Nach zwei Top-10-Platzierungen in Silverstone und Spa-Francorchamps peilt Audi auf dem Hungaroring erst recht den "Best of the Rest"-Platz hinter den vier Spitzenteams an - und eventuell lässt sich das eine oder andere Top-Team der Formel 1 sogar ärgern. "Sie haben immer noch einen großen Vorsprung auf uns und das Mittelfeld, aber mal schauen", meint Gabriel Bortoleto in seiner Medienrunde am Donnerstag.

Trotz zweier aufeinanderfolgender achter Plätze bleibt der Brasilianer bescheiden: "Zuerst müssen wir uns darauf konzentrieren, das Auto in ein gutes Fenster und auf ein gutes Setup zu bekommen. Wenn alles passt, schaffen wir es vielleicht, näher dran zu sein. Aber es ist schwer zu sagen, ob wir mit ihnen mithalten können." In Spa-Francorchamps konnte der R26 durchaus in punkto Pace überzeugen, auch wenn man im direkten Duell auf den Geraden das Nachsehen behielt.

Hungaroring: Auf dem Papier eine Audi-Strecke

"Um ehrlich zu sein, hatten wir von der reinen Pace her keinen großen Vorteil gegenüber Arvid [Lindblad] - wenn überhaupt, war er im Rennen sogar einen Tick schneller als ich“, verriet Bortoleto. Im kurvenreichen zweiten Sektor konnte er der Konkurrenz zwar folgen, doch auf den Geraden zogen sie auf und davon. Erst in freier Fahrt konnte er zeigen, was tatsächlich im R26 steckt. "Arvid hatte um die 25 Runden Zeit, mich einzuholen, aber er hat - wie ich glaube - gerade einmal zwei Sekunden aufgeholt. Dabei hatten wir noch blaue Flaggen, Überrundungen und all das. Das war also wirklich ganz ordentlich", analysierte der Audi-Pilot.

Auf dem Hungaroring, dessen Layout mit seinen vielen langsamen und mittelschnellen Kurven einer überdimensionierten Kartbahn ändert, sollte die Stärke des Audi-Chassis deutlich mehr zum Tragen kommen. Auch das Motor-Update, das wie Motorsport-Magazin.com berichtet hat, einen kleineren Turbolader beinhaltete, könnte in Ungarn ein wichtiger Trumpf sein. Denn gerade auf Strecken wie in Ungarn, wo es sehr niedrige Geschwindigkeiten und viele Richtungswechsel gibt, ist ein Motor mit guter Fahrbarkeit entscheidend.

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Hülkenberg: Ende der Nuller-Serie?

"Das sollte uns hier definitiv helfen, weil man hier ständig in den niedrigen Gängen unterwegs ist, auf den Kerbs hochschalten muss und solche Dinge", erklärte Bortoleto. All diese Faktoren schüren auch bei Nico Hülkenberg Hoffnung auf die ersten WM-Punkte 2026. "Auf dem Papier sieht es nicht so schlecht für uns aus. Aber man weiß es nie so genau, bevor man nicht da draußen ist und auf der Strecke fährt", meinte der Deutsche, der 2016 - also vor zehn Jahren - Punkte auf dem Hungaroring holte.

Bortoleto gelang beim Ungarn-GP 2025 hingegen sein bis dahin bestes Karriereergebnis: Als Siebter gestartet, wandelte er die starke Ausgangslage in sein erstes Top-6-Resultat um. Während in Belgien fast die Hälfte des Feldes über das Energiemanagement klagte, spielt das "Unwort des Jahres" an diesem Wochenende so gut wie keine Rolle. "Ein wenig musst du schon darauf achten, aber gewiss nicht so extrem wie in Belgien oder in Silverstone. Wir sollten auf jeden Fall mehr elektrische Energie zum Angreifen und Verteidigen haben", freut sich Hülkenberg.

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