Das Rennen in Mexiko wird Nico Hülkenberg wohl schnell vergessen wollen. Wobei, so viel zu vergessen gibt es nicht, denn nach einem echten Rennen fühlte sich der GP auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez für ihn kaum an. Schon am Start wurde Hülkenberg von einem Power-Unit-Problem ausgebremst, das Sauber schließlich vorzeitig zum Aufgeben zwang.
"Es hat schon auf der Formationsrunde angefangen. Ich hatte Leistungsstöße, ich weiß nicht was passierte, aber ich hatte nicht die volle Leistung", erklärte Hülkenberg, der deshalb auch keine Burnouts am Start machen konnte. "Es hat einfach nicht funktioniert. Ich war erledigt, bevor es überhaupt losging", betrauerte der Emmericher.
Mexiko-GP nach 25 Runden vorbei: Motor-Problem stoppt Nico Hülkenberg
Das Team konnte am Sonntag noch keine genaueren Details zu dem Problem feststellen. Jedenfalls blieb es auch im ersten Stint bestehen. Das hielt Hülkenberg zwar nicht davon ab, die beiden Alpines zu überholen, aber mehr schien nicht möglich. Saubers letzter Rettungsversuch endete mit dem endgültigen Abstellen des Autos in Runde 25.
"Wir versuchten einen elektrischen Neustart des Autos, aber dann lagen wir schon so weit zurück, dass wir die Entscheidung trafen, abzustellen", so Teamchef Jonathan Wheatley. "Wir mussten als Team eine Entscheidung treffen, ob wir zu diesem Zeitpunkt der Saison das Risiko eingehen wollten, die Power Unit zu beschädigen." Angesichts der aussichtsarmen Lage auf dem boxenstopp-bereinigten drittletzten Platz, war die Entscheidung damit klar.
Wheatley lobte Hülkenberg für die Art und Weise wie der WM-Neunte im ersten Stint das Motor-Problem managte. "Er hat einen herausragenden Job gemacht, wie er das Problem umfahren ist. Er schien eine Linie gefunden zu haben, in der sich das Problem nicht weiter verschlimmerte", saget der Brite.
Es ist nicht das erste Mal in dieser Saison, dass unmittelbar vor dem Start in ein Formel-1-Rennen ein Problem am Auto von Hülkenberg auftritt. In Monza hatte er nach der Einführungsrunde aufgrund eines Gebrechens an der Hydraulik abstellen müssen. Zusammenhang besteht zwischen den beiden aber keiner, wie der Deutsche hervorhob.
Gabriel Bortoleto sammelt Sauber-Punkt: Wenig Trost für Konstrukteurs-Platz 9
Davon kaufen kann sich Hülkenberg natürlich nichts. Wenigstens ging Sauber in Mexiko nicht ganz leer aus, denn Gabriel Bortoleto sicherte dem Schweizer Team von Startplatz 16 aus immerhin noch einen Punkt. Ausschlaggebend dafür war ein Überholmanöver in Runde 62, als Bortoleto sich in Kurve 1 außen an Isack Hadjar vorbeibremste und dadurch P10 übernahm.
"Es war ein gutes Rennen", bilanzierte Bortoleto. "Ich hatte einen soliden Start, wo ich an einigen Autos vorbeikam. Auf der Strecke überholte ich Isack, Carlos und Yuki. Es ist definit ein großartiges Resultat", freute sich der Brasilianer. Gegen Hadjar habe er alles auf eine Karte gesetzt, erfolgreich wie sich zeigen sollte.
Wirklich zufrieden wird Sauber wohl dennoch nicht zum Heimrennen des Brasilianers weiterreisen, denn unter dem Strich büßte die Mannschaft aus Hinwil eine Position in der Konstrukteurs-WM ein. Dort liegen sie nur noch auf P9. Grund dafür war der sensationelle Auftritt von Haas-Fahrer Oliver Bearman, der Vierter wurde. Zwischen P6 und P9 ist damit noch alles drin, denn von den Racing Bulls trennen Sauber nur zwölf Punkte.



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