Audi befindet sich auf den letzten Metern zum Debüt in der Formel 1. Das Auto drehte im Januar schon seine ersten Runden und wurde vor wenigen Tagen offiziell präsentiert. Am Freitag teilte die Mannschaft mit, dass man in einem weiteren Bereich zu den alteingesessenen Teams nachzieht.
Das Audi F1 Team verkündete nämlich offiziell die Gründung eines eigenen Nachwuchsprogrammes. Derartige Juniorakademien gehören in der Königsklasse inzwischen zum guten Ton. Nur Haas und die Neueinsteiger von Cadillac verfügen über keine F1-zentrierte Ausbildungsakademie, während sich Red Bull Racing und die Racing Bulls das prestigeträchtige Red Bull Junior Team teilen. Alle anderen Mannschaften haben je ein eigenes Entwicklungsprogramm.
Dreifacher Le-Mans-Sieger wird Chef von Audis Juniorteam
Nun steigt also auch Audi mit seinem 'Driver Development Programme' in den Kampf um die F1-Talente der Zukunft ein und stellt sich damit gewissermaßen in die Tradition der Sauber-Akademie, die in Hinwil eine lange Reihe an Nachwuchsfahrern ausbildete. Sauber brachte unter anderem Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel in die Formel 1. In den letzten Jahren war die Sauber-Akademie allerdings mit mäßigem Erfolg gesegnet.
Audi gab auch bekannt, wer das Nachwuchsteam anführen wird. Die Wahl fällt dabei auf niemand geringeren als Allan McNish. Der dreifache Le-Mans-Sieger war schon seit der Einstiegsverkündung 2022 als Berater Teil des Formel-1-Projektes der VW-Marke. Er ist damit neben CTO Stefan Dreyer einer von nur zwei Audi-Vertretern, die schon seit der Stunde null des Projektes dabei sind.
McNish, der selbst 2002 an 16 F1-Rennen teilnahm, wurde bei der Verkündung seines neuen Aufgabebereichs folgendermaßen zitiert: "Es ist eine große Ehre und Verantwortung, mit der Suche nach den Eckpfeilern des zukünftigen Audi F1 Teams betraut zu sein, und ich gehe diese Aufgabe mit großer Leidenschaft an."
"Wir suchen nicht nur nach reiner Geschwindigkeit, sondern auch nach der Belastbarkeit, Intelligenz und teamorientierten Denkweise, die einen zukünftigen Audi-Champion auszeichnen", beschrieb er das Anforderungsprofil für potenzielle Nachwuchsfahrer und brachte diese in Einklang mit der Audi-Philosophie.
Erster F1-Nachwuchsfahrer von Audi? Britisches Supertalent im Visier
Erste Fahrer des Nachwuchsprogrammes wurden noch keine genannt. Schon länger soll Audi den Briten Freddie Slater ins Visier genommen haben. Der 17-Jährige sicherte sich im abgelaufenen Jahr überlegen den Titel in der europäischen Formula Regional. 2024 hatte er zuvor schon die F4-Szene dominiert und dort mit der italienischen und der UAE-Meisterschaft gleich zwei Titel eingefahren. 2026 geht Slater mit Trident in der Formel 3 an den Start. An ihm soll neben Audi allerdings auch McLaren dran sein.
Die nächsten Wochen werden zeigen, welche Fahrer sich Audis Nachwuchsteam angeln kann. Teamchef Jonathan Wheatley ist jedenfalls davon überzeugt, dass der Erfolg von Audi über die Jugend führen wird. "In die Champions von morgen zu investieren, ist ein wichtiger Pfeiler unserer Formel-1-Strategie. Das Audi Driver Development Programme ist ein klares Bekenntnis zu unserem langfristigen Engagement für den Nachwuchs und unserem Anspruch, wettbewerbsfähig zu sein", erklärte er.
Dass Audi in der Formel 1 Erfolg haben wird, davon gab sich Wheatley bei der Präsentation in Berlin am Dienstag überzeugt. Er ließ sogar mit einem äußerst hoch gesteckten Ziel aufhorchen. Mehr dazu hier:



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