Nach den ersten Versuchen der Fahrer in Q3 war das Staunen groß. Auf einmal tauchte Lando Norris ganz vorne im Zeitentableau des Formel-1-Qualifyings in Belgien auf. Um 39 Tausendstel schlug er den bis dahin so dominanten Kimi Antonelli. "Das war ehrlich gesagt eine der besten Runden, die ich je im Qualifying gefahren bin", sagt Norris.
Doch das Staunen hielt nur bis zu den letzten Versuchen der Piloten. Denn Kimi Antonelli übernahm in gewohntem Stil mit über drei Zehnteln wieder die Führung. Nur konnte Lando Norris nicht nachlegen. Denn der Brite machte – wie schon am Vormittag Lewis Hamilton – einen Fehler am Kurvenausgang von Kurve 13 und kam auf den Kies. "Ich habe kein Delta auf meinem Lenkrad gehabt, daher weiß ich nicht, ob ich vorne lag oder nicht", so Norris.
Hätte Lando Norris eine Chance auf die Pole gehabt?
Zum Glück für Norris verlor er seinen McLaren nicht wie Lewis Hamilton das in FP3 und Pierre Gasly es in FP2 taten. Nur jede Pole-Chance war damit dahin. Norris landete - wie schon in den Trainings - in den Top 3. Allerdings: Riesig war die Pole-Chance ohnehin nicht. Bis zu seinem Ausritt in Kurve 13 fuhr Norris grüne und gelbe Mini-Sektoren. Lila, also einer absoluten Bestzeit, entsprach keiner.
"Ehrlich gesagt dachte ich nicht, dass ich besser war als in meiner ersten Runde", sagt auch Norris selbst. Kleinere Verbesserungen wären wohl möglich gewesen. Doch Max Verstappen wäre wohl das Maximum gewesen. Die über vier Zehntel zu Kimi Antonelli waren für Norris wohl zu viel. "Ich wusste, wenn Kimi schneller war, dann war er nicht nur um eine halbe Zehntel schneller."
Norris startet trotz magischer erster Q3-Runde nur von P13
Unzufrieden ist Norris mit seinem Ergebnis aber keineswegs. "Ehrlich gesagt bin ich einfach ziemlich froh, hier [unter den Top-3, Anm. d. Red.] zu sein. Meine Runde in Q3 war ehrlich gesagt eine der besten, die ich je im Qualifying gefahren bin. Ich war ziemlich überrascht, an der Spitze zu stehen."
Nur bringt Norris diese Runde für das Rennen nur wenig. Denn wegen der vierten Elektronik-Steuereinheit, die McLaren verbaute, muss Norris zehn Plätze zurück und startet den Belgien-GP somit von Platz 13. Erlaubt sind pro Saison maximal drei Steuereinheiten. "Es ist schade wegen der Strafe, ich werde morgen früh hier nicht annähernd vorne dabei sein", so Norris.
Auf das neue Update rund um einen neuen Heckflügel will Norris die Performance aber nicht zurückführen. "Der macht wahrscheinlich nicht einmal ein Zehntel aus. Es ist einfach so, dass das Auto auf manchen Strecken besser läuft."
Große Ziele hat Norris daher für das Rennen auf der Ardennen-Achterbahn nicht. "Ich werde einfach mein Bestes geben, um wieder nach vorne zu kommen. Ich glaube, ich bin deutlich schneller als einige andere Autos", so Norris.
"Es geht eher darum, wie weit wir aus Sicht von Red Bull, Mercedes und Ferrari in die Top 6 bis 8 zurückkommen. Das ist das Ziel für morgen."
Oscar Piastri deutlich hinter Norris: "Es fehlt einfach die Pace"
Oscar Piastri fuhr ein unauffälligeres Qualifying. Der Australier qualifizierte sich auf Platz sieben, rutscht durch die Strafe von Norris aber auf Startplatz sechs vor. Doch auch mit seiner zweiten Runde blieb Piastri noch immer zwei Zehntel hinter Norris' erster Runde.
"Die Balance im Auto hat nicht gepasst. Und es war einfach die Pace. Es war das ganze Wochenende nicht einfach", resümiert Piastri. "Es war schwierig, die Pace aus dem Auto rauszuholen."
Im Dunkeln tappt Piastri bezüglich der Rennpace seines Autos. "Das ist schwierig. Lando und ich haben nicht so viele Longruns in FP2 gemacht. Wir sollten das dritt- oder viertschnellste Auto sein."
Nicht nur McLaren brachte in Belgien Updates. Red Bull musste beim Heckflügel sogar für dieses Wochenende zurückbauen. Wir reden darüber im folgenden Video. Jetzt anschauen!



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