Auch am letzten Formel-1-Freitag vor der Sommerpause kannte die Königsklasse mit McLaren nur ein Spitzenteam. Hinter den favorisierten Lando Norris und Oscar Piastri war es allein Formel 1, der den Papayas noch am nächsten kam. Der Monegasse beendete beide Freie Trainings als Dritter und darf sich erster McLaren-Verfolger nennen. Jedoch fehlten ihm in FP2 bereits 0,399 Sekunden auf die Norris-Bestzeit.

"Zurzeit sieht es [P3; d. Red.] nach unserer Position aus", ordnete Leclerc ein. "Realistischerweise wird es sehr hart, morgen die McLaren zu schlagen. Sie scheinen einen Schitt voraus zu sein." Im ersten Training war er noch gut zwei Zehntelsekunden zurück und hinter ihm klaffte eine Lücke von über vier Zehnteln zum Viertplatzierten Isack Hadjar. Bei besserer Strecke am späten Freitagnachmittag war Leclerc allerdings chancenlos gegen Norris.

Am vergangenen Wochenende in Spa-Francorchamps führte Ferrari eine neue Hinterachse ein, um den SF-25 zu einer besseren aerodynamischen Plattform weiterzuentwickeln. Mit dem Update gelang Leclerc in Belgien der dritte Platz und auch eine Woche später schafft er es als einziger Fahrer der sogenannten Top-Teams in die Nähe der McLaren-Dominanz. "Das Gefühl im Auto war bisher sehr positiv. Wir müssen morgen noch weitere Schritte in die richtige Richtung gehen, aber aktuell ist das Gefühl gut", zeigte sich Leclerc zufrieden.

Lewis Hamilton hadert mit Ferrari: Sogar Aston Martin ist besser

Ein nachdenklicher Ferrari-Fahrer Lewis Hamilton
Lewis Hamilton haderte mit seiner Performance am Ungarn-Freitag, Foto: Scuderia Ferrari

Deutlich weniger zufrieden als Leclerc war Lewis Hamilton mit den ersten beiden Ungarn-Trainings: "Heute war kein guter Tag für mich. Ich habe große Probleme mit der Balance des Autos und es ist sehr anders als die Jahre zuvor hier", spielte der Rekord-Champion auf seine Mercedes-Zeit auf dem Hungaroring an. Insgesamt achtmal gewann der Brite auf der Strecke nordöstlich von Budapest.

Mit der Scuderia blieben in den beiden Freitagstrainings nur die Plätze fünf und sechs für Hamilton. In FP2 waren sogar beide Aston-Martin-Piloten Lance Stroll und Fernando Alonso schneller. Im Gegensatz zu Leclerc war Hamilton überhaupt nicht mit dem Fahrgefühl zufrieden, dem in beiden Trainings über vier Zehntelsekunden auf seinen Teamkollegen fehlten. "Die Balance ist sehr ungleichmäßig von Kurve zu Kurve. Du kannst nicht sagen, dass es Unter- oder Übersteuern ist." Da scheint auch die neue Hinterachse nichts an der Situation geändert zu haben.

"Vielleicht hängt es mit der Reifentemperatur zusammen", flüchtete sich Hamilton in die Suche nach Erklärungen. Dennoch war ihm klar: "Charles war schnell heute. Er ist glücklich mit dem Auto. Ich bin weit weg." In den Longrun-Simulationen war Ferrari auf ähnlichem Niveau wie Mercedes und deutlich schneller als der abgeschlagene Max Verstappen unterwegs. "Die Rennsimulationen zeigten einen höheren Reifenabbau als in den vergangenen Ausgaben", ließ Hamilton wissen. Doch zuerst steht das Qualifying an, in dem die Abnutzung eine untergeordnete Rolle spielt. Dahingehend zeigt sich zumindest Leclerc kämpferisch in Richtung der McLaren-Fahrer: "Ich hoffe, dass wir in Q3 mehr als P3 schaffen."

Die Szene des Ungarn-Freitags lieferte Max Verstappen. Der Red-Bull-Pilot warf ein Handtuch während der Fahrt aus dem Cockpit. Welche Folgen der Regelverstoß hatte, erklärt Christian hier im Video:

Bizarre Szene: Verstappen wirft Handtuch - Red Bull unfahrbar! (08:21 Min.)