Platz 5: Punkte-Debüt bei Ausfall-Desaster - Südafrika 1993

Es gäbe keine 600 Grands Prix ohne Saubers Debüt in Südafrika. Mit dem C12 startete der schweizerische Rennstall 1993 in seine Formel 1-Ära. Karl Wendlinger und JJ Lehto pilotierten damals das schwarze Rennauto mit dem Aufkleber "concept by Mercedes-Benz". Das Debüt in Kyalami konnte sich sehen lassen. Neben etablierten Teams wie Williams, Ferrari und McLaren qualifizierten sich beide Sauber-Piloten auf Anhieb innerhalb der Top-10.

Das darauffolgende Rennen war ein absolutes Ausfall-Desaster. Nur fünf Autos kamen ins Ziel. Wendlinger war auf Podiumskurs, bevor ein Elektronikdefekt die Sensation verhinderte. Lehto hatte zwar zu Beginn des Rennens mit einem Getriebe-Problem zu kämpfen, schaffte es jedoch, den C12 am Laufen zu halten. Noch dazu mit beeindruckender Pace. Der Finne holte für Sauber beim Debüt den fünften Platz und somit gleich die ersten WM-Punkte. Ein beachtliches Ergebnis für die damalige Zeit, in der nur die ersten sechs Piloten Zähler erhielten, und der Start einer langen Formel-1-Reise.

Platz 4: Neulinge bringen neuen Schwung - Australien 2001

Nach der Saison 1997 lief es für Sauber nicht mehr rund. Das Team war in der Königsklasse zum Synonym für eine einfache Mittelfeldmannschaft geworden und hatte Schwierigkeiten, Fahrer anzuwerben. Peter Sauber konnte daher nicht auf Erfahrung setzen, sondern musste junge Piloten engagieren. Im Jahr 2001 waren das McLaren-Junior Nick Heidfeld und der unbekannte Neuling Kimi Räikkönen, der ohne viel Übung und mit provisorischer Rennlizenz unterwegs war.

Beim Saisonauftakt in Australien erstickten die jungen Sauber-Piloten alle Zweifel. Heidfeld startete von P10, Räikkönen von P13. Dank Unfällen, Ausfällen, Überholmanövern und Strafen rückten sie im Rennen mehrere Ränge nach vorne. Heidfeld belegte den vierten Platz, Räikkönen wurde bei seinem F1-Debüt Sechster. Nach der Flaute in den Jahren zuvor, bedeutete dieses Ergebnis einen massiven Aufschwung für Sauber. Dem Rennstall gelang es, das Momentum fortzusetzen und das Team beendete die Saison 2001 auf dem vierten Platz der Konstrukteurs-WM.

Platz 3: Späte Rettung mit Folgen - Brasilien 2016

Sauber musste einige Höhen und Tiefen durchmachen, doch im Jahr 2016 stand es um das Team besonders schlecht. Nicht nur sportlich, sondern auch finanziell. Der schweizerische Rennstall kämpfte mit der Mannschaft von Manor am untersten Ende der WM-Tabelle. Bis zum vorletzten Rennen der Saison 2016 konnten Marcus Ericsson und Felipe Nasr keinen einzigen Punkt sammeln. Es sah so aus, als könnte das Ende von Sauber in der Formel 1 anstehen. Beim Brasilien-GP 2016 sendete das Team jedoch ein (Über)Lebenszeichen.

Ericsson und Nasr starteten vom Ende des Feldes. Der Schwede crashte im Regen, während Nasr auf eine riskante Strategie setzte. Der Brasilianer blieb länger auf den Regen-Reifen als viele andere Piloten. Die Strategie bewährte sich. Nasr landete auf P9 und fuhr die ersten Punkte für Sauber in der Saison 2016 ein. Das Team überholte dadurch Manor in der Konstrukteurs-WM und sicherte sich überlebenswichtiges Preisgeld. Nasr entpuppte sich als Märtyrer. Er sollte 2017 für Manor fahren, doch der Rennstall überlebte ohne das nun mangelnde Preisgeld nicht.

Platz 2: Sauber feiert erstes Podium - Monza 1995

Zur Formel-1-Geschichte von Sauber gehört natürlich auch das erste Podium des Rennstalls. Nach zwei soliden Saisonen in der Königsklasse, gelang dieses im Jahr 1995. Zunächst sah es nicht danach aus, als würde es in Monza passieren. Sauber-Pilot Heinz-Harald Frentzen startete von P10 ins Rennen und wurde gleich zu Beginn von Martin Brundle und Eddie Irvine überholt. Dem Deutschen gelang es jedoch, zurückzuschlagen.

An der Spitze des Feldes kam es zu einigen Defekten und Ausfällen. Es erwischte etwa Polesitter David Coulthard und gleich beide Ferrari-Piloten. Das brachte Frentzen eine Handvoll Positionen ein, aber der Mönchengladbacher war auch früh wieder an Brundle vorbeigezogen und mit einem gut getimten Boxenstopp gelang dem Team zudem ein effektiver Undercut. Am Ende des Italien GP reichte das schließlich für den dritten Platz hinter Johnny Herbert und Mika Häkkinen. Ein Meilenstein war geschafft: Sauber feierte das erste F1-Podium.

Platz 1: Der Höhepunkt unter 600 Rennen - Kanada 2008

Was ist noch besser als ein erstes Podium? Ein Sieg natürlich. Bei über 600 Grands Prix sticht ein Rennen heraus. Schon in der Saison 2007 gelang es Sauber, regelmäßig auf dem Podium zu stehen. Das große Highlight der Team-Geschichte, das Meisterstück, gelang Robert Kubica jedoch beim Kanada GP 2008. Zunächst schien der Sauber-Pilot, der von P2 ins Rennen ging, gegen Lewis Hamilton chancenlos zu sein. Doch der Boxengassenunfall des Briten, der in den stehenden Kimi Räikkönen crashte, drehte das Momentum.

Nun war Kubicas Teamkollege Nick Heidfeld der größter Gegner im Kampf um den Sieg. Die beiden Piloten befanden sich auf unterschiedlichen Strategien. Kubica hatte zwei Stopps geplant und musste daher Heidfeld unbedingt überholen. Das geschah ohne große Gegenwehr und der Pole konnte genügend Zeit für seinen zweiten Stopp herausfahren. Kubica überquerte als Erster die Ziellinie, Heidfeld wurde Zweiter. Das Sensations-Ergebnis in Kanada bleibt bis heute der einzige Sieg und das Highlight in Saubers F1-Geschichte.

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