Die zweite Test-Woche der Formel 1 in Bahrain steht an der Spitze bislang ganz im Zeichen von Mercedes und McLaren, was die Rundenzeiten angeht. Andere sorgten am Donnerstag, dem vorletzten Tag des Tests, für mehr Aufmerksamkeit. Ob das jetzt Ferrari mit einem spektakulären Flügel war, oder Audi mit einer starken Runde von Nico Hülkenberg.

Das Ergebnis: Wie schon am Vortag duellierten sich auch am Donnerstag Mercedes und McLaren um die Tages-Bestzeit. Beide schafften es am Nachmittag als erste Teams in den letzten fünf Tagen in Bahrain unter die 1:33er-Marke. Kimi Antonelli entschied 55 Minuten vor Schluss mit 1:32,803 den Schlagabtausch für sich.

Oscar Piastri war aber schon eineinhalb Stunden früher bei höheren Temperaturen mi 1:32,861 fast gleich schnell gefahren. Die beiden hielten Max Verstappen mit über drei Zehntel auf Armeslänge, auch wenn der Red Bull nur knapp an der 1:33er-Marke scheiterte. Lewis Hamilton verpatzte in der letzten Stunde drei Qualifying-Simulationen mit Ausrutschern. Auf dem Papier schien der Ferrari mehr zu können, aber es blieb bei P4 mit gebrauchten C3-Reifen.

Formel 1 in Bahrain - Ergebnis Donnerstag

P.FahrerTeamRückstandReifenRunden
1AntonelliMercedes1:32,803C379
2PiastriMcLaren+ 0,058C386
3VerstappenRed Bull+ 0,359C3139
4HamiltonFerrari+ 0,605C378
5NorrisMcLaren+ 0,650C472
6ColapintoAlpine+ 1,015C5120
7HülkenbergAudi+ 1,184C473
8RussellMercedes+ 1,308C377
9OconHaas+ 1,398C358
10LawsonRacing Bulls+ 1,729C3106
11AlbonWilliams+ 1,752C5117
12BortoletoAudi+ 2,460Prototyp (C3)29
13BearmanHaas + 2,476Prototyp (C3)69
14PerezCadillac+ 2,566C550
15AlonsoAston Martin+ 4,669C368
16BottasCadillac+ 7,390C158

Eindruck hinterließ Nico Hülkenberg im Audi. Wie Piastri fuhr er seine Push-Runden früh am Nachmittag, und am Ende lag er nur 1,184 Sekunden hinter der Bestzeit. Damit war Audi erst die fünfte Mannschaft, die es in Bahrain 2026 unter die 1:34er-Marke geschafft hatte, und lange hielt Hülkenberg am Nachmittag einen Top-5-Platz.

Erst 17 Minuten vor Schluss zog auch Alpine noch einmal nach, wurde sechstes Team unter 1:34 und schob Hülkenberg knapp auf P7 zurück. Dafür nutzte Franco Colapinto aber die um eine Stufe weicheren C5-Reifen und profitierte von besseren Bedingungen, Hülkenberg war mit C4 gefahren. Alpine und Audi führten das Verfolgerfeld recht deutlich an. Cadillac und Aston Martin hecheln nach wie vor hinterher.

Aston Martin kaputt wie immer, Ferrari sorgt für Schlagzeilen

Die Zwischenfälle: Die einzige rote Flagge des Tages wurde vom üblichen Verdächtigen ausgelöst. Nach einem endlich einmal soliden Vormittag erwischte es Fernando Alonso im Aston Martin in der ersten Stunde des Nachmittages in der 69. Runde. Erst wurde der AMR26 langsam, dann schoss der Honda-Motor in Kurve 4 plötzlich für ein paar Sekunden heulend ans Drehzahllimit und blieb stehen. Alonso kam bis zum Ende des Tages nicht wieder.

Ferrari sorgte am Vormittag für Schlagzeilen. Erst schockte Lewis Hamilton mit einem neuen Spezial-Heckflügel, der sich um 180 Grad drehen kann, für viel Aufmerksamkeit. Nach nur 5 Runden stellte er aber mit einem (nicht mit der Power Unit zusammenhängenden) Defekt ab. Am Nachmittag fuhr er wieder, aber mit dem alten, konventionellen Heckflügel.

Andere Teams verschwanden aus gänzlich unbekannten Gründen länger in der Garage. Die Racing Bulls (nach einem Kerb-Ausritt von Liam Lawson) fuhren am Vormittag nur 27 Runden. Audi schaffte am Vormittag nur 29 Runden, und auch der Nachmittag lief nicht völlig glatt. In der letzten Stunde musste Nico Hülkenberg eine Rennsimulation vorzeitig abbrechen und verschwand in der Garage. Oscar Piastri rollte schließlich noch auf dem Weg zur Startübung am Ende des Tages aus.