Die Designs für die Formel-1-Saison 2026 sind vollständig. Der letzte Präsentations-Platz geht an Aston Martin, wo am Abend des 9. Februar bei einem großen Event in Saudi-Arabien das erste Design einer neuen Ära vorgestellt wurde. Ein Event, das von großen Livestream-Pannen gezeichnet wurde.

Im "King Abdulaziz Center for World Culture" im saudi-arabischen Dhahran fand das Event statt. Der auf den ersten Blick womöglich etwas ungewöhnlich anmutende Launch-Ort ist schnell erklärt: Mit dem Ölkonzern (und jetzt offiziellen Treibstoff-Lieferanten des Teams) Aramco und dem Bergbaukonzern Maaden hat Aston Martin zwei Industrie-Giganten aus dem Königreich als Großsponsoren.

Holpriger Start von Aston Martin geht mit Livestream-Panne beim Launch weiter

Das für 20:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit anberaumte Event wurde jedoch zu einer sehr holprigen Angelegenheit. Technische Pannen sorgten für mehrere Aussetzer der über YouTube und Team-Partner TikTok bereitgestellten Livestreams, welche überhaupt erst mit 18-minütiger Verspätung starteten, nur um nach den ersten zehn Minuten (mit schlechter Audio-Qualität) mitten in Interviews mit Fernando Alonso und Lance Stroll erneut auszufallen.

Die ursprünglich für zirka 20:20 Uhr erwartete Enthüllung der Lackierung, begleitet durch eine Musik-Performance des Schweizer Cellisten Judok Vuille, verschob sich daher bis 20:40 Uhr. Das Design bleibt das übliche British Racing Green. Neu ist lediglich ein Dreiecks-Muster auf dem Seitenkasten, und die Farben sind dieses Jahr matt.

Der neue AMR26
Das neue Design des Aston Martin, Foto: Aston Martin F1 Team

Unglücklicherweise ist dieses Stolpern auch durchaus ein Symbolbild für den Auftakt der F1-Saison von Aston Martin. Das Team verpasste fast zwei der drei erlaubten Tage beim ersten offiziellen Shakedown-Test in Barcelona und fuhr danach nur knappe 300 Kilometer. Teamchef Adrian Newey hatte danach erklärt, dass die Entwicklung effektiv über drei Monate verspätet begonnen hatte:

Aston Martins revolutionäre Formel-1-Saison 2026: Was geht?

Große Ansagen spart sich Aston Martin bisweilen ohnehin. Es ist das erste Jahr des Teams als volles Werksteam, das mit Honda einen Werkspartner hat, und das absolut alles selbst baut. In den letzten Jahren kaufte man Motor und Getriebe etwa bei Mercedes.

Personell hat Team-Eigentümer Lawrence Stroll im letzten Jahr noch einmal den kompletten Reset-Knopf gedrückt, was eben in der Beförderung von Techniker-Legende Newey zum Teamchef resultierte. Ex-Ferrari-Mann Enrico Cardile ist mittlerweile sein Chief Technical Officer.

Dass das Auto verspätet in die Saison startet, wirft zumindest für die Frühphase der Saison erst recht Fragen auf, wie schnell man auf Touren kommt. Das Team rund um Newey wollte aber auf keinen Fall auch ein Auto bauen, welches wenig Entwicklungs-Potenzial bot. Wir haben uns die "Newey-Frage" im folgenden Video noch einmal genauer vorgenommen:

Aston Martin AMR26: radikal - ist der Newey-Hype real? (32:21 Min.)

Star-Pilot und Altmeister Fernando Alonso unterstreicht beim Launch sein volles Vertrauen in Newey und Team-Eigentümer Lawrence Stroll: "Mit Lawrence und Adrian haben wir zwei der größten zielstrebigsten und entschlossensten Leute, die ich je kennengelernt habe, und sie führen unser Team an."

Andernorts hat sich personell ebenfalls etwas getan. So ist eine junge deutsche Rennfahrerin nun im Nachwuchs-Kader von Aston Martin vertreten. Die 17-jährige Kölnerin Mathilda Paatz wird dieses Jahr in Aston-Farben in der F1 Academy am Start stehen. Außerdem hat der Hersteller Jenson Button, den Weltmeister von 2009, als Botschafter gewonnen.