wochenendes verriet, lief die WhatsApp-Gruppe der Formel-1-Fahrer heiß.
Der Grund: 2027 soll erstmals ein Sprint in den engen Häuserschluchten Monacos ausgetragen werden - einem Kurs, auf dem Überholen bekanntlich so gut wie unmöglich ist. "Ich habe es tatsächlich über unsere Gruppe erfahren. Dort gab es einige Kommentare dazu", verriet Perez. Ins Detail wollte der Cadillac-Pilot aber nicht gehen: "Das bleibt in der Gruppe. Ihr könnt es euch vorstellen." Doch selbst fernab der digitalen Welt hielten sich die Piloten mit ihrer Meinung zum Monaco-Sprint keineswegs zurück.
2027 gibt es mehr Sprints, aber kürzere Rennen. Lewis Hamilton versteht den Schritt nicht, Lando Norris sieht ihn als Notlösung und Max Verstappen bleibt pragmatisch. Mehr dazu gibt's hier:
Hülkenberg: Sprint verleiht Monaco Würze
Nico Hülkenberg etwa findet die Idee durchaus reizvoll. "Ich bin ein ziemlich großer Fan der Sprints. Sie sind knackig und sorgen für Würze. Auch in Monaco ist es interessant, direkt zur Sache zu kommen, anstatt einfach nur ein weiteres Freies Training zu absolvieren", erklärte der Audi-Pilot. Auch Pérez glaubt, dass das Monaco-Wochenende durch das Sprint-Format unberechenbarer wird. Normalerweise arbeiten sich die Piloten in den drei Trainingseinheiten Stück für Stück an die Leitplanken heran, bevor es im Qualifying endgültig ans Limit geht.
Genau dieser gewohnte Rhythmus wird durch den Sprint durchbrochen: Es gibt nur noch ein Freies Training, dafür zwei Qualifyings und zwei Rennen. "Am Anfang hat das für mich keinen Sinn ergeben", verriet Oscar Piastri. Mittlerweile findet er den Ansatz, zwei Qualifyings zu bestreiten, aber spannend. "Zwei Qualifyings zu haben, macht das Ganze schon sehr interessant." Mit dieser Meinung steht er im Paddock nicht allein da. Auch George Russell freut sich auf den zusätzlichen Adrenalinschub.
F1-Sprint in Monaco: Reine Geldmacherei oder wirklich mehr Action? Vici und Edda haben in diesem Talk darüber diskutiert. Jetzt Video anschauen!
F1-Piloten: Zwei Qualifyings? Unbedingt! Zwei Rennen? Nein, danke!
"So viel Spaß es auch macht, ein Formel-1-Auto über die Strecke zu fahren - der eigentliche Reiz kommt vom Wettbewerb und von diesem Adrenalinschub, den man in einem Qualifying bekommt. Das Sprint-Qualifying ist deutlich aufregender als das zweite Freie Training. Insgesamt ergibt es für mich also Sinn", meinte der Mercedes-Pilot.
So sehr die Piloten sich über ein zweites Qualifying in Monaco freuen, so sehr könnten sie auf das zusätzliche Sprintrennen verzichten. "Wir könnten die Autos am Samstag abstellen und das Rennen am Sonntag gar nicht mehr fahren – das Ergebnis wäre dasselbe. Deshalb ist es vielleicht nicht ideal, zwei Rennen in Monaco zu haben", erklärte Carlos Sainz.
Max Verstappen, bekanntlich kein Verfechter des Sprintformats, kommentierte die Entscheidung gewohnt trocken: "Ich werde daran teilnehmen." Obwohl er mit 13 Sprint-Siegen der erfolgreichste Pilot in diesem Format ist, stellte er klar, dass für ihn nach wie vor nur der Sieg im Grand Prix zählt. "Darauf liegt mein Hauptfokus", betonte Verstappen in Baku. "Was den Sprint in Monaco betrifft: Ja, da ist es im Grunde dasselbe Szenario wie im Hauptrennen. Man freut sich auf den Start – und danach kann man nicht überholen. So einfach ist das."
Die Formel 1 bleibt in Österreich bis 2029 im frei empfangbaren TV. ServusTV und der ORF einigen sich auf einen neuen TV-Vertrag. Alle Details gibt's hier:
Sprint in Monaco? Lindblad hat eine Idee
Lewis Hamilton betont aus diesem Grund schon länger, dass der Klassiker im Fürstentum ein maßgeschneidertes Konzept braucht. "Wir haben die Sprint-Rennen eingeführt, und ich finde, dass sie dem Sport wirklich etwas Neues gebracht haben. Aber für einen Ort wie Monaco müssen wir uns meiner Meinung nach noch etwas anderes einfallen lassen. Dort sollte nicht einfach dasselbe Rennformat gelten wie überall sonst", so Hamilton. F1-Rookie Arvid Lindblad schlägt zwei unterschiedliche Varianten des Formats vor.
"Auf Straßenkursen wie Monaco könnte man Punkte direkt für das Sprint-Qualifying vergeben. Dann hätte man dort einen echten Anreiz, ans absolute Limit zu gehen. Ich glaube, das wäre das unterhaltsamere Format." Auf Strecken mit Überholmöglichkeiten würde er beim klassischen Sprint bleiben, jedoch mit einer verbindlichen Vorgabe: der Pflichtnutzung des weichen Reifens. "Dadurch werden Boxenstopps erzwungen und man muss die Strategie anpassen. Versucht man, die Reifen zu schonen und durchzufahren? Oder gibt man Vollgas und legt einen Stopp ein?", erläuterte Lindblad seine Idee.
Boxenstopp-Pflicht und Monaco? Da war doch was! Formel-1-Redakteur Markus Steinrisser ging mit dem GP 2025 hart ins Gericht. Mehr dazu in seinem Kommentar:



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