Red Bull vor Mercedes, dahinter Ferrari, Audi und Honda: So soll zumindest das aktuelle Power-Ranking der Verbrennungsmotoren in der Formel 1 aussehen. Offiziell wurden die Messergebnisse der FIA allerdings noch immer nicht kommuniziert, da Red Bull eine erneute Überprüfung angefordert hat.

Die Truppe aus Milton Keynes will zwar auf der Rennstrecke überall die Stärkste sein – nur eben nicht bei diesem Ranking, um im Zuge des Entwicklungsprozesses keine Nachteile zu erleiden. Es wird Red Bull wohl kaum trösten, dass ihr Aggregat zumindest in puncto Sound auf Augenhöhe mit Mercedes liegt. "Es gibt da so Nuancen. Der Ford-Motor hört sich ein bisschen anders an als der Mercedes, aber das sind wirklich Sachen, da muss man schon ganz genau hinhören", meint Christian Danner.

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Bei Audi sollte man sich hingegen die Ohren lieber zuhalten. "Der Audi klingt unglaublich rau. Es hört sich an, als würde neben Benzin und Luft auch noch ein bisschen Sand mit eingespritzt", lautet das beinharte Sound-Urteil des F1-Experten. Während Mercedes, Ferrari und Honda auf ihre Erfahrung mit den hocheffizienten Power Units der Vorgänger-Generation bauen konnten und Red Bull Powertrains vom massiven Know-how des US-Giganten Ford profitierte, musste Audi bei der Entwicklung des Formel-1-Motors komplett bei null anfangen.

Darüber hinaus kann das deutsche Werksteam im Gegensatz zu Ferrari oder Mercedes ausschließlich auf die Daten seiner zwei eigenen Werksautos zurückgreifen. Das trifft im aktuellen F1-Feld sonst nur noch auf Honda zu, die exklusiv Aston Martin beliefern. Doch darin liegt bestimmt nicht begründet, warum neben Audi auch der Honda-Motor bei Danners Sound-Check krachend durchfällt. Im AvD Motorsport-Magazin.com beschreibt er den Klang des japanischen Triebwerks schlichtweg als "knatterig".

Motor-Verbesserungen? Nicht ausreichend!

"Ich bin jetzt kein Motoreningenieur, aber ich weiß, wie so ein Motor grundlegend zu funktionieren hat", holt Danner aus. "Aber nachdem das hier zwei Motoren - Verbrenner und Elektrik - sind, die auf das Komplizierteste miteinander gemeinsam den Job erledigen müssen, wissen wir von außen nicht, wo das Geklapper herkommt. Ob das irgendeine Welle ist oder ob das sonst etwas ist." Zu seiner aktiven Zeit in der Königsklasse boten die Triebwerke noch einen unvergleichlich rohen, kreischenden und ohrenbetäubenden Sound.

Entsprechend verwundert es nicht, wenn Danner verrät: "Für meinen Geschmack könnten die Dinger natürlich lauter sein." Dabei sind die Motoren der Generation 2026 im Vergleich zu den Vorjahren hörbar lauter geworden, vor allem in den Kurven. Der technologische Hintergrund: In der Vergangenheit liefen die Motoren beim Anbremsen und in den Kurven mit niedrigen Drehzahlen im sogenannten Schleppbetrieb.

Seit dieser Saison schaltet das Triebwerk beim Bremsen und in den Kurvenpassagen jedoch gezielt in den Volllast-Modus, um zusätzliche Energie zu produzieren, die direkt in die Batterie eingespeist wird. Der Verbrenner übernimmt damit in weiten Teilen der Runde die klassische Aufgabe eines Generators. "Sie klingen dadurch so ganz ein bisschen mehr nach echtem Rennmotor als im vergangenen Jahr", gesteht Danner zögerlich. "Aber es ist eben nicht richtig dramatisch anders."

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