Für das Formel-1-Rennen in Katar hat Pirelli besondere Vorkehrungen getroffen. Um Reifenschäden zu vermeiden, führte der Einheits-Reifenhersteller der Königsklasse eine maximale Stintlänge ein. 25 Runden dürfen in dem 57-ründigen Grand Prix auf einem Satz gefahren werden, zwei Reifenwechsel sind also verpflichtend.

Das gefällt im Paddock nicht allen. Haas-Teamchef Ayao Komatsu stört die Maßnahme sehr: "Sie haben einfach dieses künstliche Limit eingeführt, um ein 1-Stopp-Rennen zu verhindern. Ich denke nicht, dass das das richtige für unseren Sport ist." Er erinnert an den diesjährigen Monaco-GP als eine Zweistopp-Strategie verpflichtend vorgeschrieben wurde, und an das Katar-Rennen vor zwei Jahren.

Ayao Komatsu: Künstliche Reifenregeln zerstören Rennen

"Wenn man etwas Künstliches einführt, wie in Monaco oder einmal in Katar, dann wird das das Rennen zerstören", warnt Komatsu. Im Gegensatz zu Monte Carlo, wo man durch zwei Pflichtstopps Spannung erzeugen wollte, hat die Stintbegrenzung in Katar andere Ursachen. Dort kam es im vergangenen Jahr zu mehreren Reifenschäden aufgrund zu starken Reifenabbaus.

Der Lusail International Circuit ist nämlich dahingehend eine Rarität, dass er ein hohes Level an Reifenabbau aufweist, dabei der thermale Abbau aber sehr gering ist, und damit auch der tatsächliche Performance-Verlust der Gummis. Im Vorjahr führte das dazu, dass mehrere Teams den Stint so lange verlängerten, bis schließlich Reifenschäden auftraten. Lewis Hamilton und Carlos Sainz erwischte es schließlich beinahe zeitgleich.

"Ich schätze, dass Pirelli einfach noch Angst wegen letztem Jahr hat. Pirelli hat sich wahrscheinlich gedacht: 'Sie werden sicher nicht so lange draußenbleiben. Oh, nein sie tun es", versuchte Komatsu den Gedankengang der Italiener nachzuvollziehen. "Sie haben dann einfach dieses künstliche Limit gesetzt, damit es unmöglich ist ein 1-Stopp-Rennen zu fahren."

Bei den Gesprächen über die maximale Stintlänge seien die Teams nicht miteinbezogen worden, teilt Komatsu mit. Es lässt sich für sie also schwer nachvollziehen, wie Pirelli auf die konkrete Anzahl von 25 Runden gekommen ist.

Katar 2023 als Präzedenzfall: "Rennen war schlecht"

Strategisch haben die Teams aufgrund der 25-Runden-Grenze beim Katar-GP deutlich weniger Spielraum. "Das Rennen damals war schlecht", erinnert Komatsu an den Grand Prix auf der Golf-Insel 2023, als drei Boxenstopps praktisch verpflichtend waren. "Niemand ist dumm. Alle kommen zu den gleichen Schlussfolgerungen. Ich denke nicht, dass das funktioniert, und das haben wir auch in Monaco dieses Jahr gesehen. Wenn man künstlich etwas erzwingen will, dann hat man es nur schlimmer gemacht."

Dabei lebt die Formel 1 2025 mit ihrer hohen Überholschwierigkeit genau von strategisch knappen Grands Prix, findet Komatsu, und zählt die zwei jüngsten Rennen als Beispiele auf: "Wir haben Brasilien und Mexiko gesehen. Man muss nicht weiter zurückblicken als das, um zu sehen, was für ein aufregendes Rennen man haben kann, wenn die Reifenperformance auf dem Limit zwischen einem und zwei Stopps oder zwischen zwei und drei Stopps liegt."

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