Das neue Reglement stellt nicht nur die Formel 1-Teams vor Herausforderungen, sondern auch Pirelli. Zwar setzt die Königsklasse weiterhin auf 18-Zoll-Reifen, allerdings fallen diese deutlich schmäler aus. Die Kontaktfläche mit dem Asphalt wurde um rund acht Prozent reduziert.
"Die Veränderung der Dimension bedeutete, dass wir den Reifen neu konstruieren mussten, und zwar nicht nur im Sinne einer einfachen Skalierung. Es galt, die Kontaktfläche zu optimieren und dabei auch das neue Profil und dessen Auswirkungen zu berücksichtigen", erklärte Pirelli-Motorsportchef Mario Isola.
| 2025 | 2026 | |
|---|---|---|
| Innendurchmesser [Zoll] | 18 | 18 |
| Außendurchmesser [mm] | ||
| Vorderachse | 720 | 705 |
| Hinterachse | 720 | 710 |
| Breite [mm] | ||
| Vorderachse | 305 | 280 |
| Hinterachse | 405 | 375 |
Pirelli erwartet 2026 keine Überraschungen
Mit der geringeren Kontaktfläche der 2026-Reifen sah sich der Reifenhersteller zwei Herausforderungen gegenübergestellt – mehr Graining wegen der höheren Belastung auf die Oberfläche und Überhitzung, weil weniger Gummi auf der Strecke. "Deshalb haben wir an neuen Mischungen gearbeitet. Wir wollten weiterhin einen Reifenabbau (Degradation), um den Teams unterschiedliche Strategien zu ermöglichen, ohne dabei den Reifen zu überhitzen, was die Fahrer zwingen würde, langsamer zu fahren", so Isola. Das erreichte Pirelli durch die Kombination aus einer chemischen und einer mechanischen Lösung.
Am 15. Dezember endete die Homologations-Deadline für die Mischungen und Isola stellte klar: "Ich erwarte 2026 keine Überraschungen." Davon hatten die Italiener im Vorfeld genug. Vor allem die Regenreifen und Intermediates stellten für Pirelli eine knifflige Angelegenheit dar. Denn 2026 ersetzen bewegliche Front- und Heckflügel das bisherige Drag Reduction System (DRS) und ermöglichen je nach Streckenabschnitt eine Konfiguration mit hohem oder niedrigem Abtrieb - für mehr Grip in den Kurven und mehr Geschwindigkeit auf den Geraden, genau dort, wo die Fahrer es brauchen.

Pirelli kämpfte mit Deformation der Reifen
Ist der Flügel geschlossen – wie in nassen Bedingungen – wirkt eine höhere Belastung auf die Reifen. Bei den Regenreifen und Intermediates führte diese Belastung zu einer Deformation, wie Isola verriet. "Die Deformation der Reifen betrug mehr als fünf Millimeter - und das ist eine ganze Menge." Pirelli hatte bei der Konstruktion der Regenreifen und Intermediates auf die gleichen Kriterien wie in den Vorjahren gesetzt. Sprich, der Durchmesser des Intermediates war um 5 mm größer als der Slick-Reifen, der Durchmesser des Regenreifens um 10 mm.
"Aber dann haben wir festgestellt, dass das nicht ausreichend war. Zu diesem Zeitpunkt war es nicht mehr möglich, die Größe anzupassen, denn die Herstellung hätte drei Monate gedauert", erklärte Isola. Pirelli musste sich etwas anderes einfallen – und zwar versteiften die Italiener die Konstruktion zu versteifen, um zu verhindern, dass sich Regenreifen und der Intermediates nicht zu stark deformierten. "Da wir während der Saison nicht viele Tests mit den Regenreifen und Intermediates hatten, waren wir angesichts dieser Herausforderung nicht panisch, aber durchaus nervös", so Isola.
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