Die Formel 1 startet diesen Monat in Übersee mit Rennen in Australien, China und Japan in die Saison 2026. Währenddessen erreicht der Nahost-Konflikt in diesen Tagen auch die Welt des Motorsports. Die WEC reagierte als erstes und sagte jüngst den Auftakt in Katar ab. In rund einem Monat stehen auch im F1-Kalender Gaststpiele in der Region an. Wenn es nach Toto Wolff geht, sollen die Events in Bahrain und Saudi-Arabien planmäßig über die Bühne gehen. Die Formel 1 muss aktiv werden.
"Zunächst einmal rückt die Formel 1 gewissermaßen in den Hintergrund. Das Thema ist in der Region so wichtig, dass es wohl sogar ziemlich schwierig ist, mit den lokalen Führungskräften zu sprechen und zu fragen: "Was ist mit dem Grand Prix?", so Toto Wolff am Freitag in der Teamchef-Pressekonferenz in Melbourne.
Das vierte Rennwochenende im Formel-1-Kalender 2026 ist vom 10. bis 12. April in Bahrain angesetzt. Eine Woche später steht Saudi-Arabien auf dem Programm. Nachdem die WEC schon reagiert hat, wackelt Katar als Austragungsort in der MotoGP ebenfalls. Die Formel 1 hingegen hält sich noch bedeckt.
Formel 1 muss wegen Nahost-Konflikt aktiv werden
Ich denke, es liegt an Stefano [Domenicali] als Veranstalter und der FIA, diese Situation zu bewältigen und dabei die aktuellen Herausforderungen zu berücksichtigen, denen sie gegenüberstehen", sagt der Mercedes-Teamchef, der sich mit Zweckoptimismus auf einen positiven Ausgang einstellt. "Meine Einschätzung ist, dass ich sehr hoffe, dass wir das Rennen fahren können."
In der Saison 2022 wurde der Grand Prix von Saudi-Arabien abgehalten, obwohl am Trainingsfreitag in unmittelbarer Nähe der Rennstrecke eine Rakete einschlug. Diesmal sind die Dimensionen andere, wie auch Wolff weiß: "Ist es realistisch, dass wir dort derzeit ein Rennen fahren? Ich bin mir nicht ganz sicher. Aber auch hier überlasse ich es Stefano, diese Situation zu managen. Ich hoffe, dass sich die Lage dort generell verbessert, damit wir so bald wie möglich zurückkehren können."
Formel-1-Führung wartet mit Beurteilung der Lage ab
"An erster Stelle steht für uns die Sicherheit aller Beteiligten, der Menschen und des Veranstalters selbst", erklärte der von Liberty Media eingesetzte Formel 1 CEO Stefano Domenicali gegenüber Sky Sports F1. "Wir möchten heute keine Stellungnahme abgeben, da sich die Lage weiterentwickelt und wir noch Zeit haben, die richtige Entscheidung zu treffen. Diese Entscheidung wird gemeinsam getroffen werden. Bislang wollen wir ruhig und gelassen bleiben und sicherstellen, dass wir den richtigen Zeitpunkt für die richtige Entscheidung abwarten - so wie wir es in der Vergangenheit getan haben."
Pirelli braucht schnelle Lösung der Formel 1 wegen Reifenlogistik
In Australien wirkte sich der Nahost-Konflikt nur auf die Anreise aus, die viele Protagonisten im Paddock normalerweise über die Vereinigten Arabischen Emirate nach Down Under führte. Stattdessen wichen sie auf Verbindungen in Südostasien aus. Formel-1-Reifenlieferant Pirelli hingegen war bereits direkt von der geopolitischen Situation betroffen. Die Italiener waren für einen Test in Bahrain und mussten das Territorium fluchtartig verlassen.
"Sie sind nach Riyadh gefahren. In Riyadh hatten sie das Glück, einen Last-Minute-Flug nach Jeddah zu finden, und von Jeddah aus konnten sie nach Italien zurückkehren, sodass sie nun in Sicherheit sind", erklärt Pirelli-Ingenieur Simone Berra am Rande des Australien GP. Der Test soll nachgeholt werden, hat für Pirelli gegenwärtig aber keine Priorität. Für den Reifenhersteller ist eine zeitnahe Entscheidung hinsichtlich der Austragung der Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien unabdingar.
"Es hängt davon ab, wohin wir dann gehen. Ich denke, in Europa wäre es machbar", sagt Berra mit Blick auf die Logistik. "Andere Rennstrecken außerhalb von Europa, eher nicht. Im Grunde haben wir eines der beiden Rennen geblockt. Sie hätten Italien eigentlich vor ein paar Tagen verlassen sollen, aber wir haben es für den Moment gestoppt. Ich denke, die Formel 1 und die FIA werden bald entscheiden, was zu tun ist. Wir müssen im Grunde in den kommenden paar Tagen entscheiden."


diese Formel 1 Nachricht