Die Formel 1 mag in Japan ein sehr langweiliges Rennen erlebt haben. Vergessen wir also besser das Rennen, und schauen auf einen spezifischen Aspekt davon: Max Verstappen. Was er auf der ultimativen Fahrerstrecke im F1-Kalender geleistet hat. Die Superlative sind, auch basierend auf dem Ergebnis des Fahrer-Rankings von Motorsport-Magazin.com, völlig gerechtfertigt.

Bester Formel-1-Fahrer in Japan: Max Verstappens bestes Rennen aller Zeiten?

War das Max Verstappen bestes Wochenende in der Formel 1? Die Frage wurde von seinen Red-Bull-Bossen auf jeden Fall in den Raum gestellt, und aus gutem Grund. Das Auto in Japan war nie so gut wie der McLaren. Mit dieser Perfektion Q3 und das Rennen so durchzuziehen, als es drauf ankam, verlangt einem Rennfahrer alles ab. Mit einer Gesamt-Note von 1,09 hat es Verstappen tatsächlich zum ersten Mal in seiner Karriere im 2019 eingeführten Ranking-System unter 1,1 geschafft.

Es deutet nur darauf hin, dass bei Verstappen besonders hohe Standards angelegt werden. Einige andere Fahrer im Feld bekamen für einzelne Ausreißer noch bessere Noten. Allerdings sei auch angemerkt: 36-mal wurde bislang seit 2019 ein Wochenende eines Fahrers mit einem Schnitt unter 1,15 bewertet. In 11 Fällen war es Max Verstappen. Niemand sonst hat mehr als 5. Interessanterweise sind Verstappens erste Verfolger auf der Fahrerstrecke von Japan dann keine Veteranen, sondern zwei Rookies. Ollie Bearman (nur ein Test in Suzuka) holte P3, Isack Hadjar (vor 2025 keine Runde in Suzuka) sogar P2.

P.FahrerNote
1Max Verstappen1,09Bestes Ranking-Ergebnis der Karriere
2Isack Hadjar1,28Erster 1er-Schnitt der Karriere
3Oliver Bearman1,393 von 5 Karriere-GPs mit 1er-Schnitt

Schlechtester Formel-1-Fahrer in Japan: Wer, wenn nicht Lance Stroll?

Gute Nachrichten für Liam Lawson! Er ist nicht Letzter. Ein erster Fortschritt. Tatsächlich landete Lawson mit 3,67 im Schnitt ganz knapp vor Yuki Tsunoda (3,72). Die Leistung beider Fahrer begeisterte allerdings nicht, und diese Noten reichen nur für die Plätze 16 und 17. Die wirklichen Problemfälle beginnen mit Jack Doohan, dessen Wochenende mit dem Crash wegen nicht geschlossenem DRS nicht gut begann, und erst mit einem soliden Rennen noch eine positive Wendung nahm.

Gar nichts Positives haben Esteban Ocon und Lance Stroll vorzuweisen. Ocon bekam zwar erst am Samstag den neuen Unterboden, den Teamkollege Bearman schon am Freitag getestet hatte, aber daran allein kann es laut dem Team nicht gelegen haben. Letzter ist Lance Stroll. Im entscheidenden Q1-Versuch rausgerutscht (Team sprach von einer unerwarteten Windböe...), dann ein Rennen im Nirgendwo.

P.FahrerNote
18Jack Doohan3,92Karriere-Schnitt: 4,10
19Esteban Ocon4,202 der letzten 4 GPs mit 4er-Schnitt
20Lance Stroll4,75Schlechteste Lesernote des Jahres (5,17)

Härtefälle in Japan: So denken die Formel-1-Redakteure

Christian Menaths positiver Härtefall: Isack Hadjar
Mehr als anständig war einmal mehr die Leistung von Isack Hadjar. Der Franzose fährt so stark, dass er aufpassen muss, nicht bald im Red Bull zu sitzen. Wow, was für ein Comeback nach seinem Abflug in der Einführungsrunde von Melbourne! Das Rennen war leider nichts, aber solche Tage gibt es eben in unserem Sport. Dafür haben wir eine sensationelle Qualifikation gesehen, an die wir uns noch lange erinnern werden.

Christian Menaths negativer Härtefall: Esteban Ocon
Lange werden wir uns auch noch an den Unfall von Jack Doohan erinnern. Ich gebe ihm nur teilweise die Schuld dafür. Alpine muss sich eine Mitschuld geben. Einem Rookie das 1. Training in Suzuka wegzunehmen und offenbar die Alarmglocken im Simulator mit dem DRS zu ignorieren, ist nicht besonders clever. Dafür fand ich sein Rennen ganz anständig. Esteban Ocon fand ich am Wochenende unterdurchschnittlich. So darf er sich den Schneid nicht von Rookie-Teamkollege Oliver Bearman abkaufen lassen.

Keine Teamorder! Hat McLaren den Formel-1-Sieg verschenkt? (15:16 Min.)

Florian Niedermairs positiver Härtefall: Max Verstappen
In einem waren sich Christian Horner und Dr. Helmut Marko nach dem Rennen einig: So einen Sieg in diesem Auto, das bekommt nur Max Verstappen hin. Dem lässt sich nicht viel hinzufügen. Verstappen hat in Suzuka einmal wieder gezeigt, warum er der derzeit beste Fahrer in der Formel 1 ist. Da kommen auch Oscar Piastri und Lando Norris nicht hin. Beide hätten auf Pole Position fahren können, beide bekamen es nicht zusammen. Deswegen gab es für die McLarens auch keine Höchstnoten.

