Die Top-3 des Freitags sind auch die Top-3 der Qualifying-Generalprobe zum Belgien GP 2026 in Spa. Erneut holte sich Mercedes-Pilot Kimi Antonelli die Bestzeit, mit 1:45,990 Minuten war der WM-Leader der Formel 1 nur wenige Tausendstel langsamer als am Vortag. Dahinter sortierten sich Lando Norris im McLaren und Max Verstappen im Red Bull ein. Für Ferrari läuft es weiter durchwachsen: Lewis Hamilton verlor in den letzten Sekunden des Training die Kontrolle über seinen Boliden und verunfallte (mehr dazu im Abschnitt Zwischenfälle).
Das Ergebnis: Alle Piloten trainierten auf den weichen C4-Reifen für die Qualifikation. Antonelli war darauf anderthalb Zehntelsekunden schneller als Norris und Verstappen. Allerdings hätte der Mercedes-Pilot durchaus noch schneller gekonnt. Seine Bestzeit fuhr Andrea Kimi Antonelli früh in der Session auf dem ersten Satz Soft. Auf dem zweiten Satz verhinderten zwei Fehler eine Verbesserung der Zeit.
Auf Rang vier landete George Russell. Wieder haderte der Brite mit seiner Performance auf den Geraden, im Vergleich zum Vortag konnte er den Rückstand auf seinen Teamkollegen aber halbieren. Knapp vier Zehntelsekunden fehlten ihm aber noch immer auf Antonelli.
Erst dahinter sortierte sich das Ferrari-Duo Lewis Hamilton und Charles Leclerc ein. Während Hamilton vier Zehntel zurücklag, waren es bei Leclerc fast acht Zehntelsekunden. Erneut schwer tat sich auch Oscar Piastri auf Rang sieben. Überraschend stark zeigten sich die beiden Audi: Nico Hülkenberg wurde nach einem durchwachsenem Freitag starker Achter vor seinem Teamkollegen Gabriel Bortoleto. Isack Hadjar komplettierte die Top-10.
Die Zwischenfälle: Für eine ungewöhnliche Gelb-Phase sorgte Isack Hadjar. Beim Verlassen der Boxengasse ging der Motor im Heck seines Red Bull aus und ließ ihn in der Ausfahrt wenige Meter hinter der Linie stranden. "Keine Leisung, oh mein Gott. Der Motor ist ausgegangen", funkte er. Glück im Unglück: Die Marshals schoben ihn zurück in die Boxengasse, wo die Red-Bull-Mechaniker übernahmen. Nach ein paar Minuten Standzeit in der Box konnte Hadjar wieder auf die Strecke gehen.
Ganz bitter lief es für Lewis Hamilton. Er verunfallte in den letzten Sekunden des Trainings auf seiner zweiten Qualifying-Simulation auf dem zweiten Reifensatz. Sein Unfall war fast eine 1:1-Kopie von Pierre Gaslys Unfall im 2. Freien Training: Hamilton verlor am Ausgang von Fagnes das Heck, rutschte ins Kiesbett und erwischte die Tasche in der Streckenbegrenzung mit dem rechten Hinterrad.
Wie bei Gasly knickte das rechte Hinterrad ab und der Heckflügel wurde zerstört. Auch Hamilton versuchte, seinen Boliden noch an die Box zu schleppen, musste den Ferrari aber wenige Meter nach dem Unfall abstellen. Die Ferrari-Mechaniker haben nun eine stressige Mittagspause, um das Auto rechtzeitig zur Qualifikation wieder fahrbereit zu machen.
Etwas überraschend beließ es die Rennleitung trotz des Unfalls bei Doppelt Gelb. Fast hätte es deshalb den nächsten Unfall gegeben: Carlos Sainz fuhr fast ins Heck von Max Verstappen. Der Williams-Pilot beschwerte sich über das starke Bremsmanöver des Niederländers. Der sah es naturgemäß anders: "Was zur Hölle? Es ist Doppelt Gelb und das Auto hinter mir fährt mir fast rein!"
Die Technik: Mit Lando Norris, Isack Hadjar und Lance Stroll hatten bereits drei Piloten Strafversetzungen für Sonntag angehäuft. Bei allen drei wurden neue Motorkomponenten eingebaut. Vor dem 3. Freien Training bekam auch Fernando Alonso neue Teile, die eine Strafversetzung nach sich ziehen. An der Startaufstellung dürfte sich dadurch aber nicht viel ändern, schließlich fährt Aston Martin ohnehin gnadenlos hinterher.
Interessantes aus der Welt der Technik gab es auch am Freitag. Christian bringt euch im Video auf den aktuellen Stand:
Das Wetter: Wieder zeigte sich Spa von seiner schönsten Seite, aber etwas kühler als am Trainingsfreitag. Unter dem leicht bewölktem Himmel stieg das Quecksilber auf knapp 20 Grad Celsius, auf dem Asphalt wurden 34 Grad gemessen. Für das Qualifying der Formel 1 heute werden ähnliche Bedingungen erwartet, für das Rennen morgen ebenfalls.



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