Für Oscar Piastri muss sich der Formel-1-Freitag in Baku wie ein Deja-Vu angefühlt haben. Oder besser gesagt: Der Nachgang an FP2 muss sich wie ein Deja-Vu angefühlt haben. Denn wie schon vor zwei Wochen beim letzten Grand Prix in Monza musste der Australier nach dem zweiten Freien Training bei den Stewards vorbeischauen und zittern: Würde er eine Startplatz-Strafe bekommen?
Ebenfalls wie in Monza wurde anschließend bei der Untersuchung auch ein Vergehen festgestellt und sanktioniert. Doch erneut kam Piastri dabei ohne Strafe davon. Fast ohne Strafe muss gesagt werden, denn in Baku handelte er sich eine offizielle Verwarnung (Reprimand) ein. In Monza hatte es dieselbe Strafe nach einem Vergehen in der Boxengasse gegeben, allerdings für das Team.
Schon wieder keine Strafe für Piastri: Mildernde Umstände retten McLaren-Fahrer
Grund war diesmal ein Verstoß unter gelben Flaggen. Piastri war nach einem Verbremser von Antonelli in Turn 1 dort angekommen und hatte in der Gelbzone nicht ausreichend verlangsamt, so die Faktenaufnahme der Stewards. Das Paradoxe an der Situation: Piastri bekam in der entsprechenden Zone zwischen Marshallposten 1.2 und dem Lichtpaneel #3, die sich in bzw. nach Kurve 1 befinden, keine gelben Signale angezeigt.
Stattdessen war das Panel schon auf Grün gestellt. Doch dieses Signal gilt nur ab der entsprechenden Stelle und bedeutet im Umkehrschluss, dass sich der Fahrer noch in einer Gelbzone befindet. Darauf seien die Fahrer auch explizit hingewiesen worden, wie die Stewards betonten. Dementsprechend hätte der McLaren-Pilot verlangsamen müssen.
Gleichzeitig stellten jedoch die Rennkommissare auch fest, dass die Zone nur eine Sekunde nachdem Piastri das Signal zu sehen bekam wieder freigegeben wurde - und somit Gelb aufgehoben wurde. Technisch gesehen also zweifelsohne ein Verstoß, so die Rennkommissare. Allerdings wurde ihm das Timing dieses Vorfalls als mildernder Umstand angerechnet. Deshalb setzte es keine Startplatz-Strafe, die für so ein Vergehen normalerweise üblich wäre.
Die offizielle Verwarnung (Reprimand) bleibt für Piastri erst einmal folgenlos, denn es ist seine erste in dieser Formel-1-Saison. Erst sobald ein Fahrer fünf Reprimands erhält, gibt es für das nächste Rennen eine Startplatz-Strafe von zehn Positionen. Und auch das nur in dem Fall, dass mindestens vier davon als fahrerische Vergehen eingestuft werden. Es ist also höchst unwahrscheinlich, dass die Verwarnung noch als sportliche Strafe in diesem Jahr zum Tragen kommt.



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