Florian Niedermairs negative Härtefall: Lance Stroll
Wenn man es gemein ausdrücken will: Die Welt bei Aston Martin geht wieder ihrem gewohnten Gang nach. Nach dem besten Saisonstart seiner Formel-1-Karriere legte Lance Stroll gleich mal ein komplett gebrauchtes Wochenende nach. Dazu brauchte es in Suzuka ohnehin nicht viel: Ein Fehler in Q1 und schon ist es gelaufen. Aber das ist für alle gleich und andere haben es besser hinbekommen. Der strategische Mut des Verzweifelten brachte auch nichts, förderte aber zutage, dass Strolls Pace allgemein nicht so berauschend aussah.

Markus Steinrissers positiver Härtefall: Charles Leclerc
Ich schwankte länger zwischen Ollie Bearman und Charles Leclerc. Letztendlich blieb ich bei Leclerc - ich glaube wirklich nicht, dass der Ferrari in Japan ein besonders brauchbares Auto war. Da den vierten Startplatz aus dem Hut zu zaubern und den im Rennen souverän unter Druck von Mercedes zu behaupten war schon eine äußerst gute Vorstellung.

Markus Steinrissers negativer Härtefall: Lewis Hamilton
Irgendwie war beim zweiten Ferrari dafür der Wurm drin. Ja, ich meinte eben, das Auto war nicht gut - aber so schlecht war es auch nicht, dass man beide Q3-Schüsse verhauen muss und im Rennen dann irgendwo da hinten versauert. Lewis Hamilton klagte nach dem Rennen kryptisches Leid. Probleme nur auf seiner Seite? Irgendwie eine seltsame Aussage eines Fahrers, der vor zwei Wochen noch einen Sprint gewann. Er hat die Pace ja - nur dieses Wochenende eben nicht.

Alle Noten der F1-Redakteure zur Formel 1 in Japan

P.FahrerMenathNiedermairSteinrisser
1Verstappen111
2Norris222
3Piastri222
4Leclerc111
5Russell222
6Antonelli223
7Hamilton344
8Hadjar111
9Albon212
10Bearman111
11Alonso222
12Tsunoda444
13Gasly222
14Sainz433
15Doohan344
16Hülkenberg222
17Lawson433
18Ocon444
19Bortoleto332
20Stroll445
Rennen665

Wie gut war das Rennen der Formel 1 in Japan?

  • Lesernote Rennen: 4,04
  • MSM-Note Rennen: 5,67
  • Gesamtnote Rennen: 4,85

Nicht gut, augenscheinlich. Zwei der Redakteure von Motorsport-Magazin.com hielten Japan 2025 für so einen Affront, dass sie es mit der Sechs abkanzelten. Die Lesernote hielt es noch über Wasser - aber mit 4,85 stürzte das Rennen in der Wertung bis ans Ende aller Rennen der Ground-Effect-Ära seit 2022.

Bester F1-Fahrer 2025: Die Jahreswertung im MSM-Ranking nach Japan

Mit diesem Glanzstück findet Max Verstappen zurück auf den ersten Platz in beiden Ranking-Wertungen. George Russell muss den Platz an der Sonne schon wieder räumen - Alex Albon hält aber am zweiten Platz fest. Das McLaren-Duo stockt noch. Aber nicht so sehr wie die Altmeister Lewis Hamilton und Fernando Alonso, die erst im letzten Drittel beider Wertungen auftauchen. Nach Schnitt sogar hinter Lance Stroll.

So funktioniert das MSM-Fahrerranking

Langjährige MSM-Leser kennen das Ranking bereits, das inzwischen bewährte System der Vorjahre geht 2025 bereits in sein siebtes Jahr. Direkt nach dem Zieleinlauf jedes Grand Prix rufen wir euch in unserem Formel-1-Liveticker zum Rennen und hier im Artikel zur Benotung aller 20 Piloten auf. Bis zum nächsten Mittag (bei abendlichen Übersee-Rennen auch länger) könnt ihr bewerten, was das Zeug hält.

Aus dem Mittelwert eurer Noten ergibt sich für jeden Fahrer eine Lesernote. Parallel zu euch benoten auch wir, die MSM-F1-Crew rund um Christian Menath, Florian Niedermair und Markus Steinrisser, ebenfalls die Leistungen aller Fahrer an dem betreffenden Wochenende. Auch aus unseren Urteilen bilden wir einen Mittelwert - die MSM-Note. Die Gesamtnote entsteht im letzten Schritt durch den Mittelwert aus User- und MSM-Note zu gleichen Teilen. Bei Gleichstand im finalen Ranking entscheidet die beste Einzelnote.

Als kleines Extra liefert jeder Redakteur seine persönlichen Härtefälle des Wochenendes, indem er wählt und erklärt, welcher Fahrer ihm besonders aufgefallen ist. Einmal im positiven und einmal im negativen Sinn. Online geht das Gesamtergebnis immer um 18:00 Uhr am Tag nach dem Rennen.