Für Mercedes hätte die neue Formel-1-Saison in Australien nicht besser starten können: Zuerst das Front-Row-Lockout im Qualifying am Samstag, dann der Doppelsieg von George Russell und Kimi Antonelli im Grand Prix am Sonntag und obendrauf die Führung in der Fahrer- und Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. Für das Team aus Brackley war es ein nahezu perfekter Saisonauftakt - wäre da nicht der Start ins Rennen gewesen.

Mercedes kämpft mit Batterieproblemen am Start

Kimi Antonelli büßte zu Beginn des Rennens gleich fünf Plätze ein. "Es war sehr stressig, weil ich keine Leistung hatte. Das Auto hat einfach auf nichts reagiert, weshalb der Start auch so extrem schlecht war", erklärt er seinen Positionsverlust.

Durch das neue Motorenreglement sind die F1-Piloten am Start vollständig auf den Verbrennungsmotor angewiesen. Wer den Turbo nicht optimal vorbereitet, kommt nur langsam von der Linie - genau das war bei Mercedes heute der Fall. "Die Batterieladung war bei beiden Autos nicht optimal", bestätigte Teamchef Toto Wolff nach dem Rennen. Chefingenieur Andrew Shovlin beschrieb das Problem so: "Wir haben die begrenzte Energie auf der Einführungsrunde nicht gut genug gemanagt, sodass beide Fahrer mit einem niedrigen Batteriestand starteten." Vor allem Antonelli sei dadurch zu einer leichten Beute für die Verfolger geworden.

Auch George Russell hatte mit diesen Batterieproblemen zu kämpfen, musste sich am Start aber immerhin nur Ferrari-Pilot Charles Leclerc geschlagen geben. "Wir wussten, dass sie [Ferrari, Anm. d. Red.] beim Start stark sind und genau so kam es auch", fasste Toto Wolff die Geschehnisse zu Beginn des Rennens zusammen. "Es war von Anfang an ein erbitterter Kampf zwischen Charles und George. Kimi hatte etwas Pech."

VSC im richtigen Moment - Ferrari verpasst Chance

Nach einem ständigen Führungswechsel zwischen Russell und Leclerc kam dem Mercedes-Piloten aber letztlich in Runde 11 ein virtuelles Safety-Car zu Hilfe. Sein Team entschied im Gegensatz zu Ferrari, beide Piloten an die Box zu holen und frische Reifen aufzuziehen. Von da lag der Vorteil klar bei den Silberpfeilen. Denn Ferrari konnte die Pace danach nicht mehr mitgehen. Lewis Hamilton rutschte endgültig vom Podium, Leclerc holte immerhin noch den dritten Platz.

"Ich wusste, dass wir die Pace hatten", so Russell, der nach dem Wechsel auf die harten Reifen nicht mehr zu halten war. Auch sein Teamkollege konnte die starke Pace des W17 zu seinen Gunsten nutzen und die Konkurrenz überholen. "Im ersten Stint habe ich mich sehr gut gefühlt", erzählt Antonelli. "Ich hatte zwischenzeitlich etwas mit Graining zu kämpfen, aber am Ende ist die Pace zurückgekommen und wir konnten den Doppelsieg einfahren."

Die Hoffnung auf den Weltmeistertitel lebt!

Nachdem Leclerc und Hamilton unter regulären Bedingungen an der Box waren, betrieben Russell und Antonelli an der Spitze nur noch Reifenmanagement und kontrollierten das Rennen souverän bis ins Ziel. "Es war ein sauberes Wochenende und ich denke, wir haben ein gutes Rennen abgeliefert", zeigt sich WM-Leader Russell zufrieden.

Auch Teamchef Toto Wolff strahlte nach dem Doppelsieg zum Saisonauftakt über beide Ohren. "So einen soliden Sieg, nach dem man spürt, dass man wieder um die Weltmeisterschaft mitkämpfen kann, hatten wir schon lange nicht mehr", freut sich der Österreicher. "Deshalb bin ich einfach glücklich für das ganze Team. Wir verlassen Melbourne heute sehr zufrieden. Mercedes ist zurück."

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