Das Duell zwischen Lando Norris und Oscar Piastri prägte das Formel-1-Rennen in Österreich. Nach seinem zweiten Boxenstopp in Runde 54 von 70 kam der WM-Führende 3,3 Sekunden hinter seinem Teamkollegen heraus. Aber anstatt auf den Fersen von Norris fand sich Piastri plötzlich zwischen Yuki Tsunoda und Franco Colapinto wieder, die um den vorletzten Platz kämpften.

Crash mit Kimi Antonelli - WM-Knockout für Max Verstappen! (09:59 Min.)

Unmittelbar als der McLaren-Pilot hinter den zwei Schlusslichtern in Kurve drei ankam, setzte Colapinto zum Überholmanöver gegen den Red-Bull-Piloten an. Der Argentinier stoch innen in die Kurve hinein und verbremste sich leicht. Tsunoda nutzte die Chance, nahm den Kurvenausgang enger und zog wieder an Colapinto vorbei.

Genau das tat auch Piastri, der die beiden schnellstmöglich überrunden wollte. Alpine informierte seinen Fahrer auch über die Präsenz von Piastri, doch Colapinto hatte kein Interesse an Überrundungen oder dem McLaren-Duell um den Rennsieg. Er war rein auf Tsunoda konzentriert.

Bereits einige Runden zuvor kam es zur Berührung zwischen den beiden. Tsunoda wollte in Kurve vier innen vorbeigehen, lag aber am Scheitelpunkt zurück. Sein linkes Vorderrad berührte das rechte Hinterrad von Colapinto und drehte den A525 mit der Nummer 43. Tsunoda bekam eine 10-Sekunden-Strafe und zwei Strafpunkte für den Vorfall.

"Nach dem Kontakt wollte ich ihn wirklich überholen", schilderte der Alpine-Pilot nach dem Rennen. Oscar Piastri wurde dabei fast zum Kollateralschaden, denn Colapinto war so versessen auf Tsunoda vor ihm, dass er den McLaren-Piloten gar nicht bemerkte. Der Argentinier wollte sich hinter den RB21 platzieren und drückte Piastri dabei von der Strecke.

Zeitstrafe und Strafpunkt für Colapinto in Österreich

"Ich habe ihn [Piastri] einfach nicht gesehen, er war in meinem toten Winkel", lautete Colapintos Verteidigung. Eine Erklärung, die von den Stewards akzeptiert wurde: "Wegen der Position von Auto 22 [Tsunoda] in Kurve drei war es für den Fahrer von Auto 43 sehr schwer, Auto 81 [Piastri] zu sehen. Die Umstände wurden strafmildernd berücksichtigt", hieß es seitens der FIA.

Für den Vorfall wurde der 22-jährige Rookie mit einer 5-Sekunden-Strafe und einem Strafpunkt auf seiner Superlizenz geahndet. Der größere Schreck für Colapinto war aber, als er Piastri neben sich auf dem Red Bull Ring sah. "Ich wurde ein bisschen panisch und bin schnell wieder aus dem Weg gefahren. Ich hoffe, es ist nicht passiert", zeigte sich der Argentinier schuldeinsichtig und bezeichnete die Strafe als gerechtfertigt.

Oscar Piastri kommentierte seinen Ausflug ins Gras direkt nach dem Rennen im Cool-Down-Room, als die Szene beim Highlight-Zusammenschnitt gezeigt wurde. "Ja, das ist schön", sagte er sarkastisch. Sein Teamkollege und Österreich-GP-Sieger Lando Norris witzelte: "Das hat sicher deine Reifen gekühlt."

Für Alpine ist der Grand Prix in Spielberg nach Kanada eine weitere Pleite. Das Team aus Enstone hinkt dem Feld in der Konstrukteurswertung hinterher. 15 Punkte beträgt der Rückstand zu Sauber auf dem neunten Platz. Franco Colapinto befindet sich ohnehin auf dem Schleudersitz.

Alpine-Teamchef Flavio Briatore gab ihm nur fünf Rennen Zeit, um sich zu beweisen. Die sind jetzt vorbei, trotzdem ist sich Colapinto seiner Position im Team sicher: "Ich mache mir keine Sorgen. [Briatore] unterstützt mich und er hat Vertrauen in seine Entscheidungen."

Ausgerechnet auf dem Red Bull Ring, vor zehntausenden niederländischen Fans, schoss Kimi Antonelli in der ersten Runde Max Verstappen ab. Wie kam es zu dem bösen Patzer? Details gibt im Artikel!