Yuki Tsunoda fährt am kommenden Formel-1-Wochenende in Japan sein erstes Rennen für Red Bull, nachdem er zuvor seit 2021 bei dem Junior-Team der Bullen auf der Ersatzbank saß. Der Grund dafür ist die frühe Entlassung von Liam Lawson zwei Rennen nach Saisonstart, nachdem dieser noch in der Winterpause ein Duell mit Tsunoda um die Nachfolge von Sergio Perez für sich entschieden hatte.
Dr. Helmut Marko nannte vor dem Debüt des Japaners nun ein brisantes Detail, warum Tsunoda nicht schon früher eine Chance auf ein Cockpit bei den Bullen eingeräumt bekommen hatte. Demnach habe sich der ehemalige Red-Bull-Designguru Adrian Newey gegen einen Aufstieg ausgesprochen, wie Marko in einem Interview gegenüber 'Kleine Zeitung' sagte.
Dr. Helmut Marko: Für Newey war Tsunoda ein rotes Tuch
Die Ablehnung von Tsunoda durch Newey sei laut Marko auf einen Vorfall zurückzuführen: "Tsunoda [fuhr] einmal Pierre Gasly ins Auto, Teile der Autos auf der Strecke beschädigten in der Folge den Unterboden von Verstappen, der dadurch das Rennen verloren hat." Die Rede ist hierbei vom Großbritannien-GP 2022, als sich die beiden damaligen AlphaTauri-Piloten Tsunoda und Gasly ins Gehege kamen und nach einer Berührung Karbon-Teile auf der Strecke hinterließen, die anschließend von einem in Führung liegenden Verstappen getroffen wurden.
Schwere Schäden am Unterboden des Red Bulls waren die Folge. Max Verstappen landete schließlich nur auf dem siebten Platz. "Adrian Newey war damals fuchsteufelswild. Für ihn war Yuki ab diesem Zeitpunkt ein rotes Tuch", erzählt Marko. "Jetzt ist aber Newey weg und Yuki hat sehr an sich gearbeitet", sagte der Österreicher weiter.
Schon mehrmals lobte Marko den Saisonstart von Tsunoda 2025 und vor allem dessen positive Entwicklung über den Winter. Das unterstrich er auch in der Woche vor dessen Red-Bull-Premiere in Japan noch einmal. "Er ist stark aus der Winterpause gekommen und hat zwei tolle Rennen abgeliefert, in denen nur die Strategie-Abteilung eine bessere Platzierung verhindert hat", so Marko.
"Yuki hat das Management gewechselt, ist einfach erwachsen geworden – und viel Selbstvertrauen hat er sowieso", betonte der Grazer. In der Vergangenheit wurde Tsunoda von einem Duo bestehend aus dem ehemaligen Manager von Jean Alesi, Mario Miyakawa, und dem Mexikaner Luis Alvarez, gemanagt. Seit der Winterpause lässt er sich aber von dem ehemaligen GP3-Fahrer Diego Menchaca managen.
Yuki Tsunoda kämpft mit neuem Management um Formel-1-Verbleib
Für Tsunoda steht eine Zeitenwende bevor. Denn bislang wusste er die Unterstützung von Red-Bull-Motorpartner Honda auf seiner Seite und hatte somit ein Cockpit in einem der beiden Bullen-Teams sicher. Ab 2026 wechselt Honda zu Aston Martin, wo die Fahrerpaarung bereits in Vertrag gemeißelt ist, Tsunoda muss also ohne Honda-Rückendeckung für seinen Verbleib in der Formel 1 sorgen.
Der 89-fache Grand-Prix-Starter hat sich für den Japan-GP einiges vorgenommen. Bei einem von Honda organisierten Event in Aoyama sagte er: "Ich möchte nicht zu hohe Erwartungen erschaffen, aber beim Japan-GP möchte ich auf das Podium fahren". Tsunoda fügte aber hinzu, dass das nicht einfach sein werde.
Marko nahm diese optimistische Zielsetzung zur Kenntnis, ließ aber durchklingen, dass er das für das kommende Wochenende angesichts der derzeitigen sportlichen Lage bei Red Bull für ein unwahrscheinliches Ergebnis hält. "Ich wäre ja froh, wenn Max auf das Podium fährt… Aber gut, lassen wir uns überraschen", so Marko.



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