Australien. Gewonnen! China. Gewonnen! Trotz zweier Siege in zwei Rennen sind die anfänglichen Befürchtungen einer alles überwältigenden McLaren-Dominanz abgeklungen. Lando Norris hatte von Anfang an Aussagen der Konkurrenz - wie von George Russell McLaren sei dominanter als es Red Bull je war - als Unsinn abgetan und er bleibt dabei: "Das ist alles Quatsch."

Für Lando Norris braucht es nur einen Blick auf das Vorjahr, um alle Dominanz-Vergleiche mit Red Bull zu revidieren. "Red Bull war da noch viel weiter vorne, als wir es jetzt sind. Die hatten zwei Fahrer ganz vorne, haben dominiert - das war ein viel größerer Vorsprung, als wir ihn jetzt haben", betonte Norris. Tatsächlich lag Red Bull 2024 nach zwei Rennen mit 87 Punkten in Front. McLaren steht 2025 nach zwei Rennen bei 78 WM-Zählern.

Norris: Red Bull 2024 viel dominanter

"Ich denke, die Leute reden jetzt viel mehr über uns, weil sie sehen, woher wir gekommen sind und was wir über die letzten anderthalb Jahre geschafft haben", meinte der 25-Jährige. Im Vergleich zu 2024 hat McLaren einen großen Sprung gemacht. Der Blick auf die relative Performance zeigt, dass sich der aggressive Entwicklungsansatz der Briten ausgezahlt hat. Der MCL39 ist nochmals eine Verbesserung zum Vorjahresmodell. Das ist aber nicht die größte Waffe des Teams im WM-Kampf - das behauptet zumindest der Brite.

McLarenPunkteWM-PlatzierungAbsolute Performance [s]Relative Performance [%]
Veränderung+50--2,78+0,16

Wer hat sich außer McLaren noch verbessert - und wer hat sich zu 2024 verschlechtert? Das komplette Entwicklungsranking findest du hier:

McLarens Stärke: Zwei starke Fahrer

"Wir sind momentan buchstäblich das einzige Team, das zwei starke Fahrer hat. Das ist der entscheidende Vorteil", erklärte Norris. Dem Briten ist bewusst, dass diese Aussage von den Medien schnell falsch ausgelegt werden könnte, vor allem in Hinblick auf das aktuelle Ferrari-Gespann. Mit Lewis Hamilton und Charles Leclerc hat die Scuderia einen siebenfachen Champion und den Vizeweltmeister von 2022 in ihren Autos sitzen. Laut Norris sei auch nicht das fahrerische Können das Problem bei Ferrari, sondern die fehlende Erfahrung in der Zusammenarbeit.

"Lewis sagt selbst offen, dass er noch lernt, wie man das Lenkrad benutzt - also nicht das Lenkrad an sich, sondern die dahinterstehende Systemkomplexität. Kann er das Maximum aus dem Auto herausholen sowie Oscar Piastri und ich das können? Nein - und das gibt er selbst zu", stellte Norris klar. Sich selbst auf ein Podest zu stellen, käme für ihn nicht in Frage. "Ich denke nicht, dass ich besser als Lewis oder Charles bin. Aber wie wir als Team arbeiten, ist meiner Meinung nach im Moment besser als bei allen anderen Teams", so Norris.

Norris: Unsere Zeit ist gekommen

Was viele als Schwäche von McLaren sehen, nämlich zwei um die WM konkurrierende Fahrer in einem Team, sieht Norris als Stärke an. "Die Tatsache, dass wir zwei gute Fahrer haben, die sich gegenseitig pushen, macht meiner Meinung nach einen größeren Unterschied, als die Leute erwarten und anerkennen. Wir pushen uns gegenseitig und treiben uns an", betonte der 25-Jährige.

Bis 1998 sammelte McLaren neun Konstrukteurstitel, zwölf Fahrer rasten zwischen 1974 und 2008 in diesen Boliden zu WM-Titeln. Im letzten Jahrzehnt taumelte der britische Traditionsrennstall in die Bedeutungslosigkeit - 2017 lag McLaren in der Konstrukteurswertung auf dem vorletzten Platz. Ist 2025 die Zeit für McLaren gekommen? Ja! "Wir wissen, dass wir ein starkes Auto haben, wenn auch nicht immer einfach zu fahren. Wir wissen, dass die anderen hinter uns her sind - und das pusht uns", sagte Norris und stellte klar: "Jetzt sind wir dran."

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