Mit seinem Auftritt beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring hat Max Verstappen die Spekulationen über seine Formel-1-Zukunft weiter angeheizt. In der Eifel - weit weg von Themen wie Energiemanagement oder "Lift and Coast" - zeigte sich der vierfache Champion so euphorisch wie lange nicht mehr. Doch gerade deshalb sieht Ex-Formel-1-Pilot David Coulthard Verstappen langfristig bei Red Bull Racing, auch wenn der Rennstall sportlich derzeit hinter Mercedes hinterherhinkt.
"Max wird nirgendwo hingehen, denn es gibt kein anderes F1-Team, das ihm erlauben würde, einfach Max zu sein. McLaren könnte das nicht. Ferrari könnte das nicht. Mercedes könnte das nicht, trotz der Tatsache, dass er [beim 24h-Rennen] einen Mercedes gefahren ist - einfach wegen der Investitionen, die in die einzelnen Fahrer fließen", erklärte der Vizeweltmeister von 2001 im Up To Speed-Podcast. David Coulthard war zwischen 2005 und 2008 selbst Teil der Red-Bull-Familie und weiß aus eigener Erfahrung, dass Firmengründer Dietrich Mateschitz immer wollte, dass sich seine Fahrer frei ausleben können.
"Ich erinnere mich noch genau daran, als ich ihn vor der Vertragsunterschrift zum ersten Mal traf. Ich fragte ihn: ‚Was erwarten Sie von mir?‘ Und er sagte: ‚Seien Sie Sie selbst.‘ Max ist er selbst. Deshalb bleibt Max nach jetzigem Stand für den Rest seiner F1-Karriere bei Red Bull", ist Coulthard überzeugt. Gleichzeitig zieht der Schotte den Hut vor Verstappen, dass er sich mitten in der F1-Saison der Herausforderung "Grüne Hölle" gestellt hat.
Coulthard zieht Hut vor Verstappen
"Das ist eine furchteinflößende Rennstrecke. Ich kenne sie selbst. Das Maß an Hingabe, das man auf diesem Niveau braucht, um konkurrenzfähig zu sein und vorne mitzufahren, ist enorm", betonte Coulthard. Wenn Verstappen nur etwas Spaß am Wochenende hätte haben wollen, hätte er jede beliebige FIA-homologierte Strecke wählen können. "Aber dorthin zu gehen - das ist Oldschool-Commitment. Genau das hebt ihn von den anderen ab." Lediglich eine defekte Antriebswelle stoppte Verstappens Traum vom großen Triumph beim Langstreckenklassiker.
Wie er den Mercedes-AMG GT3 bis zum Ausfall pilotierte, beeindruckte selbst erfahrene GT3-Spezialisten. "Er hat klar gezeigt, wie schnell und beeindruckend er in einem GT3-Auto auf der Nordschleife ist. Ich wäre auf jeden Fall sehr froh, ihn hier wieder zu sehen", lobte Maro Engel. Von seinen GT3-Kollegen bekam Verstappen sogar den Spitznamen "Maxipedia" verpasst, weil er nicht nur jede Strecke in- und auswendig kennt, sondern auch unzählige technische Details über Fahrzeuge verschiedenster Rennserien parat hat.
Neues Zeitalter unter Liberty Media?
In der Vergangenheit waren Gaststarts von F1-Piloten in anderen Rennserien selten – mittlerweile weicht das strikte Denken auf. Zuletzt pilotierte Lance Stroll in der April-Zwangspause 2026 einen Aston Martin Vantage GT3 in der GT World Challenge Europe. Laut Coulthard war das nicht immer so: "Historisch gesehen gab es in der Formel 1 immer ein gewisses Konkurrenzdenken. Man hat den Monaco-GP beispielsweise absichtlich am selben Wochenende wie die Indy 500 veranstaltet, um den Indy 500 Zuschauer wegzunehmen."
Unter dem aktuellen F1-Rechteinhaber Liberty Media habe sich das Klima jedoch gewandelt. "Mit Liberty Media gibt es mittlerweile eher die Haltung: Es ist Platz für alle. Denn das Beste bleibt trotzdem das Beste. Und die Formel 1 gilt nach wie vor als die Königsklasse des Motorsports", so Coulthard. Lange verschnaufen kann Verstappen nach seinem Eifel-Ausflug nicht: Bereits an diesem Wochenende steht in Kanada das dritte Sprint-Wochenende der F1-Saison 2026 auf dem Programm.



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