Adrian Newey gilt als Michelangelo des Motorsports, als das Designgenie hinter zahlreichen Formel 1-Weltmeisterautos. Jeder will ihn haben, nur einer hat ihn gefeuert. Wer? Christian Danner. Richtig gelesen. 1982 als Danner in der Formel 2 für March fuhr, war Newey sein Track-Ingenieur. "Er war damals so schusselig und hat nichts auf die Reihe bekommen. Er machte einen Fehler nach dem anderen, sodass ich ihn schlichtweg gefeuert habe", erinnert sich Danner im AvD Motorsport-Magazin.com .
"Ich bin der einzige Fahrer in der Geschichte, der den besten Konstrukteur aller Zeiten des Jobs entledigt hat." Seitdem ist viel Zeit vergangen. Heute können Danner und Adrian Newey darüber lachen. "Ich war damals sehr jung und hatte keinerlei Erfahrung. Entsprechend habe ich keinen Ingenieur gebraucht, der auch keine Ahnung hatte. Aber wir haben uns beide gut weiterentwickelt und haben heute ein herzliches Verhältnis zueinander", so Danner. In der kommenden F1-Saison steigt Newey sogar zum Teamchef bei Aston Martin auf.
Während Red Bull Motorsportberater Dr. Helmut Marko die Entscheidung von Teaminhaber Lawrence Stroll nicht ganz nachvollziehen kann, erklärt Danner, warum es genau der richtige Zug ist. "Natürlich ist Adrian der richtige Mann, aber dabei geht es um etwas ganz anderes. Adrian will den Weg gehen, den er für richtig hält und nicht auf irgendeine Weise politisch daran gehindert werden. So funktioniert er am besten und das muss man zu 100% anerkennen", betonte Danner.
Für ihn steht außer Frage, dass der 66-Jährige die To-Dos, die auf der Tagesordnung eines Teamchefs stehen, nicht erledigen wird. Das werden laut Danner andere bei Aston Martin machen. "Adrian ist sicherlich keiner, der administrative Aufgaben zu seinem Lebensinhalt macht. Das ist ein Techniker und genau darin braucht er jede Freiheit der Welt - und die hat man ihm mit diesem Schachzug ermöglicht. Er ist jetzt der Chef, aber die Aufgaben, die nichts mit technischen Dingen zu tun haben, werden ihm abgenommen werden."



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