Der Formel-1-Rennstart in Mexiko hatte es direkt in sich. Nach der 800 Meter langen Start-/Ziel-Geraden fuhren Lando Norris, Charles Leclerc, Lewis Hamilton und Max Verstappen gemeinsam auf die erste Kurve zu. Leclerc musste durchs Gras ausweichen, übernahm kurzzeitig die Führung von Norris. Allerdings gab er den Platz hin zur nächsten Kurve zurück. Hamilton quetschte sich an Verstappen vorbei, der beim Anbremsen auf die Kurve den Kerb erwischte und komplett geradeaus fuhr.

Charles Leclerc vs. Max Verstappen - VSC beendet das Duell

"Ich habe jeden Meter dieser ersten Kurve gehasst", gab Leclerc zu. "Alles war einfach sehr eng dort. Ich bin nur froh, dass mein Rennen, und auch das von Lewis, nicht dort beendet wurde, denn ich habe wirklich gedacht, es sei vorbei."

Danach war das Rennen so gut wie entschieden. Norris konnte sich an der Spitze schnell absetzen. Leclerc war zwar erster Verfolger des McLaren-Piloten, hatte um den Sieg aber nie ein Wörtchen mitzureden. "Nach dem Start war ich eigentlich nur mehr Passagier und habe versucht, meinen Platz zu verteidigen", gestand der Monegasse. Ein hartes Stück Arbeit, denn gegen Rennende saß ihm Verstappen gehörig im Nacken. Der Niederländer holte auf den Soft-Reifen Runde für Runde auf den Ferrari-Piloten auf.

Die Medium-Reifen, auf die Leclerc in Runde 31 gewechselt war, waren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu gebrauchen. Drei Runden vor Schluss saß ihm Verstappen im Heck, doch dann löste ein Dreher von Carlos Sainz in Kurve 14 eine VSC-Phase aus. Erst in der letzten Rennrunde hatten die Fahrer wieder freie Fahrt. Den Fans entging damit ein spannendes Duell zwischen Leclerc und Verstappen.

"Ich war sehr froh, als das Virtuelle Safety Car ausgerufen wurde, sonst hätte Max eine noch größere Chance gehabt, an mir vorbeizukommen", sagte Leclerc. "Vor allem, weil ich auf dem Medium unterwegs war. Das Gefühl für die Reifen hat sich einfach nicht entwickelt und ich habe Grip verloren."

Anders als sein Fahrer machte sich Ferrari-Teamchef Fred Vasseur keine Sorgen um den zweiten Platz. "Ich war nicht nervös, als Max zu Charles aufgeschlossen hat. In Mexiko kannst du nur schwer überholen, also denke ich nicht, dass das Virtuelle Safety Car einen Unterschied gemacht hat", sagte Vasseur. Wie schwierig es ist, im Rennen zu überholen, haben auch die beiden Mercedes-Piloten erleben müssen. Beide kamen nicht an Oscar Piastri und Oliver Bearman vorbei, was Mercedes in Mexiko den zweiten Platz in der Konstrukteurswertung gekostet hat.

Ferrari zurück auf Platz zwei in der Formel-1-Konstrukteurswertung

Mit zwei Podien in Folge in Austin und Mexiko konnte das Team aus Maranello 28 Punkte auf seinen WM-Gegner Mercedes gut machen und den zweiten Platz zurückerobern. Nur ein Punkt trennt die beiden Teams jetzt in der Formel-1-Konstrukteurswertung. "Die letzte Phase der Saison wird hart werden", meinte Leclerc, der in Mexiko seinen 50. Podestplatz feierte. "Wir müssen uns darauf fokussieren, Rennen für Rennen das Beste aus dem Auto herauszuholen, genau wie wir es die letzten beiden Wochenenden getan haben."

Ferrari entschied sich bereits früh in der Saison, die Entwicklung des Autos für 2025 einzustellen und den Fokus auf das nächste Jahr zu legen. Das letzte größere Update des SF-25 kam in Belgien im Juli zum Einsatz. "Das Potenzial des Autos bleibt für die restliche Saison gleich, aber ich denke, wir leisten sehr gute Arbeit mit dem Material, das wir haben. Die letzten beiden Rennen hatten wir uns nichts vorzuwerfen", so Leclerc. "Dieser Standard muss das Ziel für die restliche Saison sein."