Auch mit neuen Technik-Regeln in der Formel 1 scheint McLaren der Konkurrenz davonzufahren. Lando Norris fuhr im 1. Freien Training zum Spanien GP deutliche Bestzeit. Der WM-Zweite benötigte für die 4,567 Kilometer des Circuit de Barcelona-Catalunya 1:13,718 Minuten und ließ damit Weltmeister Max Verstappen deutlich hinter sich. Allerdings ist das Ergebnis schwer zu beurteilen, weil die FIA am Trainingsfreitag in Barcelona Experimente an den Unterböden vorschreibt, die Auswirkungen auf die Performance haben könnten (siehe Technik).
Das Ergebnis: Die Top-Zeiten wurden allesamt auf Soft-Reifen erzielt. Nur Mercedes und Williams (beide außerhalb der Top-10) verzichteten noch auf den Einsatz der C3-Reifen. Auf Soft war Lando Norris fast vier Zehntelsekunden schneller als Max Verstappen. Dahinter sortierte sich das Ferrari-Duo, angeführt von Lewis Hamilton ein. WM-Leader Oscar Piastri beendete die Session mit mehr als einer halben Sekunde Rückstand nur auf Rang fünf.
Stark zeigten sich einmal mehr die Racing Bulls: Liam Lawson wurde Sechster, Isack Hadjar Achter. Im VCARB-Sandwich landete Oliver Bearman im Haas. Yuki Tsunoda und Pierre Gasly komplettierten die Top-10. George Russell stellte den Mercedes auf Medium-Reifen auf Rang elf, Teamkollege Kimi Antonelli kam nicht über Rang 18 hinaus. Nico Hülkenberg wurde im runderneuerten Sauber 14. zwischen den beiden Lokalmatadoren Fernando Alonso und Carlos Sainz.
Die Zwischenfälle: Nach wenigen Runden fand sich Haas-Ersatzfahrer Ryo Hirakawa im Kies wieder. Der Japaner verlor beim Anbremsen auf Kurve 10 das Heck, öffnete die Lenkung und fuhr in langsamer Fahrt durch die Auslaufzone. Das Auto, das am Nachmittag wieder von Esteban Ocon pilotiert wird, schien dabei keinen Schaden genommen zu haben. Hirakawa kam am Ende auf Rang 17, der zweite Freitags-Fahrer Victor Martins, der Alexander Albon ersetzte, landete auf Platz 19.
Die Technik: Gleich zwei Regeländerungen gibt es zum Spanien GP. Zunächst waren alle Augen auf die Frontflügel gerichtet. Die FIA verschärfte die Test, um übermäßige Flexibilität zu unterbinden. Alle Teams setzen deshalb strukturell verstärkte Flügel ein. Dadurch fehlt den Ingenieuren ein wichtiges Tool, um das Auto aerodynamisch zwischen langsamen und schnellen Kurven auszubalancieren. Deshalb sah man zahlreiche Autos zu Beginn der Session mit Aero-Messinstrumenten. Welche Teams stärker von der Änderung betroffen sind, lässt sich noch nicht sagen.
Zusätzlich tritt an diesem Wochenende eine neue Technische Direktive in Kraft. In den Freitagstrainings müssen alle Teams mindestens ein Auto mit Stahl-Skid-Blocks bestücken. Bislang ist für die Metallplättchen, die den Unterboden vor übermäßigem Verschleiß schützen, Titan vorgeschrieben. Um ein Entzünden der Grasflächen durch Funkenflug zu verhindern, soll bei den meisten Rennen nun auf Stahl gesetzt werden. Verläuft der Test in Barcelona ohne große Probleme, gilt die neue Regel schon ab Kanada. Welche Autos mit Stahl- und welche mit Titan-Skid-Blocks unterwegs waren, wurde nicht bekanntgegeben.
Neben Frontflügel und Skid Blocks gab es noch eine ganze Menge weiterer Technik-Updates. Mercedes, Alpine und Sauber brachten neue Unterböden mit nach Barcelona. Bei Sauber ist der komplett überarbeitete Unterboden das Herzstück des neuen Pakets. Am Freitag kommt nur Nico Hülkenberg in den Genuss des Updates, ab Samstag sollen beide Autos mit der neuen Spezifikation fahren.
Das Wetter: Perfektes Urlaubswetter an der Costa Brava, der Formel 1 ist es an diesem Wochenende etwas zu heiß. Auf dem Asphalt wurden im 1. Freien Training teilweise über 50 Grad Celsius gemessen, das Quecksilber für die Umgebungstemperatur kletterte über die 30-Grad-Marke. Für das F1-Qualifying morgen und das Rennen am Sonntag werden ähnliche Bedingungen erwartet.



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