Die Legends Parade im Rahmen des Großen Preis von Österreich hat auf dem Red Bull Ring längst Tradition. In diesem Jahr kehren unter dem vielversprechenden Titel "GP Icons" legendäre Rennboliden aus den Jahren 1975 bis 2010 auf die Formel 1-Rennstrecke in der Steiermark zurück.

Das absolute Highlight der diesjährigen Ausgabe sorgt schon vor dem Start für Gänsehaut: Michael Schumachers Ferrari F2002 kehrt an den Ort eines der wohl größten Skandale zurück - und wird ausgerechnet von Ferraris damaliger Nummer 2, Rubens Barrichello, pilotiert.

Noch heute weiß jedes auch nur einigermaßen F1-affine Kind, wovon die Rede ist, wenn dieser eine, berüchtigte Satz fällt: "Rubens, let Michael pass for the championship." Der Funkspruch des damaligen Ferrari-Teamchefs Jean Todt ist einer der ikonischsten und gleichzeitig umstrittensten der Formel-1-Historie.

Zu hören bekam ihn Barrichello beim Österreich GP 2001, als er Schumacher kurz vor der Ziellinie passieren lassen musste. Doch der richtige, weltweite Eklat folgte genau ein Jahr später: Wieder Spielberg, wieder eine teaminterne Ferrari-Stallorder - und wieder stieg Barrichello kurz vor der Linie vom Gas, um Schumacher im F2002 den Sieg zu schenken.

Michael Schumacher und Rubens Barrichello auf dem Podium in Österreich
Peinlich berührt: Michael Schumacher und Rubens Barrichello auf dem Podium, Foto: IMAGO / Crash Media Group
Schumacher und Barrichello am Podium
Schumacher schob Barrichello auf das Siegerpodest, Foto: IMAGO / Sven Simon
Michael Schumacher und Rubens Barrichello in der FIa PK
In der Pressekonferenz mussten sie viele unangenehme Fragen beantworten, Foto: IMAGO / Andreas Beil

Millionen-Strafe und gellende Pfeifkonzerte

Die Konsequenzen hatten es damals in sich: Von der Auslaufrunde bis zur Podiumszeremonie wurden die Ferrari-Piloten mit einem gellenden Pfeifkonzert, ohrenbetäubenden Buhrufen und nach unten gerichteten Daumen von den Zuschauerrängen begleitet. Um die Wogen der wütenden Fans zu glätten, reichte Michael Schumacher den Siegerpokal auf dem Podium an Barrichello weiter und bugsierte ihn demonstrativ auf das oberste Treppchen.

Diese Geste verfehlte den gewünschten Effekt jedoch komplett und brockte der Scuderia nur noch mehr Ärger ein: Wegen des Verstoßes gegen das offizielle Podiumsprotokoll brummte die FIA Ferrari eine saftige Strafe in Höhe von einer Million US-Dollar auf. Welche Gedanken Barrichello wohl durch den Kopf gehen werden, wenn er am kommenden Rennwochenende ausgerechnet in jenem geschichtsträchtigen Wagen Platz nimmt, mit dem er vor 24 Jahren auf genau dieser Rennstrecke den Sieg herschenken musste.

Red Bull Legends Parade 2026: Das Line-up im Überblick:

  • Ferrari 312T (1975): Mathias Lauda (AUT)
  • Lotus 77 (1976): Jan Lammers (NED)
  • Tyrrell P34 (1976): Pier Luigi Martini (ITA)
  • Tyrrell P34B (1977): Paolo Barilla (ITA)
  • Brabham BT46B (1978): Jean Alesi (FRA)
  • Lotus 88 (1981): Karl Wendlinger (AUT)
  • Brabham BT52 (1983): Christian Danner (GER)
  • Brabham BT52B (1983): Mark Webber (AUS)
  • Ferrari F2002 (2002): Rubens Barrichello (BRA)
  • Red Bull Racing RB6 (2010): David Coulthard (GBR

Die "GP Icons" sind am Samstag, den 27. Juni, und Sonntag, den 28. Juni, auf der Strecke zu bewundern.

Österreich GP 2026: Motorsport-Magazin.com ist für euch vor Ort!

Fast schon so traditionell wie die Legends Parade selbst ist auch unser alljährlicher MSM-Fantreff am Spielberg. Nach dem riesigen Erfolg im Vorjahr freuen wir uns schon riesig darauf, viele von euch am Sonntag, den 28. Juni um 11:20 Uhr rechts neben dem Café am Welcome Center persönlich zu treffen! Kommt vorbei, schnappt euch Christian, Florian, Markus und Stephan für exklusive Fotos, stellt eure Fragen zur aktuellen Formel-1-Saison und haltet mit uns ein ausgiebiges PS-Pläuschchen.

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