Sergio Perez musste in den letzten Monaten viel durchmachen. Der angezählte Red-Bull-Fahrer eilte in der Formel 1 von einer Pleite zur nächsten und steht davor, trotz laufendem Vertrag sein Cockpit im noch amtierenden Weltmeister-Team zu verlieren. In Katar schien er drauf und dran zu sein, das beste Ergebnis seit dem Miami-GP im Mai einzufahren, doch stattdessen erlebte der Mexikaner den nächsten Tiefpunkt.
Auf Platz 5 liegend verlor Perez während einer Safety-Car-Phase in der Dreifach-Rechts die Kontrolle über sein Fahrzeug und drehte sich: Die Höchststrafe für einen Rennfahrer. Er erklärte die Aktion mit den niedrigen Reifentemperaturen. „Die Reifen waren zu diesem Zeitpunkt gefroren und als ich nach Kurve 12 auf das Gaspedal stieg, um Tempo zuzulegen, erwischte ich einen Überschuss und verlor einfach das Heck des Fahrzeugs“, verteidigte sich Perez nach dem Slapstick-Manöver.
Antrieb futsch: Deshalb musste Sergio Perez aufgeben
Doppelt bitter für ihn: Nach dem Dreher bekam er das Fahrzeug nicht mehr in Gang und schied aus dem Rennen aus. „Ich verlor danach einfach den Antrieb“, erklärte er. So verkam ein Wochenende, in dem Red Bull in Form von Rennsieger Max Verstappen erstmals seit Spanien wieder bei einem Trockenrennen feiern konnte, für Perez zu einer weiteren Blamage.
Den ersten Teil dieser Pleite hatte er schon im Sprint am Samstag geliefert, als er beim Start aus der Boxengasse den Start komplett verschlief und von Franco Colapinto, der ebenfalls aus der Box ins Rennen gegangen war, geschluckt wurde. Im restlichen Verlauf des Sprints hatte er keinen Weg an Coalpinto vorbeigefunden. Im Rennen war Perez selbst lange der Bremsklotz, der Hamilton hinter sich hielt. Doch der Mercedes-Pilot, der ebenso mit seinem Auto nicht zufrieden war und mit seinen eigenen Qualitäten hadert, musste im Laufe des GPs abreißen lassen.
Perez hatte in der mittleren Rennphase sogar Glück. Denn Sainz fiel durch einen Reifenschaden hinter ihn zurück und ein günstig getimetes Safety Car, das er für einen Boxenstopp nutzen konnte, brachte ihm eine weitere Position gegen George Russell ein. So lag Perez sogar auf P5, aber eben nur bis zu seinem Safety-Car-Dreher.
Verstappen-Sieg macht Perez Hoffnung für Abu Dhabi
Positiv hielt Perez allerdings fest, dass Red Bull an diesem Wochenende nach Setup-Experimenten im Sprint im Rennen wieder vorne dabei war und pacemäßig bei trockenen Bedingungen so schnell war, wie seit Monaten nicht mehr. In Abu Dhabi hofft er, davon profitieren zu können. „Wir lernen noch immer viel über unserem Auto. Ich hoffe wirklich, dass wir im letzten Rennen alles zusammenbekommen“, so Perez.
Es ist nicht nur das letzte Rennen der Saison, sondern auch womöglich das letzte Rennen von Perez als Red-Bull-Fahrer. Eine Entscheidung über das zweite Cockpit beim Team aus Milton Keynes wird nach Saisonende von den Shareholdern der Energy-Drink-Marke getroffen. Perez bestreitet seit Monaten, dass sein Cockpit in Gefahr sei, die Team-Verantwortlichen widersprachen ihm aber des Öfteren.
Sein vorläufiges Fazit über die Formel-1-Saison fiel ernüchternd aus: „Es hat nichts wirklich funktioniert, abgesehen von den ersten paar Rennen. Es war ein schwieriges Jahr und es wurde einfach nichts besser. Hoffentlich können wir ein gutes letztes Saisonrennen haben.“ Es wird wohl sein letztes Rennen bei Red Bull sein.
Ein anderer Fahrer hatte schon in Katar seinen letzten GP für sein derzeitiges Team. Esteban Ocon ließ nach dem Lusail-Rennen kaum Zweifel daran, dass er in Abu Dhabi schon nicht mehr für Alpine an den Start gehen wird.



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