Nach zwei Siegen in Folge lag das Momentum vor dem Belgien-Wochenende ganz klar bei Lando Norris. Doch im Sprint-Qualifying zeigte sich Oscar Piastri von der Tatsache, dass ihn sein McLaren-Teamkollege als WM-Spitzenreiter ablösen könnte, unbeeindruckt. In 1:40,510 Minuten holte er sich nicht nur die erste Sprint-Pole in dieser Saison, sondern gab vor allem Norris eine satte Packung mit.
Norris: Zu langsam, zu viele Fehler
Angesichts eines Rückstandes von 0,618 Sekunden blieb Norris nichts übrig, als zuzugeben: "Ich war einfach nicht schnell genug." Ein Blick auf unsere Grafik zeigt, dass der Brite auf seinem letzten Run in SQ3 bereits in La Source ein Zehntel auf Piastri verlor. Bis Bruxelles gelang es Norris, den Rückstand auf seinen Teamkollegen nahezu wettzumachen. Doch der Top-Speed-Vorteil lag ganz klar bei dem Australier: Zur Anfahrt auf Kurve 9 hatte der WM-Leader 10 km/h mehr Top-Speed als Norris. Der ließ weitere zwei Zehntel in der Fagnes-Schikane liegen und verlor abermals Zeit in der Bus-Stop-Schikane.
Vergleicht man die Rundenzeiten beider McLaren-Piloten in allen drei Qualifying-Sessions, fällt auf, dass die Zeiten im ersten Sektor in SQ1 und SQ2 relativ ähnlich bleiben. In SQ3 kann sich Piastri etwas mehr absetzen. Entscheidend ist die Passage zwischen Bruxelles, der zweiten Haarnadelkurve direkt nach La Source und Stavelot entscheidend ist.
Auffällig: Norris ist im letzten Run durch die Rechtskurve Campus sogar ein Zehntel langsamer im Vergleich zu seiner eigenen SQ2-Zeit. " Ich bin nicht wirklich happy. Meine Runden waren nicht fehlerfrei, weshalb der Abstand zu Oscar so groß ist", räumte Norris nach dem Sprint-Qualifying ein.
Norris P3: Waren es die Reifen?
McLaren-Teamchef Andrea Stella glaubt, die Gründe zu kennen, warum sich Norris im letzten Qualifying-Segment nicht verbessern konnte. "Lando hat in SQ3 etwas weniger aus den Soft-Reifen herausgeholt." Direkt nach der Session wurde Norris von den Journalisten darauf angesprochen. Auf die Nachfrage, ob er die Reifen in seiner Outlap zu hart rangenommen habe, sodass sie auf der schnellen Runde nicht mehr genug Grip hatten, wich er gekonnt aus. "Vielleicht sind meine Reifen dadurch auch besser geworden?"
Bevor er sich dazu ernst gemeint äußert, wolle er sich erst die Daten ansehen. "Das ist jetzt unmöglich zu sagen. Wir werden uns die Daten über Nacht ansehen. Es liegt definitiv noch viel Arbeit vor uns", so der McLaren-Pilot. Aktuell stehen die Chancen auf einen trockenen Sprint gut. Erst zum Qualifying hin soll die Bewölkung zunehmen, die Aussicht auf Regen ist jedoch am Samstag allgemein gering. "Wir werden alles tun, um morgen im Sprint und im Qualifying das Beste herauszuholen."



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