Die Motorsportwelt trauert um Hans Herrmann. Der ehemalige Rennfahrer ist am 09. Januar 2026 im Alter von 97 Jahren gestorben. Seine Familie und sein langjähriger Arbeitgeber Porsche gaben die traurige Nachricht am Freitagabend bekannt. Herrmann hinterlässt seine Frau Magdalena und zwei Söhne sowie einen Enkel.
Der gebürtige Stuttgarter zählte zu den vielseitigsten Rennfahrern der deutschen Motorsportgeschichte. Herrmann gewann mit Porsche unter anderem die 24 Stunden von Le Mans und ging in der Formel 1 für die Mercedes-Silberpfeile an den Start. "Legende" stand mit Stolz auf seiner eigenen Visitenkarte geschrieben, die sowohl einen Porsche als auch einen Mercedes aus vergangenen Zeiten abbildete.

Hans Herrmann mit den Mercedes-Silberpfeilen in der Formel 1
Herrmann debütierte 1953 beim Großen Preis von Deutschland in der F1 und wurde Teil des Mercedes-Werksteams. In der ersten WM-Saison der Silberpfeile setzte er beim Frankreich GP 1954 sogar die schnellste Rennrunde, ehe er ausfiel. Sein bestes WM-Resultat gelang ihm wenige Wochen später als Dritter beim Großen Preis der Schweiz. Danach folgten Einsätze für verschiedene Teams, unter anderem Maserati, Cooper, BRM und Porsche. Herrmann brachte es in der Formel 1 bis 1966 auf 17 Grand-Prix-Teilnahmen, ein Podium und zehn Punkte.
Rennsport-Tausendsassa Herrmann erlebte seine erfolgreichste Zeit im Motorsport zweifellos mit Porsche auf der Langstrecke. 1968 gewann er das 24-Stunden-Rennen von Daytona auf einem Porsche 907 LH zusammen mit Rolf Stommelen, Jochen Neerpasch, Jo Siffert und Vic Elford. Schon 1960 hatte Herrmann den Zuffenhausenern den ersten Gesamtsieg in einem Rennen zur Langstrecken-Markenweltmeisterschaft beschert, damals mit einem 718 RS 60 Spyder bei den 12 Stunden von Sebring.

Hermanns größter Triumph: Porsches erster Gesamtsieg in Le Mans
Herrmanns größter Triumph folgte im Jahr 1970 mit dem Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans. Nachdem 'Hans im Glück' den Sieg im Vorjahr nur haarscharf verpasst hatte, sollte dann seine große Stunde schlagen: Im strömenden Regen setzten sich er und Richard Attwood mit dem Porsche 917 K durch. Nur sieben Fahrzeuge wurden am Ende gewertet. Für Porsche war es der erste von 19 Siegen beim berühmtesten Rennen der Welt.

"Die Nachricht über den Tod von Hans Herrmann hat uns alle sehr getroffen", sagt Thomas Laudenbach, Leiter Porsche Motorsport. "Er war einer der erfolgreichsten Werksrennfahrer der Porsche AG. Mit dem Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans im Jahr 1970 auf Porsche 917 haben Richard Attwood und er Geschichte geschrieben."
Herrmann feierte in seiner aktiven Karriere zahlreiche weitere Erfolge, darunter einen Sieg bei der berühmten Targa Floria, den Titelgewinn in der Formel-2-Europameisterschadt sowie in der Deutschen Sportwagenmeisterschaft. Sein vielleicht größter Erfolg: Er überlebte den Motorsport trotz einiger heikler Unfälle, was zahlreiche seiner damaligen Weggefährten leider nicht für sich behaupten konnten.
"Es kann ja nicht sein, dass ausgerechnet ich so viel Glück habe, und irgendwann ist diese Phase vielleicht zu Ende", sagte er einst. Im Alter von 42 Jahren, kurz nach dem Triumph in Le Mans, zog sich Herrmann aus dem aktiven Rennsport zurück, war aber fortan bis ins hohe Alter immer wieder bei Klassik-Veranstaltungen von Porsche und Mercedes anzutreffen.



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